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Dieser Hundezüchter bereut seine Kreation

Jennifer Aniston hat einen, Neil Young hat einen und auch Ex-Präsident Obama wollte einen haben: Labradoodles sind begehrte Designer-Hunde. Warum Züchter Wally Conron seine Kreation trotzdem bereut.

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labradoodle welpe hund
© istockphoto.com

Es gibt Mischlinge, Reinrasser und es gibt Designer-Hunde. Letztere Kategorie müsste man ja eigentlich zu den Mischlingen zählen, wären da nicht die cleveren Köpfe des Marketings. Ein Designer-Hund ist nämlich nichts anderes, als eine Mischzucht mit ausgewählten Hunderassen. Berühmte Arten sind etwa der Puggle (Mops und Beagle), Maltipoo (Malteser und Pudel) oder der Labradoodle (Labrador und Pudel). Und überall wo Designer draufsteht, kann man sicher sein, dass auch Promis ihre Hand im Spiel haben. Jennifer Aniston machte den Labradoodle so vor einiger Zeit zu einem Trend-Hund.

Und es ist sogar verständlich, warum diese Hunderasse so gut bei Hundebesitzern ankommt, schließlich war der Grundgedanke des Züchters Wally Conron ein sehr ehrenhafter. In den 1980er Jahren fragte eine blinde Frau aus Hawaii Conron, ob er ihr einen Hund erschaffen könnte, der auf der einen Seite als Blindenhund geeignet wäre und auf der anderen Seite keine Haare verlieren würde, da ihr Mann allergisch sei. Im Interview mit Psychology Today erzählte der Züchter, dass ihn die Aufgabe anfangs sehr gereizt hatte, so einen Hund zu kreieren.

Drei Jahre und viele Versuche später war er da: Der Labradoodle. Eine Mischung aus Labrador Retriever, die sich perfekt als Blindenhund eignen, und aus einem Pudel, der für sein oftmals hypoallergenes Fell bekannt ist. Die Kreation wurde publik gemacht und die Anfragen schossen nur so auf das Unternehmen ein. Waly Conron hätte ein reicher Mann werden können, doch lebt er mit seinen zwei Labrador Retrievern in einfachen Verhältnissen.

Denn Wally Conron bereut, dass er den Labradoodle überhaupt gezüchtet hat. Wegen der Mischzucht ist es fast unmöglich vorherzusagen, welche Eigenschaften die Labradoodle Welpen wirklich haben werden. Sprich: Von fünf Hundewelpen kann nur einer ein geigneter Blindenhund werden, oder nur drei haben ein hypoallergenes Fell. Conron und seine Firma prüften jeden einzelnen ihrer gezüchteten Hunde auf Krankheiten und ob ihre Fell sich für Allergiker eignen würde. Doch viele der Nachahmer machen dies nicht.

»Ich habe in meinem Leben nur 31 Labradoodles gezüchtet. Wenn ich mich ganz der Zucht verschrieben hätte, wäre mein Leben einfach.«

So werden rund um den Globus Hunde verkauft, von denen nur das Beste behauptet wird, was aber in den meisten Fällen weder überprüft noch garantiert werden kann. "Heute werde ich überall als Züchter der Labradoodles angegeben und Menschen fragen mich dann immer, ob ich nicht stolz auf mich bin. Ich sage dann 'Nein, auf keinen Fall!' Ich habe so viel Schaden angerichtet und Scharlatane reich gemacht.", sagte Conron in einem Interview. Er betonte, dass man sehr vorsichtig sein müsse, von wem man ein Tier kauft und wie es mit der Gesundheit der Eltern stand. "Ich habe in meinem Leben nur 31 Labradoodles gezüchtet. Wenn ich mich ganz der Zucht verschrieben hätte, wäre mein Leben einfach. Aber mein Gewissen hat das nicht zugelassen."

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Themen: Tiere, Report