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Experten-Talk: Hormon-Cremen gegen Falten

"Trockene Haut, die zu Knitterfältchen neigt solle mit einer pflegenden Hormon-Creme behandelt werden", so die Expertin Dr. Sabine Schwarz.

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Hormon-Cremen für Haut und Haare

Die Pflege ersetzt Östrogen und Progesteron direkt dort, wo es fehlt.

© istockphoto.com

Probleme mit trockener, dünner Haut oder Haarausfall kennt so manche Frau ab Mitte 40. Das belastet viele Betroffene naturgemäß sehr. Dermatologin Sabine Schwarz (hautzentrum-wien.at) behandelt in ihrer Praxis Patientinnen mit bioidenten Hormonen in Cremen. Sie erklärt, worauf es bei der Anwendung ankommt.

»"HAARAUSFALL IST FÜR VIELE FRAUEN PSYCHISCH SEHR BELASTEND."«

WOMAN: Wie wirkt sich die hormonelle Veränderung auf die Haut aus?
SCHWARZ: Ab Mitte 30 beginnt der Östrogenspiegel zu sinken, das bedeutet, dass die Haut weniger durchfeuchtet wird. Vor allem bei Frauen mit trockener Haut werden Spannungsgefühle und Knitterfältchen dann schon stärker. Da ist es wichtig, umso reichhaltigere Pflege zu verwenden. Ab Mitte 40 habe ich auch vermehrt Patientinnen, die an Haarausfall leiden - für die meisten ein großes Problem!

WOMAN: Soll man also über die Gesichtscreme die fehlenden Hormone ersetzen?
SCHWARZ: Das ist frühestens ab 40 ein Thema. Und man muss sehr vorsichtig sein. Denn die Präparate wirken nicht nur auf die Haut, sondern auf das ganze System. Das kann ein großer Vorteil sein, wenn man an PMS oder ersten Wechselbeschwerden leidet. Hat man aber noch einen aktiven Kinderwunsch, darf man auf keinen Fall Hormoncremen verwenden. Bei Haarausfall gibt es spezielle Tinkturen zur lokalen Anwendung. Die wirken meist schnell und nachhaltig.

WOMAN: Wo bekomme ich diese Mittel?
SCHWARZ: Die gibt es ausschließlich auf Verschreibung vom Arzt. Der Zustand der Haut und die gesundheitliche Gesamtsituation müssen zuvor untersucht werden.

WOMAN: Für wen sind die Hormoncremen und Tinkturen geeignet?
SCHWARZ: Sie passen für alle Frauen, die an hormonbedingter trockener oder auch dünner Haut oder Haarausfall leiden. Die Pflege ersetzt Östrogen und Progesteron direkt dort, wo es fehlt, also in der Haut bzw. in den Haarwurzeln. Zusätzlich sind solche Cremen natürlich angereichert mit Pflegestoffen, Vitaminen und Antioxidantien. Das ist übrigens keine Therapie mit bioidenten Hormonen, dafür ist die Dosierung zu gering.

WOMAN: Und was tut man dann, wenn man an Wechselbeschwerden leidet?
SCHWARZ: Der erste Gang ist zum Gynäkologen, der einen Hormonstatus erstellt. Erst dann kann ein entsprechendes Rezept verordnet werden.

Dr. Sabine Schwarz, Dermatologin

Weitere Infos findest du hier: Anti-Aging dank Hormonen? Ja, aber bitte bio!