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"Ich mag keine Kinder"

Muss man Kinder mögen? Muss man automatisch in Verzücken geraten, wenn man in einen Kinderwagen blickt? Oder dürfen einem Babys sogar egal sein?

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Nervige Kinder
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ZDF-Neo-Moderatorin Sarah Kuttner hätte sich für ihr neues TV-Format "Kuttner plus zwei" wohl keinen besseren Start wünschen können. Denn dank einer bestimmten Aussage von Kuttner, ist die wöchentliche Talkshow bereits in aller Munde:
„Ganz ehrlich: Ich finde Kinder einfach doof. Alle meine Freundinnen kriegen gerade Kinder. Die halten sie mir so hin in der Hoffnung, dass bei mir endlich der Schalter umgelegt wird. Dann mache ich fünf Minuten Tante-Sarah-Kram und gebe das Kind wieder ab. Mich berühren Kinder nicht. Dann sollte ich wohl auch keines machen, oder?"

Ein Aufschrei ging durch die sozialen Netzwerke und die Moderatorin musste einiges an Beschimpfungen über sich ergehen lassen. Dabei ist dies eine Äußerung, die immer häufiger zu hören ist. Vielleicht nicht unbedingt vor laufender Kamera oder vor frischgebackenen Eltern, aber eine, die nicht wegzuleugnen ist.

Ich selbst habe keine Kinder. Und möchte auch keine. Ich höre keine biologische Uhr ticken, bin noch nie beim Anblick von Fotos oder Echtzeit-Babys in Rührung oder Entzücken versetzt worden und verspüre keinerlei Bedürfnis weiteres Leben dieser Welt auszusetzen.

Wahrscheinlich ist mir noch nie der Satz "Ich mag keine Kinder" über die Lippen gekommen. Aber wohl "Ich kann nichts mit Kindern anfangen". Die meisten Kinder, die ich näher kenne, mag ich. Aber es gibt einfach ebenso Exemplare, wo dies definitiv nicht zutrifft. Wie eben auch bei Erwachsenen.
Pauschalisierungen, wie "Ich mag alle Kinder", kann ich also genau so wenig etwas abgewinnen. Verstärkt wird dies von der Erwartungshaltung der Gesellschaft, Kinder an sich für großartig befinden zu müssen. Dabei finde ich aber nun einmal einen Menschen an sich nicht großartig, außer dieser ist beispielsweise liebenswürdig, hilfsbereit oder respektvoll. Punkte, die in mancher Erziehung aber scheins nicht wirklich viel Platz finden und daher immer mehr Kinder existieren, die einen darin bestärken, dass Kinder an sich nervig sind.

Mit meinem klaren Wunsch, keine Kinder haben zu wollen, stoße ich oftmals auf Unverständnis. Ich kann jedoch nachvollziehen, dass für viele Eltern ihr Nachwuchs das größte Glück ist. Aber ich würde mich freuen, wenn diese gleichsam akzeptieren, dass es dies für mich einfach nicht ist.

Was sagst du? Findest du Sarah Kuttners direkte Aussage gut? Hast du Ähnliches auch schon gedacht oder gesagt? Muss man Kinder mögen? Warum? Oder warum nicht?

Nerviges Kind
Thema: Kinder