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In Australien sollen Tampons nicht mehr besteuert werden

Luxusprodukt: In Österreich werden Damenhygiene-Artikel mit 20 Prozent besteuert. 10 Prozent sind es in Australien – damit soll aber bald Schluss sein.

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Tamponsteuer
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Jede Frau menstruiert in ihrem Leben rund 500 Mal und verbraucht dabei Tampons und Binden im Wert von 1200 und 5000 Euro. Für die Monatshygiene geben wir Frauen also ganz schön viel Geld aus. Und nicht nur das: Pflegeprodukte und Kosmetikartikel kosten für Frauen im Schnitt mehr als für Männer. Kein Wunder also, dass wir immer wieder mit großen Augen an der Drogeriekasse stehen und uns nicht erklären können, wie der Preis zustande gekommen ist. Okay, zugegeben: Da fällt schon mal ein Lidschatten versehentlich in den Einkaufskorb, den wir nicht unbedingt brauchen. Aber: Gender Pricing ist nach wie vor Realität – das beweisen verschiedenste Studien.

Drogerieartikel für Frauen deutlich teurer

Kosmetikartikel für Frauen sind oft um einiges teurer als die für Männer. Den Preis, den Frauen für die Produkte zusätzlich zahlen müssen, wird als sogenannte "Pink Tax" (zu deutsch "pinke Steuer") bezeichnet und kann anhand von Rasierern sehr gut veranschaulicht werden: Während eine Packung BIC Männer-Einwegrasierer mit zehn Stück 2,15 Euro kostet, kosten Damen-Einwegrasierer 1,95 Euro - darin sind aber nur 5 Stück enthalten. Schuld an diesem Gender-Gap ist aber nicht nur die Kosmetikindustrie, sondern auch das österreichische Steuergesetz, denn Tampons und Binden werden noch immer mit 20 Prozent besteuert und gelten damit als Luxusartikel wie beispielsweise Champagner. Die österreichische Bundesjugendvertretung (BJV) fordert deshalb die Senkung der sogenannten "Tamponsteuer". Wir haben darüber berichtet.

Schluss mit Tamponsteuer in Australien

Im Gegensatz zu Österreich wurden Damenhygiene-Artikel in Australien "nur" mit 10 Prozent versteuert, heftige Kritik hagelte seit der Einführung der Steuer im Jahr 2000 aber trotzdem. Denn laut Definition der Regierung gelten Tampons und Binden als "nicht notwendige Artikel". Im Jahr 2015 unterschrieben 100.000 Personen die Petition "Hört auf, meine Periode zu besteuern". Daraufhin versprach die Labor-Partei die Steuer abzuschaffen. Der Gesetzesentwurf wurde bereits eingebracht und muss nur noch von den Regierungen der einzelnen Bundesstaaten und Territorien Australiens abgesegnet werden. Hinter dem Gesetzesentwurf, der von den australischen Grünen eingebracht wurde, steckt die Senatorin Janet Rice: “Wenn es Cis-Männer wären, die wegen einer natürlichen Körperfunktion jeden Monat Sanitärprodukte brauchten, wäre es unwahrscheinlich, dass dieselbe Steuer erhoben würde." Cis-Gender bedeutet, dass die Geschlechteridentät mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt, was auf die meisten Menschen zutrifft.

Ob das Gesetz nun durchgebracht wird, wird sich zeigen. Wir halten auf alle Fälle die Daumen!