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Hormonelle Verhütungsmittel: Pro und Kontra

Kommt das Thema Verhütung auf, stellen Paare schnell fest, dass die Bandbreite der möglichen Verhütungsmethoden sehr groß ist. Die auf dem Markt erhältlichen Hormonpräparate sollen dabei nicht nur vor einer Schwangerschaft schützen, sondern auch verträglich sein. Die Vor- und Nachteile der hormonellen Verhütungsmethoden werden dazu nachstehend aufgelistet.


Hormonelle Verhütungsmittel: Pro und Kontra
© areeya_ann / shutterstock.com

Schwangerschaftsvorbeugende Präparate enthalten Hormone, welche künstlich hergestellt wurden. In ihrer Wirkungsweise sind diese mit den körpereigenen Hormonen wie den Östrogenen und Gestagenen ähnlich beziehungsweise annähernd identisch. Beide Hormone steuern den monatlichen Zyklus.

Das bekannteste und auch am häufigsten verwendete hormonelle Verhütungspräparat ist die Pille, welche häufig in Form einer Mikropille angeboten wird. Das bedeutet, dass die Östrogen-Gestagen-Kombination niedrig dosiert wurde. Die Anti-Baby-Pille wird in Tablettenform, also oral eingenommen und täuscht im Körper eine bereits bestehende Schwangerschaft vor. Handelt es sich um ein reines Gestagen-Präparat, so ist die Rede von der Minipille, die ebenfalls oral eingenommen wird.

Hinzu kommen weitere hormonelle Verhütungsmittel, welche in ihrer Darreichungsform abweichen. Dazu zählt der Vaginalring, das Verhütungsstäbchen, das Verhütungspflaster, die Hormonspirale und die Drei-Monats-Spritze, welche als Depot-Präparat ausgewiesen wird. Alle aufgezählten Verhütungsmittel werden bereits vor dem Geschlechtsverkehr angewendet, um die Befruchtung der Eizelle zu verhindern.

Kommt es jedoch zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr, ohne dass eine der genannten vorbeugenden Maßnahmen getroffen wurde, kann die Einnistung der Eizelle durch die "Pille danach" verhindert werden. Dabei handelt es sich jedoch nur um eine Notfallverhütung, weshalb das mit hoch dosiertem Gestagen versetzte Präparat nicht dauerhaft eingenommen werden sollte.

Die Vorteile auf einen Blick

Hormonelle Verhütungsmethoden überzeugen mit diversen Vorteilen, weshalb diese Form der Schwangerschaftsverhütung weit verbreitet ist. Dennoch sollte sich die Anwenderin darüber bewusst sein, dass es sich bei der Pille um ein Medikament handelt, welches auch unerwünschte Wirkungen mit sich bringen kann.

Aus diesem Grund sollte jede Frau gemeinsam mit ihrem behandelnden Arzt darüber sprechen, welches Präparat am besten geeignet ist. Zu den gewünschten Wirkungen zählt in erster Linie die Schwangerschaftsverhütung. Hormonelle Verhütungsmittel werden mit dem sogenannten Pearl-Index versehen, welcher Aufschluss über die Sicherheit der einzelnen Wirkungsweisen gibt.

Dieser Index gibt den Anteil sexuell aktiver Frauen an, welche trotz Einnahme eines bestimmten Präparates schwanger werden. (Dieser Anteil bezieht sich dabei auf die Dauer innerhalb eines Jahres).

Das bedeutet: Je niedriger der angegebene Wert, desto sicherer ist die jeweilige Verhütungsmethode. Für die gängigen Hormonpräparate wurden dabei folgende Werte angegeben:

  • Hormonimplantat: 0 - 0,08
  • Hormonspirale: 0,16
  • Vaginalring: 0,4 - 0,65
  • Depotspritze: 0,3 - 0,88
  • Antibabypille: 0,1 - 0,9
  • Verhütungspflaster: 0,72 - 0,9
  • Mini-Pille: 0,5 - 3

Hormone können aber auch weitere Vorteile haben. So treten beispielsweise einige Formen von Unterleibsentzündungen seltener auf. Ausgenommen ist hier jedoch die Eileiterentzündung, welche durch Chlamydien verursacht wurde. Die Einnahmen von gestagenbetonten Präparaten können auch das Risiko an Gebärmutterkrebs zu erkranken senken.

Das verminderte Risiko bezieht sich jedoch nicht auf den Gebärmutterhalskrebs. Und auch das Auftreten von zystischen Eierstock-Veränderungen reduziert sich durch die Einnahme von Hormonen. Des Weiteren treten einige Krebsformen seltener auf, sofern das Präparat über mehrere Jahre eingenommen wird. Auch das gesenkte Risiko von gutartigen Brusterkrankungen lässt sich auf die regelmäßige Einnahme von Hormonen zurückführen.

Welche Nachteile ergeben sich aus hormonellen Verhütungsmitteln?

Neben den Vorteilen, welche sich aus der Einnahme von Hormonen ergeben, bringen diese jedoch auch unerwünschte Wirkungen mit sich. Diese werden durch die Östrogene verursacht und erhöhen beispielsweise das Thromboserisiko, insbesondere bei Nikotinkonsum.

Auch potenzielle Wassereinlagerungen gehören zu den unerwünschten Nebenwirkungen, welche zu unangenehmen Spannungen in den Brüsten führen können. Die Einnahme von Hormonen kann zudem Bluthochdruck verursachen und die Milchproduktion während der Schwangerschaft negativ beeinflussen. Deshalb ist es ratsam in der Stillzeit auf die Einnahme von Östrogenen zu verzichten.

Einige Frauen klagen über Migräne-Anfälle während der Menstruation. Diese lassen sich eventuell auf den plötzlichen Östrogenabfall in dieser Phase zurückführen. Darüber hinaus besteht ein erhöhtes Risiko in Bezug auf Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs und Leberkrebs. Diese Risiken werden insgesamt aber als gering eingestuft.

Die genannten Nebenwirkungen beziehen sich jedoch nur auf östrogenbetonte Präparate. Gestagenpräparate liefern ebenfalls unerwünschte Begleiterscheinungen, wie zum Beispiel Blutungsstörungen. Bei einigen Frauen kommt es durch die Einnahme zu häufigeren Blutungen, bei anderen dagegen zu selteneren.

In der Regel werden die Blutungen aber nach regelmäßiger Einnahme schwächer und bleiben zum Teil sogar ganz aus. Weitere Nebenwirkungen definieren sich über:

  • Ödeme
  • Gewichtszunahme,
  • Kopfschmerzen,
  • Nervosität,
  • Schlaflosigkeit sowie Müdigkeit,
  • Akne,
  • Brustschmerzen und Spannungsgefühle,
  • Depressionen und Stimmungsschwankungen.

Aber auch der Kostenfaktor spielt eine Rolle, wenn es um das Abschätzen der Vor- und Nachteile geht.

Fazit

Hormonelle Verhütungsmittel haben sowohl ihre Vor-, als auch ihre Nachteile. Grundsätzlich sollte das Beratungsgespräch mit dem behandelnden Arzt an erster Stelle stehen. Gemeinsam findet dieser mit seiner Patientin die passende Lösung für eine sichere und angenehme Schwangerschaftsverhütung.