Ressort
Du befindest dich hier:

Ich liebe dich wahnsinnig!

Stalking. Verfolgt Tag und Nacht – die tatsächliche Belastung dieses Terrors erleben nur die Opfer selbst. Deshalb kommt es trotz des neuen Antistalkinggesetzes zu wenigen Verurteilungen. WOMAN sprach mit Betroffenen.


Ich liebe dich wahnsinnig!
© Peralta

E s war eine gesellige Geburtstagsfeier daheim bei einer Freundin. Dort lernte Marie M.*, heute 28, den gut aussehenden Markus*, 32, kennen. Man fand einander sympathisch, anziehend, verabredete sich ein paar Mal, eine lockere Beziehung begann. „Irgendwie habe ich bald gemerkt, dass etwas mit ihm nicht stimmte“, so M., „er war von Beginn an sehr besitzergreifend und eifersüchtig.“ Ein einschneidendes Erlebnis veranlasste sie dazu, die Beziehung zu beenden: „Als wir miteinander schliefen sagte er mir, er würde mir jetzt ein Kind machen, damit ich nicht mehr fortgehen kann. Das war zu viel.“

Mit dem Ende der Beziehung fing der Horror an – vorerst
vergleichsweise harmlos: „Fast jeden Tag fand ich einen Strauß Rosen vor meiner Türe oder Geschenke wie Parfums oder Unterwäsche“, so M. Als sie ihm klipp und klar sagte, dass sie keine Beziehung mehr mit ihm wolle, wurde es noch schlimmer: Markus rief noch öfter an als zuvor, terrorisierte sie mit diffamierenden SMS, ließ ihr zehn Pizzas auf einmal vom Zustellservice liefern, forderte sie zwischendurch immer wieder auf aggressive Weise zum Sex auf, drohte, sich umzubringen und ihr Leben komplett zu ruinieren. „Ich beobachte dich“, „Wir werden uns immer lieben“ oder „Ich sorge dafür, dass du deinen Job verlierst“ waren nur einige der unzähligen Botschaften, mit denen Markus seine Exfreundin über Monate hinweg psychisch zu zerstören begann. Aber damit nicht genug: „Er lauerte mir nachts regelmäßig vor der Wohnungstüre auf, passte mich nach der Arbeit ab, drückte mich an die Wand und überhäufte mich dabei abwechselnd mit Liebesschwüren und desaströsen, sexistischen Beschimpfungen. Er spürte meine Freunde in Lokalen auf, brachte Gerüchte über mich in Umlauf und bombardierte mich tagelang mit bis zu 100 SMS pro Tag.“ Telefonnummer und E-Mail-Adresse zu ändern brachte nichts: „Er fand sie immer wieder heraus, hatte sein ganzes Leben dem Terror gegen mich verschrieben. Ich war komplett am Ende, hatte Schweißausbrüche in der Nacht und kam morgens nicht mehr aus dem Bett. Ich fühlte mich so hilflos.“ Bei der Polizei stieß M. auf ziemliches Desinteresse. „Sie sagten bloß, ich solle doch nicht so ein Früchtchen sein ...“

Die ganze Story lesen Sie im neuen WOMAN

Thema: Liebe