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Warum Ikea Beziehungen zerrüttet

Du willst wissen, ob deine Beziehung stabil ist? Dann fahr' mit deinem Liebsten zu IKEA. Neue Studien haben ergeben: Das schwedische Möbelhaus stellt die Liebe auf eine harte Probe.

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Warum Ikea Beziehungen zerrüttet

Wollen wir den Pax wirklich - oder doch besser vorher Köttbullar?

© Getty Images

"Schatz, lass uns zu IKEA fahren!" ... Achtung, dieser Satz birgt Dynamit. Wenn dir deine Beziehung etwas wert ist, dann solltest du jetzt den Kopf einziehen, dich in Zen-Buddhismus üben oder die Beine in die Hand nehmen. Denn Psychologen sagen: Ein Besuch beim schwedischen Möbelhaus wird zum absoluten Härtetest für die Beziehung.

Experten von The Atlantic haben drei Situationen gefunden, die für eine Liebesbeziehung brenzlig werden können:


1. der IKEA-Besuch an sich
2. der Machtkampf vor dem Möbel-Zusammenbauen
3. der eigentliche Aufbau der Einrichtungsgegenstände

In unserer Fantasie sieht es ja so aus: Wir schippern mit unserem Honeybunny zum Möbelhaus, schlendern händchenhaltend durch die Gänge, laden ein paar Duftkerzen und Tisch-Sets (kann man jemals genug Tisch-Sets haben?) in die blaue Riesen-Tasche, planen im Geiste bereits das Kinderzimmer und holen dann noch das neue Regal für die DVD-Sammlung ab. Den Abschluss machen Köttbullar und Himbeertorte. Herrlicher Päärchen-Tag das alles ... Zumindest in unserer Fantasie.

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Denn die erste Gefahr für die Beziehung lauert laut der Psychologin Ramani Durvasula bereits in der Schlafzimmerabteilung. "Wir haben durch Befragungen herausgefunden, dass hier besonders oft Streit entsteht." Dieser beginne, so die Expertin, häufig mit einer Nebenbemerkung über das eigene Sexleben – und ende in böser Verbitterung beider Partner.

Ein ähnlicher Kriegsschauplatz für die Liebe sei die Küchenabteilung. Häusliche Verpflichtung und die Aufgabenteilung zwischen den Partners wird hier zum brandgefährlichen Thema. "Paare tendieren dazu, aus den kleinen Konflikten, die beim Einkauf auftreten können, eine psychologische Diagnose über die Beziehung stellen und leiten dann daraus ab, dass sie nicht füreinander geschaffen sind", so die britische Psychologin Maisie Chou Caffin.

Ist die Entscheidung über den Kauf eines Möbelstücks getroffen, ist das Konfliktpotential aber noch nicht umschifft. Ganz im Gegenteil, jetzt wird es besonders haarig.

Denn es folgt....: Der komplexe Aufbau des Möbelstück! Hier geht es um die Führungsrolle, darum, wer den Ton angibt, darum, wer den Plan hat. Muss der wirklich alle Schrauben zuerst häufchenweise auflegen? Warum baut er einfach drauflos, wenn es eine Anleitung gibt? Kann sie nicht mal einfach das Brett gerade halten???? Und wer zur Hölle soll diese Bau-Anleitung verstehen? Man nörgelt, man meckert. Man nervt sich an.

Ist das nur aus unserem Leben gegriffen? Mitnichten. Ein Experiment wies nach, dass Paare, die gemeinsam komplexe Aufgaben meistern sollen (und nicht weniger ist eine IKEA-Anleitung bitte sehr), schnell frustriert sind und ihren Frust auf den Partner projizieren.

Für die Untersuchung teilten die Forscher der Universität Monmouth und des Ursinus College 60 Paare in zwei Gruppen. Die eine Probanden-Gruppe sollte einfach einige Zahlen in aufsteigender Reihenfolge notieren, während die andere mit komplexen Matheaufgaben beschäftigt wurde. Nach Abschluss der Aufgabe sollten beide Gruppen Komplimente für ihren Partner aufschreiben. Fazit: Der Gruppe mit der schwierigen Aufgabe fielen viel weniger nette Dinge ein als der Gruppe mit der leichten Aufgabe.

Weshalb an dieser Stelle ein Appell erfolgt: Liebes, wunderbares Möbelhaus! Gestalte deine Bauanleitungen doch einfach so simpel, dass die Liebe eine Chance hat!

Was kann man selbst tun?

Nicht zu IKEA zu fahren ist leider auch keine Lösung. Trotzdem kann man Streit und Diskussionen vermeiden. Das Schlagwort lautet "Ausnahmesituation" – denn in einer solchen befindet man sich hier. Wer sich dessen bewusst ist und auch, dass man geduldig und tolerant sein sollte, wird den IKEA-Besuch vermutlich gut überstehen.

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