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In Balance mit der Mayr-Kur

Der Darm beeinflusst unser Immunsystem nachhaltig. Deshalb sollten wir dem "Schwerarbeiter" ab und zu eine Pause gönnen. Die ideale Möglichkeit zur Entlastung ist die F.X.-Mayr-Kur.

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In Balance mit der Mayr-Kur
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Man ist ständig müde, eine Verkühlung folgt der nächsten und dann kommt auch noch schlechte Laune dazu. Was alle dies Symptome gemeinsam haben? Ihre Ursachen können im Darm liegen. Denn hier sind gut 70 Prozent der körpereigenen Abwehr beheimatet, das Glückshormon Serotonin und das Schlafhormon Melatonin werden gebildet. Geheimwaffe gegen ein angeschlagenes Immunsystem ist die Darmreinigung, danach kann er wieder richtig arbeiten. Doch wie macht man das? Immerhin benötigen wir das größte innere Organ täglich, um unsere Nahrung in Energie umzuwandeln. Die Lösung: Eine F.X.-Mayr-Kur. Diese Ernährungsweise gönnt dem Darm einmal eine Pause und sorgt dafür, dass er gesäubert wird. Gerade Frauen sind aufgrund von Mehrfachbelastung, empfindlicher Konstitution oder zu vielen Diäten öfter vom Reizdarmsyndrom betroffen. Es äußert sich mit Verstopfung, Durchfall, Bauchkrämpfen, Blähungen etc. Dr. Alex Witasek (dr-witasek.at), Präsident der internationalen Gesellschaft der Mayr-Ärzte, hat deshalb für das Frauen-Gesundheitsressort "La Pura" in Gars am Kamp eine Mayr-Kur extra für die weiblichen Bedürfnisse entwickelt – mit Aroma-Ölen und speziellen Massage-Griffen.

So funktioniert es.

Das Programm aus Milch und alten, trockenen Semmeln von Erfinder Dr. Franz Xaver Mayr hat die moderne Mayr-Medizin zu einer Rundum-Kur weiterentwickelt. Sie besteht aus Schonkost und verschiedenen therapeutischen Anwendungen.

Ablauf. Ein Mayr-Tag im "La Pura" sieht in etwa so aus: Am Morgen beginnt man mit einem Weckerl aus glutenarmem Getreide (z.B. Dinkel, Kamut, Roggen, kein Vollkorn), dazu gibt es Frischkäse, Tofu, Putenbrust oder Lachs und einen Esslöffel Leinoder Olivenöl. Wichtig ist, dass jeder Bissen des Weckerls 30-40 Mal gekaut wird. Dadurch wird er optimal verkleinert und mit Speichel versetzt, die Verdauung beginnt bereits im Mund. Außerdem wird man so dazu animiert, sich mit voller Konzentration dem Essen zu widmen. Das ist vor allem für gestresste Menschen und Nebenbei-Esser sehr wichtig. Zusätzlich wird man durch das lange Kauen auch mit der kalorienreduzierten Kost satt.

Schonend. Zu Mittag gibt es gedünstetes Gemüse mit Fisch oder Fleisch. Am Abend verzichtet man auf Kohlenhydrate oder lässt das Essen ganz ausfallen. So werden mehr Wachstumshormone gebildet und der Insulinspiegel bleibt niedrig – ein äußerst wirkungsvolles Anti-Aging-Rezept. Wichtig: Zum Essen soll man nicht trinken, lieber 15 Minuten vorher oder ein bis zwei Stunden danach, die Flüssigkeit würde die Verdauungssäfte verdünnen.

Bauch-Behandlung. Begleitet wird die Schonkost von ärztlichen Bauchbehandlungenund Massagen. Diese kräftigen den Darm und sorgen dafür, dass er wieder an seinen Platz kommt (oft hängt er zu weit nach unten), der Lymphfluss wird belebt, die Durchblutung gefördert und die Leber zum besseren Arbeiten animiert. Zwei Wochen dauert eine echte Mayr-Kur, noch besser sind drei, erklärt Dr. Witasek. Zumindest die erste Woche sollte man in einem Mayr-Zentrum verbringen. So kann man besser entspannen, bewältigt die Entgiftungskrise (Kopfschmerzen, Müdigkeit, Lustlosigkeit, ist nach drei Tagen vorbei) leichter und ist ständig unter ärztlicher Kontrolle.

