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Wie Hormone dein Gewicht beeinflussen

Du ernährst dich bewusst, du machst Sport - und trotzdem nimmst du nicht ab? Wie sehr die Hormone dein Gewicht beeinflussen. Und wie du sie regulierst.

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Wie Hormone dein Gewicht beeinflussen
© Instagram/Rouje

Plötzlich nimmst du zu, obwohl du weder an deiner Ernährung noch sonst etwas geändert hast. Oder du isst weniger, machst mehr Sport – und trotzdem bewegt sich auf der Waage so gut wie nichts.

Tja. Es sind sehr wahrscheinlich die Hormone.

Warum nimmt man während der Periode zu?

Ein besonders gutes Beispiel, das den Zusammenhang zwischen deinem Hormhaushalt und deinem Gewicht illustriert, ist dein Zyklus.

Während des Eisprungs produziert dein Körper wie verrückt das Progesteron-Hormon (unterstützt die befruchtete Eizelle bei der Einnistung in der Gebärmutter) und bereitet sich so auf eine Schwangerschaft vor. Dein Körper lagert vorsorglich mal Wasser ein. Du wirst etwas schwerer.

An Tag 15 bis 17 deines Zyklus übermannen dich Heißhungerattacken. Warum? Dein armer, getäuschter Körper bereitet sich auf eine mögliche Schwangerschaft vor, die Östrogene ballern nur so durch deinen Körper. Du speicherst Kalorien, statt sie zu verbrennen.

Erst wenn dein Körper merkt, dass die Eizelle nicht befruchtet ist (an Tag 18 - 21), beginnt er wieder, die Energie auf normale Weise zu verbrennen.

Tag 22 bis 28: PMS. Hurra. Der Östrogenspiegel sinkt, jetzt flutet das Progesteronhormon deinen Körper. Blähbauch, Wassereinlagerungen und ein verlangsamter Stoffwechsel können eine Gewichtszunahme während der Periode von zwei bis vier Kilos mit sich bringen.

Jackpot, hm?

Aber nicht nur dein Zyklus bestimmt, ob du zunimmst oder es dir leichter fällt, Kilos wieder zu verlieren. Da mischen auch noch andere Hormone mit, sonst wäre es doch viel zu einfach.

Diese Hormone haben Einfluss auf dein Gewicht

1. Insulin:

Das Hormon Insulin reguliert unseren Blutzucker. Es transportiert in erster Linie Zucker in die Zellen, wo er der Energiegewinnung dient. Es steuert aber auch die Fettverbrennung und bestimmt entscheidend mit, ob wir zu- oder abnehmen. Damit deine Insulinproduktion in einem normalen Rahmen bleibt, solltest du deinen Zuckerkonsum reduzieren. Süße Snacks etwa lassen den Insulinspiegel nach oben schnellen, du bist sofort energiegeladener. Allerdings ist auch die Verbrennung schneller – du wirst müde und dein Körper verlangt erneut nach Zucker.

2. Leptin:

Leptin ist ein Proteohormon, das die chemische Botschaft aussendet, das Essen einzustellen und Energie aus den Speichern – etwa aus Fettdepots – zu gewinnen. Das funktioniert wunderbar bei Schlanken, bei Übergewichtigen greift der Effekt jedoch nicht. Sie sind, wie Ärzte herausgefunden haben, regelrecht immun gegen Leptin. Dadurch haben sie ungezügelten Appetit. In Kombination mit Sport aber erlangt das Hormon seine Fähigkeit wieder, das Körperfett zu bekämpfen!

3. Ghrelin:

Ghrelin wird im Volksmund "Hungerhormon" genannt. Es ist ein Hormon, das vom Magen freigesetzt wird und den Hunger verstärkt, den Stoffwechsel verlangsamen und das Fettverbrennungsvermögen des Körpers einschränken kann. Wenn der Ghrelin-Spiegel in deinem Körper sinkt, dann verlierst du auch den Heißhunger. Proteine und Ballaststoffe helfen,den Ghrelin-Haushalt zu regulieren.

4. Cortisol:

Cortisol ist als "Stresshormon" bekannt. Bei Stress wird in der Nebennierenrinde unter anderem Cortisol gebildet und ausgeschüttet. Es versetzt den Körper in Alarmbereitschaft und veranlasst die Fettzellen, schnell Energie für die Muskeln bereitzustellen. Gleichzeitig sorgt das Cortisol dafür, dass der Körper laufend seine Fettdepots wieder auffüllt. Cortisol führt aber nicht nur dazu, dass wir uns bei der Arbeit gehetzt fühlen, mehr essen und zunehmen – wer zu große Mengen davon im Körper hat, wird selbst in Ruhephasen von seiner Wirkung heimgesucht. Abschalten wird unmöglich. Eine neue Studie bringt jetzt Hoffnung für Menschen mit (zu) hohem Cortisol-Spiegel: Die tägliche Einnahme von Vitamin D soll Abhilfe schaffen!

5. Glucagon-Like Peptide-1 (GLP-1):

Sobald du Nährstoffe zu dir nimmst, wird von der Galle das Hormon Glucagon-Like Peptide-1 (GLP-1) aufgeschüttet. Es unterstützt deinen Körper dabei, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten und das Völlegefühl auszulösen, sobald du genug gegessen hast. Produziert dein Körper jedoch zu wenig von diesem Hormon, dann bist du nicht so schnell satt und isst zuviel. Förderlich für die Produktion von GLP-1 sind proteinreiche Nahrungsmittel wie Fisch, Joghurt und Milchprodukte.

6. Neuropeptide Y:

Der Gehirnbotenstoff NPY (Neuropeptid Y) ist der stärkste Appetitanreger. Mittlerweile haben Wissenschaftler herausgefunden, dass das Hormon nicht nur im Gehirn produziert wird, sondern auch im Fettgewebe des Bauchs. Je mehr gefährliches Bauchfett du ansetzt, desto mehr hormonellen Appetitanreger produzierst du also. Achtung: Während Fastenkuren steigt dein Neuropeptid-Ausstoß extrem an!

Thema: Diät