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I am 1 in 10: Fotoprojekt auf Instagram soll über Endometriose aufklären!

Der Monat März ist nicht nur der Monat der Frau, sondern steht auch für Endometriose. Um über die Krankheit aufzuklären und Bewusstsein zu schaffen, haben die Gründerinnen der NGO „The Endo“ ein Fotoprojekt auf Instagram gestartet, um das Ausmaß „1 von 10 Frauen“ zu visualisieren.

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I am 1 in 10: Fotoprojekt auf Instagram soll über Endometriose aufklären!
© instagram.com/theendo.co

Endometriose betrifft eine von zehn Frauen weltweit. In den USA sind es knapp zehn Millionen Frauen, in Deutschland etwa drei Millionen und in Österreich rund 300.000 Frauen. Somit ist sie die häufigste „gutartige“ chronische Erkrankung bei Frauen im gebärfähigen Alter.

Die Ursache dafür, weshalb Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) sich selbstständig macht, in andere Organe wandert und dort Unheil in Form von schmerzvollen Zysten, Verklebungen und Entzündungen anrichtet, ist bis heute unbekannt. Der Grund? Keine Fördergelder für Forschung, denn Endometriose ist schließlich „gutartig“ und zudem auch noch ein „Frauenproblem“.

Frauen, die an Endometriose leiden, haben eine Vielzahl an Beschwerden. Dazu zählen chronische Schmerzen während und außerhalb der Menstruation im Unterleib, Rücken und Beinen, Blasen- und Verdauungsprobleme, Magenkrämpfe, Müdigkeit, Übelkeit, Durchfall uvm.. Heilung gibt es keine. Nur kleine Trostpflaster in Form von laparoskopischen Operationen, die, wenn gut gemacht, alle Endoherde entfernen und für eine gute Zeit Linderung bringen, bis sich neue Herde bilden.

Von den Symptomen bis zur Diagnose vergehen im Durchschnitt acht Jahre. Das liegt daran, dass Frauenprobleme und Schmerzen rund um den weiblichen Zyklus von Ärzten weitgehend als normal angesehen und Frauen somit mit ihren Problemen alleine gelassen werden.

Um gegen diesen Missstand anzukämpfen, hat es sich die NGO „The Endo“ zur Aufgabe gemacht über die Krankheit aufzuklären, Hilfeleistung zu bieten und Fördergelder für Forschung zu sammeln. Seit Jahren führen sie einen Blog und sämtliche Social Media-Kanäle auf denen Tipps zu finden sind und ein Austausch zwischen Gleichgesinnten stattfindet.

Doch jetzt starteten die Gründerinnen der NGO das Projekt #iam1in10 . Um das Ausmaß der Krankheit zu visualisieren und bewusster zu machen, riefen sie auf Social Media Frauen dazu auf sich vor einem weißen Hintergrund, mit schwarzem Shirt und einem Schild auf dem „I am 1 in 10“ ablichten zu lassen. Als nächstes sollten sie dieses Foto posten und zehn Leute markieren, die ebenfalls ein Bild hochladen sollten. Die markierten Personen können alle sein: Mama, Papa, Freund, Baby, Hund. Die Aufschrift auf dem Schild wird dann angepasst: „My daughter is 1 in 10“, „My girlfriend is 1 in 10“.

Die Einsendungen sind überwältigend. Sogar Ex-GNTM-Kandidatin, Model und Influencerin Anna Wilken , die sich auf ihrem Kanal sehr viel zu ihrer Krankheit äußert, hat ein Foto eingesendet.

Erstaunlich ist, dass auch Männer Schilder mit „I am 1 in 10“ halten. Das sind vor allem Transmänner, die nach einer geschlechtsangleichenden OP noch immer an Endometriose leiden. Dass die Krankheit mit der Entfernung der Gebärmutter „geheilt“ wird, ist ein Mythos und den beweisen uns vor allem Transmänner.

Auch ich bin eine von zehn und vielleicht wird auch mein Foto bald auf der Seite von The Endo zu sehen sein. Wir müssen aufklären und zeigen, dass wir viele sind. Wenn genug Frauen mitmachen, wird die Forschung vielleicht endlich mal realisieren, dass wir Fortschritte brauchen. Zumindest ein kleiner Fortschritt in Richtung Symptombekämpfung, statt kleine Trostpflaster, wäre ganz nett.