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"How to fake news": Geschichten vom Patriarchat und anderen Verschwörungen

Hast du schon von der ganz großen und ganz gemeinen Frauen-Verschwörung gehört? Nein? Dann ist dieses Buch Pflichtlektüre.

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"How to fake news": Geschichten vom Patriarchat und anderen Verschwörungen
© iStock/Scott Griessel

Verschwörungstheorien und Fake-News - von Chemtrails und Aluhüten bis hin zum Weltuntergang haben Hochkonjunktur - kein Wunder, dass sich endlich auch das Wiener Satirekollektiv „HYDRA“ rund um seinen bekanntesten Vertreter, Maximilian Zirkowitsch (besser bekannt als „Bezirkowitsch“), dem Thema widmet. „Verschwört euch - How to fake news“ heißt das Buch, das alles Wissenswerte rund um die Machenschaften der Nachrichtenindustrie liefert - natürlich alles mit der nötigen Portion satirischer Kompetenz, die man von der Truppe, die zuletzt das grandiose Buch „How to be Österreich“ veröffentlicht hat, gewohnt ist.

Angefangen bei einer Check-List - natürlich jeweils eine für die politisch linken und rechten Leserinnen und Leser - mit der das Erkennen von Fake-News leicht gemacht wird. Linke sind etwa aufgefordert, „laufend an einem Dossier über finanzielle Abhängigkeiten der konsumierten Medien zu arbeiten“ oder für die Überprüfung unbekannter Websites ein Internet-Café aufzusuchen, dort nur in Bitcoins zu zahlen und das bitte alles nur über einen TOR-Browser (und wer jetzt kein Wort versteht, möge laut AutorInnen bitte seine Enkel fragen). Ergänzt wird die To-Do-Liste um weitere Anregungen, die bis zum Journalismusstudium und grundsätzlichen Debatten darüber, ob es Wahrheit und Objektivität überhaupt geben kann, reichen.

Die ganz große und gemeine Frauenverschwörung

Die Liste für Rechte ist ein bisschen kürzer, deshalb werden die Fragen im Originalwortlaut wiedergegeben: „Kamen im Beitrag Universitätsangestellte, oder bekannte Intellektuelle zu Wort? Ist irgendwo die Buchstaben-Kombination ORF zu sehen? Und: Verspüren sich nach Lesen der Schlagzeile einen gerechten Zorn?" Dann handelt es sich laut „HYDRA“ ganz eindeutig um Fake News! Unter dem Begriff „Fake News“ wird im Buch aber auch ein sehr alte Geschichte neu aufgerollt - die „G’schicht vom Patriarchat“ nämlich. Sehr unterhaltsam wird im Dialekt erklärt, warum Frauen „liab sei und lochn miaßn“ und „schlechtare Jobs hom und weniger vadienen.“ Und das alles nur, weil wir alle einem megamäßigen Marketing-Gag aufgesessen sind - der „G’schicht vom Patriarchat.“ „Owa hiaz samma gscheita“, resümiert Autorin Clara Gallistl. Das ist übrigens nicht der einzige Beitrag zum Thema - auch die „ganz große, ganz gemeine Frauenverschwörung“ ist absolut lesenswert.

Buchpräsentation am 7. Juni in Wien


Wer nun auf den Geschmack von Fake News gekommen ist, kann das im Milena Verlag erschienene, 181 Seiten starke Buch um 19,90 Euro hier kaufen. Die offizielle Buchpräsentation ist am Donnerstag, den 7. Juni um 19.30 im phil (Gumpendorferstraße, 10, 1060 Wien). Das Satirekombinat "HYDRA" unterhält seit 2007 mit Stadtspaziergängen und Büchern - vom satirischen Lebensratgeber bis hin zur Werte-Fibel "How to be Österreich". Mehr unter www.hydrazine.at

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