Die Wirkung.

Die wichtigsten Folgen einer solchen Kur: Verdauungsbeschwerden bessern sich massiv. Außerdem bilden sich Entzündungsherde im Darm zurück. Diese sind nämlich für viele weitere Beschwerden im ganzen Körper verantwortlich. So weiß man heute, dass eine schlechte Verdauung Migräne bedingen kann, oder auch Blasenentzündung: Durch glutenreiche Nahrung (ist vor allem in Weizen enthalten) wird die Darmwand durchlässig, Coli-Bakterien können aus dem Darm hinauswandern und landen z. B. in der Blase. Oder sie gelangen in die Blutbahn und werden zum Wegbereiter für Arteriosklerose. Sogar Depressionen und Burnout können Darmentzündungen zu Grunde liegen. Wie ausgedehnt diese sein können, zeigt ein Beispiel von Anita Frauwallner (allergosan.at), die mit ihrem Institut Allergosan Probiotika-Stämme entwickelt: "Wenn wir einen Sonnenbrand auf den Schultern haben, ist unsere Haut auf 20 qcm entzündet und wir machen ein großes Theater. Eine Darmentzündung kann sich auf bis zu 400 qcm erstrecken und wir merken es nicht einmal." Denn in den oberen Schichten des Darms befinden sich keine Nerven, wir spüren keinen Schmerz. Deshalb müssen wir lernen, Verdauungsprobleme und Bauchkrämpfe als Zeichen eines Entzündungsherdes zu erkennen.

Aufbau. Ist der Darm nach einer Kur von allem befreit, was er nicht braucht, sollte man ihm die richtigen Bakterien gezielt zuführen, damit er nicht falsch besiedelt wird, weiß Frauwallner. Am besten mit einem Mix aus Bakterienstämmen, wie z.B. in "Omni Biotic 6" von Allergosan (erhältlich in der Apotheke). Diese siedeln sich in mehreren Darmbereichen an und motivieren die bereits vorhandenen Bakterien, optimal zu arbeiten.

Alltags-Tipps.

Wenn du deinen Darm auf Vordermann gebracht hast, versuche, diesen Zustand möglichst lang zu erhalten. Verzichte deshalb auf tierische Fette (entzündungsfördernd, z.B. Fettrand beim Fleisch wegschneiden), iss öfter Fisch und reduziere Kohlenhydrate und damit auch Süßes. Dünne, blasse Frauen sollten statt Geflügel lieber rotes Fleisch wählen, da es mehr Eisen enthält. Am Abend soll keine Rohkost auf den Speiseplan, denn in der Nacht schaltet der Verdauungsapparat ab und das Gemüse wird vergoren, erklärt Dr. Witasek.

Zeit nehmen. Am wichtigsten ist es allerdings, sich für das Essen Zeit zu nehmen und ordentlich zu kauen, betont der Mayr-Arzt. Denn sobald man unter Stress steht, fährt der Magen seine Tätigkeit zurück, der Körper verdaut nicht mehr ordentlich. Außerdem sollten Sie beim Essen auf Getränke verzichten. Nur ein Glas Wein, Bier, Kaffee oder grüner Tee ist erlaubt. Denn diese regen die Verdauungssäfte an und neutralisieren so ihre verdünnende Wirkung. Außerdem ganz wichtig: gute Öle. Am besten sind Lein- und Olivenöl, deren Omega 3- und 9-Fettsäuren haben entzündungshemmende Wirkung. Leinöl immer kühlen und bald aufbrauchen, es hält maximal drei Monate. Olivenöl dagegen kann man gut erhitzen.