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Diese Österreicherin tanzt mit den Stars!

Sie tanzt in Musikvideos von Justin Bieber und steht auf der Bühne mit Beyoncé. Die 25-jährige Österreicherin Lilly Leithner gehört zu den beliebtesten Tänzerinnen in Los Angeles.

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Lilly Leithner - Tänzerin in Hollywood

Von Niederösterreich nach Hollywood!

© via instagram.com/itslillylil

Lilly Leithner wusste bereits als Kind, dass sie einmal in New York leben und arbeiten möchte. Um ihren Traum zu erreichen, hat sie Geld gespart und ihr Elternhaus in Ober-Piesting in Niederösterreich verlassen. Eine gute Entscheidung. Denn heute zählt sie zu den erfolgreichsten Tänzerinnen im Musikbiz. Künstler wie Chris Brown, Ciara oder Alicia Keys schätzen den einmaligen Look und die Professionalität der 25-Jährigen. Sie hat schon in Musikvideos von Justin Bieber mitgespielt (JUSTIN BIEBER!!!) und stand Mitten in New York mit Beyoncé auf der Bühne. "Am Höhepunkt meiner Karriere bin ich trotzdem noch nicht angekommen", erklärt Lilly im Talk mit WOMAN. Denn die Powerfrau mit raspelkurzen Haaren weiß: "Das Künstlerdasein ist kein Zuckerschlecken. Selbst wenn du heute zu den besten gehörst, kannst du morgen schon wieder ganz unten sein!" Mit uns hat sie über ihren "American Way of Life" gesprochen. Mit allen Höhen und Tiefen.

WOMAN: Du bist erst 25 und lebst in Los Angeles, um als Tänzerin zu arbeiten. Wie bist du eine so gute Tänzerin geworden?
Lilly: Ich bin überzeugt dass der größte Teil meines Trainings in meinen eigenen vier Wänden stattfand. Ich habe einen kleinen Raum im Keller meines Elternhauses in Ober-Piesting, mit einer einfachen Spiegelwand. Dort habe ich täglich stundenlang getanzt, trainiert und vor mich hingeträumt.

»Und plötzlich stand ich mit Chris Brown auf der Bühne - in einer Arena mit 25.000 Fans.«

WOMAN: Das heißt, du hast schon als Kind getanzt?
Lilly: Ja. Mit vier Jahren hab ich, wie auch all meine Freundinnen, in einer “Jazz-Tanz-Gruppe” im Nachbarort angefangen zu tanzen. Das machte ich bis ich 15 Jahre alt war. Intensives Training war das zwar nicht, es hat mir aber bestimmt die Augen für meine Liebe zum Tanzen geöffnet.

WOMAN: Welche Ausbildung hast du danach gemacht?
Lilly: Nach der Matura habe ich mich entschlossen meinem Traum eine Chance zu geben und begann in Wien im "BigsMile Place" meine erste professionelle Tanzausbildung. Während dieses Jahres zog es mich mit zwei Freundinnen nach New York, wo ich ein paar Wochen verbrachte. In der Mega-Metropole angekommen habe ich mich sofort in die Stadt verliebt. Als ich dann auch einen Einblick in die Tanzszene bekam, war es um mich geschehen und ich traf meine Entscheidung: Ich wusste, dass ich nach New York muss. Also beendet ich meine Ausbildung in Österreich frühzeitig, um Geld zu sparen. Ich habe ein paar Monate gejobbt und gespart und voilá schon war ich Anfang 2012 in New York City am Broadway Dance Center.

WOMAN: WOW, das klingt jetzt alles total easy... War es das denn?
Lilly: (lacht) Was sich jetzt so einfach anhört, war mit vielen Diskussionen mit meinen Eltern, viel Rechnerei und Planung verbunden. Als ich meiner Mama das erst Mal von meinem Vorhaben erzählte, dachte sie es sei ein Witz. Dank meines starken Willens, meiner Überzeugung, dass ich es schaffen würde und meinen Überredungskünsten, brachte ich letztendlich auch meine Eltern dazu, mich in meinem Vorhaben zu unterstützen. Dafür bin ich ihnen auch heute noch unendlich dankbar. Nur die wenigsten Eltern würden eine solche Idee ihres Kindes unterstützen.

