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Hugh Grant: "Babys kann ich jedem empfehlen!"

Als Schauspieler macht sich Hugh Grant, 56, in den letzten Jahren gern rar, den Part neben der großen Meryl Streep in "Florence Foster Jenkins" konnte er nicht ablehnen. Sonst ist er mit der Rolle als Neo-Papi von vier Kindern in vier Jahren - mit zwei verschiedenen Frauen - mehr als ausgefüllt.

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Hugh Grant
© Getty Images

Da kenne sich einer aus: Seit fünf Jahren kämpft Hugh Grant darum, die Einmischung der Presse in sein und anderer Leute Leben zu verbieten. Und dann beginnt er ganz ungefragt davon zu schwärmen, wie gut ihm sein neues Vaterdasein gefällt.

Denn eigentlich geht's bei unserem Interview mit dem britischen Frauenschwarm um seinen neuen Film, dem ersten seit Langem: In "Florence Foster Jenkins" gibt er den liebenden, wenn auch untreuen Ehemann der schlechtesten Sängerin aller Zeiten, die unbedingt als Operndiva Karriere machen will.

2011 hatte Hugh Grant verkündet, dass er als Schauspieler in Rente gehe. Stattdessen begann er gemeinsam mit weiteren Promis den Kampf gegen die Lauschangriffe der britischen Skandalpresse: Sein Telefon war verwanzt worden, seine Haustüre für eine besonders "authentische" Homestory eingetreten.

Bis heute engagiert er sich mit der Kampagne "Hacked Off" für die gesetzliche Verankerung des Persönlichkeitsschutzes. Was weiter nicht wundert, sieht man sich Grants Privatleben der letzten vier Jahre an: In dieser kurzen Zeit nämlich brachte es der ehemalige Kinderverweigerer auf vierfachen Nachwuchs, mit zwei Frauen, die sich beim Kinderkriegen abwechselten.

Tiglan Hong, 35, schenkte ihm im September 2011 Tochter Tabitha. Obwohl er die Chinesin als "flüchtige Beziehung" bezeichnete, kam im Dezember 2012 Sohn Felix nach. Schon drei Monate davor allerdings gebar die schwedische TV-Produzentin Anna Eberstein, 37, John Grant - und im Dezember 2015 zog sie mit einem Töchterchen gleichauf.

An eine Frau binden will sich Grant allerdings nach wie vor nicht - auch wenn er dafür sorgte, dass beide Mütter, die immer voneinander wussten und offensichtlich mit dem Agreement einverstanden sind, schöne Häuser in Gehnähe seines eigenen bezogen. Aber für die Kids tut er angeblich alles, wie er im Interview betont.

»Hier stehe ich, eines Besseren belehrt.«

WOMAN: Seit fünf Jahren engagieren Sie sich für "Hacked Off", Sie nahmen kaum noch Rollen an. Wieso gerade diese?
Hugh Grant: Regisseur Stephen Frears kommt als großer Unterstützer von Hacked Off oft zu unseren Partys und bringt mir öfter mal ein Angebot mit. Bis jetzt konnte ich mich erfolgreich drücken, aber diese Rolle war so lustig und süß -und Meryl Streep hat ja auch einen kleinen Part im Film! Wer bin ich, da Nein zu sagen?

WOMAN: Und wie war es nun mit der großen Meryl Streep?
Hugh Grant: Traum und Alptraum zugleich. Sie steht auf einer Stufe wie Da Vinci und Einstein! Ich kam mir vor wie ein Zweitligist, der gegen Lionel Messi antreten darf -alles, was man sich wünscht, und alles, was man fürchtet!

WOMAN: Florence Foster Jenkins war die schlechteste Sängerin der Welt, trotzdem hat ihr Publikum sie geliebt
Hugh Grant: Wir kennen das doch von "X-Factor" und anderen Wettbewerben: Leute, die für ihre Kunst brennen, aber völlig talentbefreit sind. Wir lieben sie für ihren Einsatz heiß -und sie kommen oft auch ganz schön weit.

WOMAN: Mit ihrem Mann führte Florence 35 Jahre lang eine ziemlich unkonventionelle Ehe. Er hatte eine eigene Wohnung, inklusive einer Freundin.
Hugh Grant: Ja, man darf aber nicht vergessen: Die gute alte Florence hatte Syphilis, das dämpft die Leidenschaft natürlich etwas.

