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Ich hatte drei Jahre keinen Sex. Nun gibt es da einen Mann ...

Du hast eine dringende Frage zu deiner Partnerschaft? Unser Experte berät dich realistisch, aus männlicher Sicht und mit viel Herz.


Ich hatte drei Jahre keinen Sex. Nun gibt es da einen Mann ...
© istockphoto.com

"Ich habe vor drei Wochen einen neuen Mann kennengelernt, nachdem ich nun fast drei Jahre Singlefrau war. Dieser Mann ist wirklich toll, er sieht gut aus, hat einen Job, ist nett, wenn wir etwas unternehmen. Wir hatten auch schon näheren intimen Kontakt, haben aber noch nicht miteinander geschlafen. Nun wird es aber vielleicht in nächster Zeit dazu kommen. Da ich seit drei Jahren keinen Sex mehr hatte, fürchte ich mich richtig davor. Ich will nichts falsch machen. Kann ich ihm meine Ängste mitteilen oder denkt er sich dann, ich wäre langweilig? Auch wenn er vielleicht verständnisvoll ist, könnte es ja sein, dass ihn meine Unsicherheit vertreibt."

Dr. Schmitz: Du kannst dich drauf einlassen, dass dein Freund die Regie übernimmt und dir zeigt, was er sich wünscht. Du entscheidest, wie du dich darauf einlässt. Und du kannst ihm zeigen, was du gerne von ihm hättest. Wenn es durch Zeichen, Gesten, Blicke, Körpersprache nicht gut genug gelingt, kannst du sagen, was du möchtest, und ihn fragen, wie er sich mit dir fühlt. Unsicherheit ist nichts Schlimmes. Und es ist nicht langweilig oder unromantisch, über sexuelle Bedürfnisse miteinander zu reden. Das geht auch beim Sex. Paare können sich nur verstehen, indem sie sich verständigen.

Außerdem: Guter Sex ist immer etwas Gemeinsames und immer auch etwas Egoistisches. Das klingt zunächst vielleicht etwas paradox. Aber es ist so: Es soll beiden Freude machen und für beide erregend sein. Das heißt: Du sollst spüren, was dein Freund mag, was ihn anturnt oder abturnt. Aber du solltest dich nicht nur an ihm orientieren und dann gar nicht mehr darauf achten, was du möchtest, was dich erregt, was dich befriedigt. Guter Beziehungs-Sex entsteht stets in einem Spannungsverhältnis. Dafür gibt es kein fertiges Drehbuch. Es kommt immer darauf an, was beide aneinander begehren und miteinander wollen. Es gibt kein "richtig" und kein "falsch". Es gibt nur "passt" oder "passt nicht". Ein bisschen Angst ist beim Sex übrigens gar nicht mal schädlich. Sie treibt das Adrenalin an, erhöht Empfindsamkeit, die Aufregung – und die Erregung. Wenn ihr euch beide mögt, kann nichts schiefgehen. Du musst es nur tun. Mit der Zeit kannst du immer besser verstehen und dann mehr Lust und Erregung empfinden.

Du hast eine Frage an Dr. Michael Schmitz (schmitz.at)? Dann schicke dein Anliegen per Mail an fragensiedoch <AT> woman.at.

Thema: Sex & Erotik