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Ihr Ehemann gibt uns berührende Einblicke:
Die ganz private Seite der Eva Glawischnig

Seit 1. Februar 2010 moderiert Volker Piesczek den neuen Quotenbringer „ATV Life“. Was ihn freut, weil er nun freie Wochenenden hat und somit mehr Zeit für seine Söhne und Ehefrau Eva Glawischnig. WOMAN traf den charmanten Anchorman zum Interview.


Ihr Ehemann gibt uns berührende Einblicke:
Die ganz private Seite der Eva Glawischnig
© Roland Ferrigato

Seit Dominic Heinzl, das bisherige Aushängeschild von ATV, für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk arbeitet, gilt er als das neue, starke Zugpferd des Privatsenders: Volker Piesczek, 40, Ex-Fußballer, Journalist, Ehemann von Grünen-Chefin Eva Glawischnig, Vater ihrer zwei Söhne Benjamin, 3, und Sebastian, 5 Monate – und Anchorman des neuen, täglichen Infotainment-Formats „ATV Life“ (19.45 Uhr). In der 30-Minuten-Sendung wird es zwar Geschichten aus der Society-Szene geben, doch der Fokus liegt auf Reporten und Servicebeiträgen. „Etwa wie man sich vor Einbrechern schützt“, erklärt der Niederösterreicher. Und weist Gerüchte zurück, dass er und Heinzl jetzt Konkurrenten werden. „Unsere Jobs lassen sich nicht vergleichen. Society-Journalismus wäre nichts für mich!“ Dafür gewährt uns Piesczek – sonst sparsam mit privaten Details – Einblicke in seinen Alltag zwischen Politik und Pampers.

WOMAN: Es gibt keine Bilder von Ihren beiden Söhnen. Dabei sollen sie so putzig sein! Warum verstecken Sie sie?

Piesczek: Benjamin und Sebastian sind tatsächlich zum Anbeißen (zückt Bilder aus seinem Portemonnaie) . Hier, sehen Sie! Der Kleine ist brünett und hat Evas Augen, unser Großer ist blond und hat meine Augen. Mit seinen kinnlangen Haaren sieht Benjamin echt cool aus (lacht) . Er will sie sich partout nicht schneiden lassen... Wir halten die beiden bewusst aus der Öffentlichkeit heraus, denn ich will sie schützen. Außerdem wurde in einem Wahlkampf Eva mal vorgeworfen, sie mache PR mit unserem Baby. Sie wurde als Rabenmutter dargestellt, die nach drei Monaten wieder arbeiten geht. Keiner weiß, dass sie Benjamin 14 Monate gestillt hat. Auch Sebastian bekommt noch Muttermilch. Eva ist eine wunderbare Mutter! Wahnsinn, wie sie das alles managt.

WOMAN: Nanny haben Sie keine. Dafür unterstützen Sie Ihre Eltern – beide in Pension.

Piesczek: Ja. Sonst könnten wir niemals berufstätig sein und Familie haben. Und wenn Eva Konferenzen hat oder am Wochenende beschäftigt ist, bin ich mit Wickeln, Füttern, Spielen an der Reihe. Dann bin ich mit Benjamin oft in der Natur – er klettert für sein Leben gern. Am liebsten auf mir herum (schmunzelt). Es macht mich glücklich, ihm zuzusehen, wenn er bastelt, Bilderbücher studiert oder mit seinen Flugzeugen spielt.

WOMAN: Klingt, als würden Sie voll in Ihrer Paparolle aufgehen.

Piesczek: Ja, ich wollte immer ein aktiver Vater sein! Habe in den ersten zwei Jahren mit meinem Sohn sicher mehr Zeit verbracht als mein Vater mit mir in 17 Jahren. Er war damals beruflich viel im Ausland unterwegs. Kürzlich war ich mit unserem Kameramann Giorgio auf Dreh in L. A. In dieser Stadt hat man genug Möglichkeiten, die Sau rauszulassen, doch wir saßen nur im Hotel und haben gejammert, wie sehr wir unsere Kinder vermissen...

WOMAN: Ist Ihre Familienplanung abgeschlossen, oder wollen Sie so lange Babys basteln, bis es eine Tochter gibt?