WOMAN: Heute tanzt du für Superstars wie Alicia Keys und Chris Brown. Ist man da als Tänzerin am Höhepunkt der Karriere angekommen?
Lilly: Vor zwei Jahren hätte ich ja gesagt. Das hat sich mittlerweile aber geändert. Erfahrung lässt einen Dinge anders sehen. Für Stars wie Chris Brown zu tanzen war einer meiner großen Träume und die Tatsache, dass es Realität geworden ist, ist oft immer noch surreal für mich. “Höhepunkt” möchte ich es aber nicht nennen. In meinem Business ist man mal ganz oben und im nächsten Moment ohne Job. Meine Definition von “Höhepunkt meiner Karriere”, ist deshalb nicht ein spezieller Künstler/Job, sondern an einem Punkt anzugelangen, an dem ich stetig Arbeit habe die mir Spaß macht, mich tänzerisch und künstlerisch befriedigt und mich finanziell sorgenlos und unabhängig macht. Das ist etwas das im Tanzbusiness schwer zu erreichen ist, aber ich stecke meine Ziele gerne hoch (lacht)!

»Mit Stars muss man oft sehr feinfühlig umgehen und abschätzen können, wie man sich ihnen gegenüber verhält. «

WOMAN: Abgesehen von deinem tänzerischen Talent, was ist der Grund, warum du so oft engagiert wirst?
Lilly: Zum einen ist es wahrscheinlich mein Look und meine äußerliche Erscheinung. Da die meisten Tänzerinnen lange Haare tragen und eher einen cleanen (sauberen) Look haben, sticht man da als Europäerin mit rasiertem Kopf, Tattoos und Piercing aus der Masse heraus. Zum anderen meine Professionalität. Manchmal hat es nichts mit deinen Fähigkeiten und deinem Talent zu tun, sondern ob du professionell bist. Jeder möchte mit netten, freundlichen Menschen arbeiten und so ist das auch in meinem Business. Viele andere Tänzer/innen vergessen das oft leider und werden hochnäsig, arrogant oder zickig. Mit Stars muss man oft sehr feinfühlig umgehen und abschätzen können, wie man sich ihnen gegenüber verhält. Das gehört genauso zum Job!

WOMAN: Durch deinen Job lernst du bestimmt jede Menge Stars kennen. Wie sind die so drauf?
Lilly: So wie bei uns “Normalsterblichen”, gibt es auch bei den Stars ganz unterschiedliche Persönlichkeiten. Da kommt einem alles mögliche unter. Ganz normal, bodenständig, über Persönlichkeiten mit unheimlich toller Aura bis hin zu verrückten Partymenschen und abgehobenen Persönlichkeiten und zickiger Attitude.

WOMAN: Welche war die bisher aufregendste und tollste Show für dich?
Lilly: Da gibt es mehr als nur eine. Dazu zählt bestimmt die erste Show der “One Hell Of A Nite Tour” mit Chris Brown in Kansas City. Die Vorbereitungszeit war sehr stressig und vor allem die “Production Rehearsal” am Tag davor (bei der wir bis 6 Uhr morgens waren, um dann nach ein paar Stunden gleich wieder dorthin zurück zu kommen) war nervlich und körperlich sehr anstrengend. Als ich dann am Abend vor der ausverkauften Arena vor etwa 25.000 Fans mit Chris Brown, einer lebenden Legende, auf der Bühne stand, habe ich alles was davor war einfach vergessen. Dieses Gefühl ist schwer zu beschreiben.
Aber auch die Performance mit Nicki Minaj und Beyoncé zählt zu einer meiner liebsten Auftritte. Da New York mein Herz gehört, war es ein besonders tolles Gefühl mit zwei solch großen und unglaublichen Künstlerinnen im Barclay’s Center in Brooklyn gemeinsam auf der Bühne zu stehen.

WOMAN: Wie kann man sich so einen Alltag als Tänzerin vorstellen?
Lilly: Naja, da gibt es verschiedene Szenarien:
1. Mein Alltag wenn ich für einen Job gebucht bin
2. Ein “Busy Day” mit Auditions und Castings
3. Mein Alltag in einer “Slow Season” - wenn also berufstechnisch nichts zu tun ist!
Ein Tänzer zu sein, heißt sich jeden Tag seinen Platz in der Szene zu erkämpfen. Hat man im Jänner viel Arbeit, heißt das nicht, dass es im Februar auch so sein muss.

