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Hollywood-Stars Drew Barrymore und
Justin Long im WOMAN-Interview

Hollywood-Beziehungen sind so eine Sache: entweder alles klappt wie am Schnürchen, oder der Lebensstil der Stars und der öffentliche Druck führen zu Beziehungsproblemen. Zweiteres auf Drew Barrymore zu. Mit 35 ist die Amerikanerin schon zwei Mal geschieden. Ihr erster Ehemann war der Barbesitzer Jeremy Thomas, die zweite Ehe mit dem Comedian Tom Green hielt gerade einmal ein Jahr lang. Trotzdem hat Drew noch eine äußerst positive Lebenseinstellung, was bei ihrer schwierigen Kindheit eigentlich ein Wunder ist: im Alter von 9 war sie das erste Mal betrunken, mit 10 rauchte sie ihren ersten Joint, mit 12 nahm sie zum ersten mal Kokain und mit 13 landete sie in der Entzugsklinik. Dass Drew sich in komplizierten Liebesgeschichten verliert, und dass das große Liebesglück durch andauernde Fernbeziehungen nur schwer zu finden ist, ist also vorprogrammiert.


Hollywood-Stars Drew Barrymore und
Justin Long im WOMAN-Interview
© © 2010 Warner Bros Ent. All Rights Reserved.

Um eine Fernbeziehung geht es auch in ihrem neuen Film „Verrückt nach dir“, der ab 2. September in unseren Kinos läuft. Die Journalistin Erin, gespielt von Barrymore, bleibt nur noch sechs Wochen in New York bevor es sie wieder zurück an die Westküste zieht. Gerade jetzt lernt sie Garrett kennen, und aus einem unkomplizierten Flirt entwickelt sich eine ernsthafte Fernbeziehung. Die Ironie an der Sache ist, dass Garrett im wahren Leben Justin Long heißt, und die Hollywoodstars seit 2007 einmal getrennt, einmal in einer Beziehung leben.

Zu Drehzeiten waren Barrymore und Long ein Paar, seit Anfang August sind sie wieder getrennt. Dass die Situation aber noch nicht ganz geklärt ist, merkte man beim WOMAN-Interview in London …

Woman: „Verrückt nach dir“ ist nach „Er steht einfach nicht auf dich“ Ihr zweiter gemeinsamer Film. Wie war es für Sie, wieder zusammen vor der Kamera zu stehen?

Barrymore: Brillant! Es kommt selten vor, dass man mit seinem Filmpartner so harmoniert, wie das bei uns der Fall ist. Justin ist einfach großartig, talentiert und charmant!

Long: Drew hat diese gewisse Art, dass sich jeder in ihrer Umgebung wohl fühlt. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass
die Dreharbeiten nicht wegen unserer Vergangenheit so gut funktioniert haben. Bei ihr fühlt man sich einfach gut aufgehoben – das würde aber jeder vom Set sagen, auch wenn er es nicht so sexy wie ich ausdrücken könnte (lacht) !

Woman: Man fühlt sich also auch wohler, wenn man eine Kussszene spielt?

Barrymore: Ja, natürlich. Ich hatte die schlimmsten Kusspartner, die es gibt. Ein Partner wie Justin, der wirklich ein phänomenaler Küsser ist, hilft schon sehr!

Woman: Und die gemeinsamen Sexszenen? War das nicht merkwürdig, nach einer gemeinsamen Vorgeschichte solche Szenen vor einem Filmteam zu spielen?

Long: Für mich schwer zu sagen! Ich habe bisher sonst keinen Film gedreht, der so etwas von mir verlangt hat. Ich habe also keinen Vergleich.

Barrymore: Ich weiß, für viele klingt das merkwürdig, aber Sexszenen zu drehen macht so einen Spaß! Es gibt so viele Schauspieler, die sagen, wie merkwürdig das nicht alles ist. Was ist so schlimm daran,
mit einem heißen Schauspieler herummachen zu müssen? Mit Justin war es sowieso toll, weil alles so unkompliziert lief.

Long: Wir hatten eine Menge Spaß, weil ich mich akrobatisch sehr ins Zeug gelegt habe und Drew in einer Szene, wo wir es am Tisch treiben, in einer wirklich merkwürdigen Position lag! Aber sobald es „Cut“ hieß und ich nicht mehr in meiner Rolle war, war es dann doch irgendwie komisch, nackt am Set herumzustehen.

Woman: Diese Tischszene wurde ja in einem gemieteten Familienhaus gedreht. Haben sich die Besitzer nicht aufgeregt, dass man ihren Tisch für Sex benützte?

Long: Komischerweise nicht. Als jüdische Familie hatten sie eher ein Problem damit, dass wir in den Drehpausen nicht koschere Burger auf ihrem Grill brieten.

Woman: Im Film geht es um eine Fernbeziehung. Als Schauspieler kommt Ihnen das bestimmt bekannt vor ...

Barrymore: Ja, natürlich. Ich führe Fernbeziehungen, seit ich sieben bin. ¬Anfangs war ich immer von meiner Familie getrennt, später kamen dann noch meine Partner dazu!

Long: Als Schauspieler ist man ständig auf Reisen – somit war eigentlich jede meiner Beziehungen bisher eine Fernbeziehung. Es gab viele Szenen, die mir sehr vertraut waren. Eigentlich war ich verblüfft, dass noch niemand dieses Thema behandelt hat.

Woman: Wie erhalten Sie Leidenschaft und Romantik in Fernbeziehungen aufrecht?