Piesczek (lacht) : Wenn Sie mir die Garantie dafür geben, dass es ein Mädchen wird, sofort! Eine Tochter wäre wirklich fein. Auch wenn unsere Kinder sehr entspannt sind: Man sollte nie vergessen, dass zwei Kinder doppelte Arbeit bedeuten. Es muss alles genau geplant sein. Spontaneität gibt es bei uns zuhause nicht.

WOMAN: Und Zeit für Zweisamkeit?

Piesczek: Ein bisschen. Die Zeit nehmen wir uns schon.

WOMAN: Wie machen Sie das?

Piesczek: Früher, als wir kinderlos waren, sind wir gerne in die Oper gegangen. Oder nett essen. Jetzt schauen wir Opern abends auf DVD, und ich koche... Die Küche ist nämlich mein Revier (lacht) ! Eva kann zwar kochen, aber für die Hauptspeisen bin meist ich zuständig. Sie macht das Dessert. Eva ist unglaublich belastbar. Und das imponiert mir an ihr. Denn so muss auch ich mich mehr anstrengen, um Schritt halten zu können. Eva entspannt nämlich am liebsten beim Aufräumen. Selbst wenn wir anderen schon tief und fest schlafen!

WOMAN: Wobei entspannen Sie?

Piesczek: Beim Golfen...

WOMAN: Sie wissen schon, was man über Golf spielende Männer sagt?

Piesczek: Ja, dass sie keinen Sex mehr haben. Aber Tiger Woods (amerikanischer Profigolfer, der mit seinen Affären Schlagzeilen macht, Anm.) beweist gerade das Gegenteil (lacht) . Entspannend ist auch, wenn Eva und ich musizieren. Sie spielt Klavier, ich singe. Doch dafür müssen wir uns bewusst Zeit freischaufeln. Denn als Politikerin muss sie 24 Stunden abrufbereit sein. Trotzdem geht sie mit Stress super um.

WOMAN: Ein Beispiel bitte!

Piesczek: Sie hört einem immer ganz genau zu. Selbst wenn sie unser Kind stillt und nebenbei an einem neuen Parteiprogramm feilt. Und sie merkt sich alles!!! Sogar meine Termine...

WOMAN: Auch Ihre Fehler?

Piesczek: Ich wüsste nicht, dass ich welche hätte (lacht) . Obwohl: Ich bin schon manchmal ziemlich schlampig.

WOMAN: Würden Sie einen Seitensprung gestehen?

Piesczek: Das bespreche ich mit meiner Frau.

WOMAN: ...und einen verzeihen?

Piesczek: Das ist zwischen uns zwei geklärt und nichts für die Öffentlichkeit.

WOMAN: Was macht Ihnen bei Eva Angst?

Piesczek: Dass sie sich auspowert. Da ziehe ich die Notbremse. Wir nehmen uns Urlaub, gehen in die Therme...

WOMAN: Was für eine Partei haben Sie eigentlich vor Ihrer Heirat mit Eva Glawischnig gewählt – und was wählen Sie jetzt?

Piesczek: Ich habe schon Grün gewählt, bevor ich Eva kennen lernte. Die Grünen sind die Einzigen, die keine Spendengelder annehmen oder von der Industriellenvereinigung gefördert werden. Sie sind wirklich unabhängig. Ursprünglich komme ich aber aus einer ÖVP-Familie, habe unter Vranitzky aber auch SPÖ gewählt. Und meine Großmutter war das uneheliche Kind vom Cousin von Dollfuß, dem Kanzler in der Zwischenkriegszeit.

WOMAN: Würde Sie die Politik reizen?

Piesczek: Nein. Aber ich bin politikinteressiert. Mich ärgern nur Klischees über die Grünen. Etwa, dass wir keinen Spaß haben und mit Herrgottspatschen herumlaufen.

WOMAN: Aber Sie trennen Müll und verzichten der Umwelt zuliebe auf ein Auto!

Piesczek: Wir haben ein CO2-freundliches Auto. Das benutzen wir aber nur, wenn wir Benjamin in den Kindergarten fahren und wieder einmal zu spät dran sind.

Interview: Marlene Altenhofer, Petra Klikovits