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"Die Ibiza Affäre" startet auf Sky: Und, wie korrupt sind Sie?

Am 21. Oktober kommt die neue Sky-Serie "Die Ibiza Affäre". Wir wollten vorab von den SchauspielerInnen wissen, womit man sie bestechen kann und ob die Welt eine bessere wäre, wenn sie in der Politik wären.

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"Die Ibiza Affäre" startet auf Sky: Und, wie korrupt sind Sie?
© © Sky Deutschland/W&B Television/epo film/Petro Domenigg

"Zu wahr, um erfunden zu sein", heißt es in der Beschreibung der neuen Sky-Serie "Die Ibiza Affäre". Der 17. Mai 2019 ist einer jener Tage, von dem alle noch genau wissen, was sie getan haben, als sie von einem der größten Skandale der Zweiten Republik erfahren haben. Die Süddeutsche Zeitung und der Spiegel veröffentlichten das heimlich aufgezeichnete Video eines mehrstündigen Treffens von Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus mit einer vermeintlichen russischen Oligarchen-Nichte auf Ibiza. Der Rest des Urlaubs ist Geschichte: Strache trat als Vizekanzler zurück, die ÖVP-FPÖ-Regierung wurde aufgelöst.

Rund um die neue Sky-Serie gibt es daher schon vor der Veröffentlichung einen großen Hype. Der Plot behandelt aber nicht nur die Stunden auf Ibiza, sondern auch die Zeit davor und danach: Wer waren die Drahtzieher? Was steckt hinter diesem korrupten Machtspiel? Wir wollten von drei der Hauptdarsteller:innen mehr dazu wissen ...

© Sky Deutschland/W&B Television/epo film/Petro Domenigg

Julian Looman

Der 36-jährige Mime mit österreichisch-niederländischen Wurzeln spielt den früheren Wiener Vizebürgermeister Johann Gudenus.

© Sky Deutschland/W&B Television/epo film/Petro Domenigg

WOMAN: Kann man Macht lernen?

LOOMAN: Macht ist ein Nebenprodukt, das durch eine gewisse Situation oder Position entsteht. Man kann nur lernen, gut und weise mit ihr umzugehen.

Wie viel Macht hätten Sie gerne?

LOOMAN: Mir würde es ja schon reichen, wenn die Macht, die ich über mich habe, auch gezielter zur Anwendung käme. Dann könnte ich einigen Lastern besser entgegenwirken.

Womit könnte man Sie bestechen?

LOOMAN: Mit gutem Essen. Immer. Da bin ich äußerst korrupt.

© Sky Deutschland/W&B Television/epo film/Petro Domenigg

In wessen Haut würden Sie gerne schlüpfen, wenn Sie aus Ihrer eigenen herauswollen?

LOOMAN: Als Schauspieler schlüpfe ich ständig in andere Charaktere. Ich freue mich dann aber auch wieder sehr, in meine eigene Haut zurückzukehren.

Welche Kollateralschäden nehmen Sie im Leben in Kauf, um es so leben zu können, wie Sie das wollen?

LOOMAN: Man kann sich nicht alle Menschen zu Freunden machen. Damit ist eh alles gesagt.

Cosima Lehninger

Die 31-Jährige stand für die Ibiza-Serie als Tajana Gudenus vor der Kamera.

© Sky Deutschland/W&B Television/epo film/Petro Domenigg

WOMAN: Kann man Macht lernen?

LEHNINGER: Spannender finde ich es, sich mit der positiven Macht auseinanderzusetzen. Die negative resultiert ja aus dem Verlangen sich selbst explizit über eines anderen Meinung, Anliegen oder Entscheidung zu stellen. Bei Bedarf gibt es wohl leider viele Negativbeispiele, die man sich da herholen könnte. Um die positive Macht zu lernen, würde ich sie als stetigen Prozess beschreiben, um seine Wünsche verbal und bildlich zu visualisieren, die Eigenverantwortung zu spüren und daraus dann entstehen zu lassen.

Wie viel Macht hätten Sie gerne?

