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Ildikó von Kürthy: Mama cool

In Ildikó von Kürthys neuen Buch "Unter dem Herzen“ geht es um eindeutige Gefühle: die einer Mutter zu ihren Kindern. WOMAN bat sie zum Word Rap.


Ildikó von Kürthy: Mama cool

Ein Buch ist eine verdammt intime Angelegenheit“, schrieb Ildikó von Kürthy, 44, in einem ihrer zahlreichen Artikel für den "stern“. Ihre persönlichste Seite präsentiert die Bestsellerautorin und Kolumnistin in ihrem neuen Buch "Unter dem Herzen“ .

Darin behandelt sie das Thema Baby . Und beschreibt die Zeit der Schwangerschaften und das erste Jahr ihrer beiden Söhne Gabór, 6, und Leonhard, 2. "Es ist ein Best-of oder auch ein Worst Case, was in der Schwangerschaft, beim Stillen und im ersten Lebensjahr so alles passiert“, meint die Autorin, die mit viel Witz und Selbstironie das Komische im Normalen findet. Die ganze Geschichte beginnt damit, dass die ewige Optimistin schon gar nicht mehr mit Nachwuchs gerechnet hatte und sich gleich fünf Schwangerschaftstests besorgte, um ja sicher zu sein …

Mama-Sein kostet Nerven

"Wenn ich meinem Sohn seine Rassel vors Gesicht halte“, schreibt Kürthy in der 12. Lebenswoche, "folgt er ihr mit den Augen! Rechts, links, rechts, links, rechts, links. Ich erwäge, das Nobelpreiskomitee zu informieren.“

Sie grenzt sich allerdings von den perfekten Übermüttern ab, die sich in Fürsorge und Verantwortungsgefühl übertrumpfen wollen. Die "Frischlingsmutter“ ist sich des Privilegs bewusst, als Selbständige zuhause arbeiten zu können. Doch die Autorin, deren Bücher wie "Mondscheintarif“ und "Endlich“ in 25 Sprachen übersetzt wurden und die mehr als sechs Millionen Stück verkauft hat, setzt sich auch Ziele, wieder in den Beruf einzusteigen. Mit sechs Monaten wird abgestillt, ab einem Jahr wird wieder gearbeitet. "Ich langweile mich mit meinem kindischen Kind. So, jetzt ist es raus. Und ich bin mir ganz sicher: Mein Kind langweilt sich mit mir.“ Sich voll auf einen Text zu konzentrieren ist neben einem Baby, das Steckdosen erkundet, ziemlich mühsam. Wir baten Kürthy - deren Ehemann Sven Michaelsen in der Erziehung und im Haushalt übrigens zu mehr als 50 Prozent beteiligt ist - um ihren Kommentar zu folgenden Schlagworten …

Die Autorin im Word Rap

Das Tragen von Stützstrümpfen in der Schwangerschaft
Ein Segen, wenn man Wassereinlagerungen hat. Ich frage mich nur: Warum speichert mein Körper das Wasser von Claudia Schiffer gleich mit?

Netzunterhosen
Darüber möchte ich kein Wort verlieren. Sie werden zu Recht auch Wegwerfslips genannt

Stilleinlagen
Sinnvoll - solange sie da bleiben, wo sie hingehören und einem nicht in einem unbeachteten Moment den Hals hochkrabbeln.

Stillzeit
Eine wunderbare, symbiotische Zeit. Biologie und Emotion pur!

Milchpumpe
Siehe Netzunterhose. Keine Zuschauer erbeten!

Postnatale Depression
Die blieb mir zum Glück erspart. Aber ich weiß, wie schrecklich es ist, wenn man unglücklich ist, wenn man doch eigentlich glücklich sein müsste.

Elterlicher Sex im Babyhaushalt
Ist sehr schwer unterzubringen.

Zu dritt im Bett
Wunderbar - wenn es nicht um vier Uhr morgens ist und einer von den dreien ständig schreit.

Kinder nehmen Eltern die Coolness
Quatsch.

Das Zitat von Paul Watzlawick "In der Wahl der Eltern kann man nicht vorsichtig genug sein“ - richtig oder falsch?
Jedes Kind hat sein Schicksal. Eltern sind auch eines.

Kinderfrühförderung
Nicht übertreiben. Das pure Dasein ist für ein Kind aufregend und fördernd genug.

Engagierte Übermütter
Beängstigend. Lösen bei mir Schnappatmung und ein schlechtes Gewissen aus.

Panikattacken der Mütter.
Mit einem Kind bekommst du ganz ungeahnte Ängste frei Haus mit dazugeliefert.

Mutterverdummung oder der Wunsch der Mutter, in Karriere oder in ein intellektuelles Umfeld zurückzukehren.
Ich finde es sehr bedenklich, wenn sich Mütter auf Dauer komplett aus dem Berufsleben verabschieden. Wir sollten mit, nicht für Kinder leben.

Multitasking von Müttern
Mütter wollen zu viel, haben zu hohe Ansprüche an sich, machen sich selbst und gegenseitig das Leben schwer. Man muss zwei Dinge einsehen: Man kann nicht alles haben, und man kann nie perfekt sein.

Die Kommunikation mit Nicht-Eltern.
Zwei Welten begegnen sich. Da sind Toleranz und Feinfühligkeit gefragt.

Die Aussage "Kinder geben dem Leben erst Sinn“ - richtig oder falsch?
Das hieße im Umkehrschluss, dass das Leben Kinderloser sinnfrei ist. Quatsch.

Kinderscheiße.
Ist leider auch nur Scheiße. Der beste Tipp, den ich jemals bekam: Alte Kackeflecken gehen raus, wenn man sie der Sonne aussetzt. Es stimmt wirklich.

Das Buch: Ildikó von Kürthy, "Unter dem Herzen“, Wunderlich, € 15,40.

Redaktion: Andrea Braunsteiner

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