WOMAN: Was machst du an so Tagen, an denen du nichts zu tun hast?
Lilly: Da schreibe ich gern in eines meiner vielen Notebooks und plane meine Ziele und Vorhaben für die Zukunft. Ich erstelle mir einen konkreten Plan, wie ich sie erreichen kann und was ich dafür tun muss. Viele unterschätzen diesen Aspekt des Planens und Visualisierens. Für mich ist das die halbe Arbeit.

WOMAN: Musst du als Tänzerin, genau wie Models, nicht ständig an deinem Körper arbeiten?
Lilly: Von Tänzern wird verlangt das perfekte Rundum-Paket zu sein. Tänzerin, Model und Schauspielerin in einem. Da muss man natürlich auf seinen Körper achten. Dazu gehört Training, um den Körper in Form zu halten, so wie auch eine gesunde Ernährung, die in den USA oft schwer zu finden und teuer werden kann. Zum Glück zählt Los Angeles aber noch zu den gesündesten und “grünsten” Städten in den USA. Ein Fan von Diäten bin ich nämlich nicht. Ich glaube, dass man mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung und genug Bewegung einen guten Körper beibehalten kann.

WOMAN: Was gibt es bei dir zum Frühstück?
Lilly: Meistens ganz simpel Pumpernickelbrot/Vollkornbrot mit Butter und Marmelade und ganz wichtig, schwarzer Kaffee! Manchmal Haferbrei mit Früchten und ab und zu darf's auch mal American Style mit Eiern und Kartoffeln sein.

Jennifer Lopez & Rihanna - "Whippin' My Hair" - JR Taylor CHOREOGRAPHY

WOMAN: Gibt es etwas, das du an Österreich vermisst?
Lilly: Haha, da gibts einiges. Gutes Leitungswasser, frische und saubere Luft, Gebäck (vor allem Kornspitz um genau zu sein), gute Schokolade, Marmelade. Generell könnte man sagen unsere guten Lebensmittel. Außerdem die billige Miete und auch der österreichische Schmäh!

WOMAN: Wie ist das Leben in L.A. so?
Lilly: Ich genieße meine Zeit in Los Angeles wirklich sehr. Ich treffe häufig und gern meine Freunde. Wir gehen wandern, fahren zum Strand, genießen gutes Essen oder kochen, besuchen Museen und kreieren und trainieren/tanzen gemeinsam. Auch Lesen und Meditation gehören zu meinem Alltag. Ich glaube fest daran, dass das Leben am besten funktioniert, wenn man es in Balance hält. Arbeit, Vergnügen, Fokus und Genuss!

WOMAN: Wie wichtig ist es Ziele zu haben?
Lilly: Sehr wichtig. Ich glaube es ist sehr wichtig dass man weiß, was man will und wohin man geht. Dieses Ziel kann sich zwar auf dem Weg und im Prozess ändern, es ist aber wichtig eines zu haben. Sobald ich weiß, was ich will, gibt es nichts, das mich aufhalten kann. Ich habe es schon ein Mal geschafft und deswegen weiß ich, dass ich es nochmals schaffe und meine Ziele noch
höher setzen kann. Das gilt genauso für dich und jeden anderen da draußen.

»Lass dir von niemandem einreden, dass du etwas nicht erreichen kannst, denn nur du weißt wozu du fähig bist.«

WOMAN: Welchen Tipp hast du für andere, die einen großen Traum haben?
Lilly: Mein Tipp ist “Go for it!”. Wir verschwenden oft viel zu viel Energie, um Gründe zu finden, weshalb wir NICHT an unseren Träumen arbeiten sollen, anstatt Gründe zu finden die dafür sprechen.
Lass dir von niemandem einreden, dass du etwas nicht erreichen kannst, denn nur du weißt wozu du fähig bist. Also dream big! Für die, die schon große Träume haben, dream bigger! Nur so pushen wir uns über unsere Grenzen hinaus und lernen Dinge über uns selbst.
Besonders meine und die nachkommenden Generationen möchte ich dazu ermutigen und inspirieren aus dem Rahmen zu denken, offen für Neues und Fremdes zu sein und ihren Träumen zu folgen! Immerhin sind wir die Zukunft!

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