Barrymore: Nachdem man es sich nicht einfach gemeinsam am Sofa gemütlich machen kann und dabei etwas vom Chinesen bestellt oder einen Film schaut, muss man mehr mit seiner Fantasie spielen. Ich zum Beispiel schreibe liebend gerne Briefe, weil man darin eine ganz eigene Sprache spricht. Natürlich telefoniert man oder schreibt man Mails. Aber Briefe sind für besondere Gedanken besser geeignet – wenn man zum Beispiel seine Gefühle offenbaren will!

Long: Und sie schreibt tolle Briefe. Diese Form der Romantik stirbt ja leider aus. Ich persönlich finde es sehr romantisch, Bilder zu malen. Auch wenn man nicht malen kann und nur eine Skizze macht, ist das sehr romantisch. Es ist natürlich wichtig, dass man sich in einer Fernbeziehung SMS schreiben kann, aber eher wenn es um alltägliche Dinge geht.

Barrymore: SMS finde ich schrecklich! Gerade Frauen brauchen ein bisschen Romantik. Und was soll man denn schon mit einer SMS mit dem Inhalt „c u soon“ (see you soon) anfangen, außer sofort die Finger von dem Kerl zu lassen? Ja, viele behaupten immer, dass der heutige technologische Stand eine Absicherung für Fernbeziehungen ist. Aber mal ganz im Ernst: Solange ein Mann keinen 4.000 km langen ¬Penis hat, ist das wohl nicht der Fall!

Woman: Im Film versuchen Sie, mit Telefonsex die Beziehung aufzupeppen …

Barrymore: Ich habe das mal versucht. Ich war dabei so in meiner eigenen Welt, dass ich nicht einmal gemerkt hätte, wenn der Typ einfach aufgelegt hätte! Ich bin richtig gut darin, meine eigene Fantasiewelt zu kreieren. Aber eigentlich ist Telefonsex schon sehr merkwürdig, und es war auch eigentlich nur ein Versuch. Ich glaube nicht, dass ich eine ganze Beziehung so führen könnte.

Woman: War es lustig diese Szene zu drehen?

Long: Eher merkwürdig. Im Anschluss haben Drew und ich verglichen, bei wem von uns beiden es wohl merkwürdiger war. Bei mir am Set machte sich jeder über mich lustig. Kein Wunder, ich musste vor allen an mir herumfummeln und konnte mich vor lauter lachen gar nicht richtig in diese Szene versetzen. Aber bei Drew war es sicher noch schlimmer. Bei ihr war am Set Totenstille und alle standen nur schweigend herum. Dafür bin ich der Idiot, der sich von der Regisseurin erklären lassen musste, wie man vor der Kamera am besten mastubiert.

Woman: Drew, Sie haben schon zwei Scheidungen hinter sich. Glauben Sie noch an ein Happy End?

Barrymore: Immer weniger. Ich weiß aber, dass ich wieder einen tollen Partner finden werde, und diese Beziehung wird sicherlich ganz anders als alle bisherigen. Ich plane jetzt zu allererst eine Indienreise, möchte schreiben und auch fotografieren. Ich möchte mich selbst finden und kennen lernen. Mein Partner soll nicht mehr das Gefühl haben, dass er sich um mich kümmern muss; ich möchte selbst mehr in eine Beziehung investieren können. Ich kenne alle Arten des Verliebtseins, möchte jetzt aber die ganz einfache und erfüllende Liebe finden. Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich bereue keine meiner bisherigen Beziehungen und bin nach all den Typen noch der Meinung, dass ich mit den coolsten Männern zusammen war. Ich bin sehr stolz, dass ich ein Teil ihres Lebens sein durfte.

Woman: Und was würden Sie machen, um einen One-Night-Stand loszuwerden?

Barrymore: Ich würde vermutlich etwas sagen, das nicht für Ihre Ohren bestimmt ist (lacht) . Aber mal ehrlich: Man erfindet in solchen Momenten die verrücktesten Ausreden, um jemanden loszuwerden oder selbst verschwinden zu können. Das finde ich eigentlich noch netter, als jemandem die heile Welt vorzuspielen und eventuell noch zusammen zu frühstücken …

Woman: Können Sie sich noch an ihr schlimmstes Date erinnern?

Long: Tja, man muss dazu sagen, dass ich Dates wirklich schrecklich find. Diese typische Date-Masche beherrsche ich wirklich gar nicht. Ich habe da immer das Gefühl, dass ich ein merkwürdiges Vorsprechen für einen Film habe. Aber ich hatte ein Date mit einem Mädchen namens Nina – falls du das liest, „Hallo Nina“ (lacht) . Ich bin in der Schule total auf sie gestanden, und nach einiger Zeit, haben wir uns endlich ein Date ausgemacht. Leider habe ich mich an dem Tag verfahren und bin, obwohl ich wusste, dass sie unpünktliche Leute hasst, 45 Minuten zu spät gekommen. Somit hat das Date schon schlecht begonnen. Und dann hat sie auch noch bei jedem Gesprächsthema meinen Freund James, den absoluten Macho der Schule, einbringen wollte. Irgendwann hat es mir dann schon so gereicht, dass ich zum Spaß gefragt habe, ob ich sie nicht verkuppeln soll. Dass sie darauf meinte: „Er hat mich zwar nie nach einem Date gefragt, aber wäre es ein Problem, wenn du ein gutes Wort einlegen könntest?“, habe ich natürlich nicht erwartet.

Woman: Und Sie beide? Treffen Sie sich noch privat?

Barrymore: Wir wollen dazu nichts sagen, außer dass wir uns immer toll verstehen werden. Ein Geheimnis hat noch niemanden umgebracht!

MEHR zum Interview finden Sie in WOMAN 18/2010!

Interview: Sophia Czerny