WOMAN: Hat er sie also nur ausgenützt?
Hugh Grant: St. Clair Bayfield war ihr Toyboy-Ehemann, das stimmt schon. Ein arbeitsloser Schauspieler, ein armer Adeliger, verloren in der Welt. Bis er diese bezaubernde Frau traf, die zufällig auch noch Töpfe voll Geld hatte. Aber er war ehrlich völlig hingerissen von ihr und ihr sehr ergeben. Eine sehr tiefe Liebe erfüllte die beiden.

WOMAN: Hat dieser Film Ihre Leidenschaft fürs Spielen wieder entfacht?
Hugh Grant: Ich bin nicht sicher, ob ich diese Leidenschaft je hatte. Und heute schnappt sich Hacked Off einen großen Happen von meinem Tag. Mein Engagement sollte nur ein paar Wochen dauern, heute sind fünf Jahre daraus geworden, und der Kampf ist noch nicht gewonnen. Und die Babys. Ich kriege fortwährend Kinder.

WOMAN: Und wie geht's so als Vater?
Hugh Grant: Ich bin besser darin, als ich dachte! Tatsächlich genieße ich es ungeheuer. Ich habe jetzt einen neuen Lebensabschnitt begonnen, in dem ich - ja, ja, ich geb 's zu - glücklicher bin. Sie und Ihre Kollegen bemerken an mir vielleicht eine gewisse Nettigkeit, die früher nicht vorhanden war.

WOMAN: Ja, sehr sanft und nett!
Hugh Grant: (Lacht) Jahrelang hat man mich in die Mangel genommen: "Hugh, leg dir ein paar Kinder zu, das wird dein Leben ändern." Und ich sagte: "Oh, halt's Maul, lass mich in Ruhe mit so was. Ich bin total happy, wie alles ist." Und hier stehe ich, eines Besseren belehrt. Nie im Leben hätte ich gedacht, dass Babys mir solche Freude bereiten würden. Aber das tun sie. Babys kann ich jedem wärmstens empfehlen."

WOMAN: War es dann nicht schwer, bei der Arbeit am Set von ihnen getrennt zu sein?
Hugh Grant: Natürlich muss ich auf so eine Frage Ja sagen. Aber trotzdem war es auch schön, dass zur Abwechslung einmal nicht ich auf jemanden aufpassen musste, sondern jemand auf mich. Am Filmset ist 's herrlich, immer schaut irgendjemand darauf, dass du gegessen und geschlafen hast und das richtige Gewand bereitliegt.

WOMAN: Das klingt ja doch so, als ob Sie gern wieder Filme machen würden. Vielleicht würde Sie einmal etwas anderes als eine romantische Komödie reizen?
Hugh Grant: Bloß nicht! Ich stecke in dem Genre mehr oder weniger fest. Ich hab schon anderes probiert, und es war jedes Mal ein Desaster!

WOMAN: Trotzdem wirken Sie vor der Kamera extrem cool. Wie machen Sie das?
Hugh Grant: Ich hab meine Gefühle und meine Nerven heute besser im Griff. Und ich hab mehr Tricks auf Lager als früher. Morgensport etwa oder ein strammer Marsch. Musik beruhigt mich meistens. Oder einfach nur die Kopf hörer aufsetzen und die Welt draußen abblocken, ohne Musik. Ich werfe auch viel zu oft diese Kräuterpillen ein, aber sie helfen, Placeboeffekt hin oder her. Als Schauspieler wünscht man sich vor allem eines: vor der Kamera ruhig zu wirken, was schwerer ist, als man glaubt. Wenn du relaxed wirkst, liebt die Kamera dich. Und das ist die halbe Miete.

Hugh Grant
Mit der schwedischen TV-Produzentin Anna Eberstein

Hugh & die Frauen: das bewegte Leben eines Bindungsmuffels

1987-2000: 13 Jahre war Grant mit Liz Hurley zusammen, ehe man sich in Freundschaft trennte, weil er keine Kinder wollte.
1991: Madonna bat den damals noch völlig unbekannten Schauspieler um ein Date. Er lehnte ab. 1995: Grant wurde nach Oralsex mit einer Prostituierten im Auto zu einer Geldstrafe verurteilt. 2004-2007: Nach drei Jahren scheiterte die Liebe zu Milliardärstochter Jemima Khan an seiner Bindungsphobie.
2011-2012: Die "flüchtige Beziehung" Tiglan Hong schenkte ihm Tochter Tabitha, 5, & Sohn Felix, 2012-Heute: Noch drei Monate vor Felix kam John, Grants Sohn mit Anna Eberstein, zur Welt. Im Dezember 2015 folgte eine Tochter, deren Namen geheim ist, nach.

Hugh Grant
Thema: Hollywood