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Imagewandel: Von der sexy Society-Lady zur toughen Infotainment-Moderatorin

Statt im Mini und tief dekolletiert zeigt sich die TV-Lady jetzt seriös. Ihre männlichen Fans werden’s ihr verzeihen. Uns verriet sie, dass sie sogar schon mal einen Stalker hatte!

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Imagewandel: Von der sexy Society-Lady zur toughen Infotainment-Moderatorin
© Roland Ferrigato

WOMAN: Konnten Sie im Urlaub überhaupt entspannen, oder waren Sie in Gedanken schon im neuen ORF-Studio?

Golpashin: Normalerweise bin ich im Urlaub schon zappelig, aber diese Auszeit habe ich gebraucht! Zum ersten Mal überhaupt habe ich sogar mein Handy ganz ausgeschaltet. Habe zwei Wochen lang nur gelesen, geschlafen, Yoga praktiziert, im Meer geplanscht und mir die Sonne ins Gesicht strahlen lassen.

WOMAN: Waren Sie alleine unterwegs?

Golpashin: Es gab nur mich und viele Delfine. Das war das Beste überhaupt. Ich bin sehr gerne alleine. Für mich ist das keine Qual, wie vielleicht für andere. Im Gegenteil – ich brauche das sogar! So ein kurzes Timeout möchte ich mir jetzt jedes Jahr gönnen.

WOMAN: Mit „direkt“ haben Sie nun eine neue Richtung eingeschlagen. Hatten Sie die heimischen Promis mittlerweile satt?

Golpashin: Sagen wir’s so: Es ist eine angenehme Abwechslung. Nach zwei Jahren als Society-Journalistin ist es gut, dass jetzt etwas Neues auf mich wartet. Bei „direkt“ haben wir sehr tiefgründige Reportagen. Geschichten über das pure Leben, fernab der Society. Das interessiert mich, und ich kann eine neue Seite von mir zeigen.

WOMAN: Trotzdem werden Sie von vielen noch als Society-Püppchen abgestempelt.

Golpashin : In der Glamour-Welt muss man sich anpassen. Auch vor der Kamera. Da gehört ein sexy Outfit dazu. Für mich war das eine Rolle, in die ich hineingeschlüpft bin. Privat laufe ich sowieso am liebsten ungeschminkt und in Converse ¬herum. Bei der ersten „Helden von Morgen“-Show hat jeder darauf gewartet, dass etwas schiefgeht, aber es ist super gelaufen. Danach haben eben alle über das Kleid geschrieben, das ich getragen habe. Wer will, findet immer etwas, das ihn stört. Damit muss man in diesem Job leben! Ich nehm’s mit Humor. Hätte ich damals keinen Mini getragen, hätte es geheißen, der ORF zähmt mich. Es hat nichts mit meiner Reife zu tun, ob ich nun öfter eine lange Hose trage oder nicht.

WOMAN: Jetzt können Sie sich mit ernsteren Themen befassen. Kommen Ihnen bei manchen Schicksalen in „direkt“ auch die Tränen?

Golpashin: Ja, da ist viel Berührendes dabei. So wird man immer wieder auf den Boden zurückgeholt und merkt, dass die eigenen alltäglichen Sorgen völlige Nichtigkeiten sind. Durch die Sendung sehe ich hautnah, wie viele schlimme Schicksale es gibt. Da nimmt man sein eigenes Leben dankbar an, wenn man abends von der Arbeit nachhause geht.

WOMAN: Ihr Abschied von PULS4 ist ja noch nicht so lange her: Hatten Sie Freudentränen in den Augen oder war‘s schwer?

Golpashin: Es war schon sehr emotional. Ich bin ein Mensch, der sehr ungern Abschied nimmt und sich von Dingen schwer trennen kann. Aber man spürt einfach wann der Zeitpunkt gekommen ist, um einen neuen Weg einzuschlagen. Wie in einer Beziehung.

WOMAN: Sie sollen für den ORF auch wieder viele junge Zuseher vor den Fernseher holen. Empfinden Sie eine Art Druck?

