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Badezimmer ohne Tür: Warum nehmen uns Hotels im Urlaub den letzten Rest Privatsphäre?

Toiletten ohne richtige Tür, Milchglastüren anstatt ordentlicher Modelle aus Holz; Hotels wollen offensichtlich unsere Beziehungen – und unseren Schließmuskel auf die Probe stellen...

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Badezimmer ohne Tür: Warum nehmen uns Hotels im Urlaub den letzten Rest Privatsphäre?
© iStock

Das lang ersehnte Spa-Wochenende mit dem Liebsten naht, endlich weg von Alltag und Büro-Stress ... ihr kennt das. Alles könnte für vier, fünf Tage so schön einfach sein, gäbe es da nicht diesen recht eigenwilligen Trend, der in Hotels weltweit seit ein paar Jahren um sich greift: Es gibt keine richtigen Badezimmertüren und -wände mehr. Danke für nichts!

Anders gesagt: Der größte Luxus im Urlaubshotel besteht nicht mehr darin, schon beim Frühstück Champagner nach dem free-flow-Prinzip serviert zu bekommen und die Butter-Croissant-Flankerl nicht selbst aus dem 2x2-Meter-Bett zu entfernen; nein – in Jubelschreie verfällt man neuerdings erst, wenn es im Hotelzimmer ein Klo gibt, dass sich auch wirklich und ordentlich abschließen lässt.

Eh schön. Privatsphäre-mäßig aber eher schwierig

Aus Architektur-Sicht verstehen wir's schon. Glasscheiben und Halbwände machen sich im Prospekt durchaus gut. Alles wirkt offen, weit ... design-mäßig und schick eben. Und beim Zähneputzen mag es auch durchaus schön sein, wenn man freien Blick auf Meer / Berge / Sehenswürdigkeit / den Popsch der oder des Liebsten hat.

Halbdurchsichtiges Milchglas und dünne Schiebetüren haben es aber gleichzeitig an sich, äußerst privatsphäre-feindlich zu sein. Auf Reisen teilt man so nicht mehr länger nur das Bett, sondern auch alles andere ... und sorry, so groß kann die Liebe da gar nicht sein. Prüde? Vielleicht. Aber ist es wirklich zu viel verlangt, beim Stuhlgang nicht beobachtet werden zu wollen ... und auch niemand anderen beim großen Geschäft zusehen (und -hören) zu MÜSSEN?

Wir sagen NEIN, plädieren für vom Bett separierte Toiletten und abschließbare Badezimmer, die im besten auch noch schalldicht sind. Bis dahin suchen wir uns unsere Unterkunft künftig nicht mehr nach Spa-Größe, Gym-Ausstattung oder Brunch-Buffet aus, sondern fragen als erstes, ob wir im Hotel auch wirklich in Ruhe aufs Klo gehen können.

Und liebe HotelbesitzerInnen dieser Welt, wenn wir schon dabei sind ... es gäb da noch ein paar Dinge, die wir einfach nicht verstehen können:

  • Fenster, die sich nicht öffnen lassen
  • Klimaanlagen, die genau auf das Kopfteil des Bettes ausgerichtet sind
  • Nur ein Kopfpolster - wir sind Prinzessinnen auf der Erbse!
  • XXL-Doppeldecken - wir wollen unsere eigene, sorry
  • Schlechtes Licht im Badezimmer - die funky Deckenbeleuchtung bringt uns leider nichts!
  • ebenerdige Duschen - Hallo, Überschwemmung!
  • Steckdosen an seltsamen Orten - wir brauchen die Teile NEBEN DEM BETT!!!
  • Vorhänge, die nur Zierde sind und nicht verdunkeln

Also tut uns doch bitte einen Gefallen und bedenkt diese Dinge, bevor oder zumindest WÄHREND ihr ein neues Hotel plant. Es wäre uns alleb geholfen – besonders auch unseren Beziehungen! ;-)