LEHNINGER: Persönlich wäre ich gerne öfter Frau über meine Gedanken. Umweltpolitisch hätte ich gerne die Macht, radikaler vorzugehen.

© Sky Deutschland/W&B Television/epo film/Petro Domenigg

Womit könnte man Sie bestechen?

LEHNINGER: Mit im Ofen gebackenen Zwetschgenknödel nach dem Rezept meiner Oma.

Wäre die Welt eine bessere, wenn Sie in der Politik wären? Warum (nicht)?

LEHNINGER: Ich denke nicht, dass ich dafür prädestiniert wäre, ich würde wohl ständig emotional werden und mein Vorhaben würde mir entgleiten. Jedoch wunschdenkend würde ich in Punkto Umweltpolitik (Beispiel: Massentierhaltung, Preispolitik etc.) sowie zum Beispiel beim Thema Gender Gap einen radikaleren Weg einschlagen und für eine einwanderungsfreundliche und liberale Politik stehen.

Was wünschen Sie sich für unsere Gesellschaft?

LEHNINGER: Ich wünsche uns nach den letzten 50 Jahren leistungsorientierter Gesellschaft wieder mehr Raum, um andere Formen des Lebens und der Entwicklung anzuerkennen und sie zu respektieren. Zum Beispiel Kinder in ihrer Kreativität genial sein lassen, anstatt sie in Systeme zu zwängen, die sie stumm werden lassen. Ich glaube, da geht viel Potenzial an Kreativität und Glück verloren.

Deleila Piasko

Seit 2019 ist die 30-jährige Schweizerin Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters, in der Serie übernimmt sie die Rolle der Immobilienmaklerin.

© Sky Deutschland/W&B Television/epo film/Petro Domenigg

WOMAN: Kann man Macht lernen?

PIASKO: Ich weiß nicht, ob man "Macht lernen" kann. Natürlich verhelfen bestimmte Positionen oder eine autoritäre Aura zu Macht. Macht funktioniert aber nur durch den Zuspruch der anderen. Im Theater sagen wir: "Den König spielen die Anderen." Das heißt, die Autorität der MachthaberIn wird erst sichtbar, durch die Menschen, die sich ihr/ihm unterwarfen.

Wie viel Macht hätten Sie gerne?

PIASKO: 7 von 10 Punkten. Ich habe großen Respekt vor Macht. Die Macht über mich selber und über meine Entscheidungen würden mir schon reichen.

Womit könnte man Sie bestechen?

PIASKO: Mit guter Schokolade! (lacht) Schlussendlich mit überzeugenden Argumenten.

Wozu hat Sie die Gier schon getrieben?

PIASKO: Gier ist ein egozentrisches Gefühl, dass leider in uns allen steckt. Umso wichtiger ist es für mich, mich immer wieder in Verzicht zu üben und mich nicht davon leiten zu lassen. Ich versuche, meinen Kompass nach anderen Kriterien auszurichten.

© Sky Deutschland/W&B Television/epo film/Petro Domenigg

Was ist Ihnen wichtiger: Besitz, Anerkennung oder Berühmtheit?

PIASKO: Anerkennung zu bekommen, ist ein unglaubliches Gut und für mich der größte "Besitz", den ich mir vorstellen kann.

Wäre die Welt eine bessere, wenn Sie in der Politik wären? Warum (nicht)?

PIASKO: Nein wäre sie nicht, sonst wäre ich in der Politik, wenn ich überzeugt davon wäre. Bis dahin versuche ich, durch mein künstlerisches Schaffen die Welt zu verbessern bzw. das Bewusstsein für die Problematiken in unserer Welt zu schärfen.

Welche Kollateralschäden nehmen Sie im Leben in Kauf, um es so leben zu können, wie Sie das wollen?

PIASKO: Leider immer noch zu viele. Stichwort Abfall.

Was wünschen Sie sich für unsere Gesellschaft?

PIASKO: Die Gabe des Zuhörens, der Reflexion und nicht zuletzt die Fähigkeit zu differenzieren.

Und für sich selbst?

PIASKO: Das wünsch ich mir auch selbst.

Thema: Kino & TV