Golpashin: Nein! Ich muss ja niemanden etwas beweisen, nur mir selbst treubleiben. In der Sendung stehe auch nicht ich im Vordergrund. Die Moderationen sind sehr kurz und knapp, aufs Wesentliche reduziert. Und ich werde auch auf jeden Fall redaktionell mitarbeiten.

WOMAN: Die Moderation der Zeit im Bild – würde Sie so ein Angebot denn reizen?

Golpashin: (überlegt lange) Die Nachrichten sind, glaube ich, nichts für mich. Da gibt es schon richtig gute Moderatoren, die das machen. Aber man soll ja niemals nie sagen: Ich lebe im Moment, und lasse die Dingegerne auf mich zukommen.

WOMAN: Haben Sie schon mal überlegt, sich ganz aus dem Medien-Biz zu verabschieden?

Golpashin: Ich hatte immer wieder Flaute-Phasen. Manchmal wusste ich auch monatelang nicht was ich als nächstes machen werde – bis ich wieder Geld verdienen musste. Aber die Medienwelt ist trotzdem meine große Leidenschaft. Das einzige womit ich mich wohl nie abfinden werde ist, dass Menschen Dinge über mich schreiben, denen ich noch nie begegnet bin. Das ist manchmal so weit weg von dem, wie ich wirklich bin. Das ist ein unglaublicher Griff in die Privatsphäre, anfangs hat mich das richtig erschrocken! Jemand versucht dich zu analysieren, ihn michreinzuschauen ohne mich überhaupt zu kennen!

WOMAN: Auf Facebook gibt es viele Gruppen zu Ihrer Person: „Doris Golpashin Groupie“ etwa. Hatten Sie schon mal einen Stalker?

Golpashin : Ja. Während meiner Zeit bei Ö3. Damals hatte ich noch keinen Führerschein und bin nach Nachtdiensten immer mit dem Taxi heimgefahren. Und da gab’s einen Fahrer, der plötzlich immer vor dem Sender auf mich wartete. Später hat er ¬sogar Zettel an mein Auto geklebt oder bei meiner Mutter mitten in der Nacht geläutet und gerufen: „Wo ist Doris?“ – Das hat uns allen Angst gemacht!

WOMAN: Haben Sie ihn angezeigt?

Golpashin : Nach einem Jahr Stalking habe ich von heute auf morgen nichts mehr von ihm gehört. Und dann kam eines Tages ein Brief von ihm aus der Haftanstalt Krems, er habe lebenslang bekommen. Da rutschte mir mein Herz in die Hose, denn der Typ war offenbar gemeingefährlich! Sonst habe ich aber nur liebe Fans. Manche schicken mir Fotos und Handynummer mit der Bitte, ich solle mich melden.

WOMAN: Sie gehören zu den begehrtesten Moderatorinnen hierzulande. Würden Sie für eine Familie die Karriere hintanstellen?

Golpashin : Es gibt viele Frauen, die täglich beweisen, dass beides möglich ist. Ich würde auf keinen Fall auf meinen Job verzichten wollen. Ein Jahr lang zuhause sitzen – das könnte ich wahrscheinlich nicht! Meine Mutter hat es geschafft, als Alleinerzieherin neben einem Fulltime-Job zwei Kinder mit unglaublich viel Liebe großzuziehen. Meine Schwester war zwei, ich war sieben – und irgendwie hat sie es unter einen Hut bekommen. Ich wünsche mir auf jeden Fall auch eine eigene Familie. Aber ohne Druck. Wenn der richtige Moment kommt, wird schon alles seinen Lauf nehmen.

WOMAN: Den Mann dafür haben Sie bereits gefunden?

Golpashin : (lacht) : Nur so viel: Es geht mir privat sehr gut.

WOMAN: Ihr Wunsch für die Zukunft?

Golpashin : Eigentlich nur eines: Gesundheit! Für mich, meine Mum, meine Schwester, meine Freunde. Das ist nämlich das Allerwichtigste! Wenn du plötzlich krank bist und nicht mehr kannst, ist es vorbei. Da hilft auch der tollste Job nichts!

MEHR zu Doris Golpashin erfahren Sie in WOMAN 06/2011!

Thema: Sex & Erotik