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Gehen wir nicht alle mit einer Salami in die Wanne?

Der schönste Ort der Welt? Natürlich Instagram. Hier zeigen Influencer, wie man sein Leben stylish führt. Zum Beispiel mit einer Salami in der Wanne.


Gehen wir nicht alle mit einer Salami in die Wanne?

Donna Adrienne: Mag Instagram, Schaum und Salami

© Instagram/donnaxadrienne

Was sich liebt, das taggt sich. Besonders am Valentinstag. Donna Adrienne, Medizin-Studentin und Instagram-"Star" aus Heidelberg, liebt zum Beispiel Salami ganz toll. Aber nur die von der Snackmarke "Bifi", das verrät sie ihren 39.000 Fans mit einem "Tag" zu bifi_official. Diese Mini-Salami mag Donna Adrienne sogar so sehr, dass sie gezählte 10 Stück mit in ihre Schaumwanne nimmt:

Möglicherweise liegt das auch daran, dass ihr "Bifi" für ihre Liebe nicht nur jede Menge Räucherwurst, sondern auch einige Euros überwiesen hat.

Influencer-Marketing – also Werbe-Kooperationen mit Insta-Größen (als solche gilt man im deutschsprachigen Raum ab einer Follower-Zahl von 30.000) – sei mittlerweile Pflicht im Marketing-Mix großer Unternehmen. Heißt es zumindest auf sämtlichen Werbe-Kongressen und PR-Workshops.

Es stellt sich nur die Frage, ob Pflichterfüllung wirklich immer Sinn macht.

Nehmen wir nur Donna Adrienne. So patschert und plump wie die hübsche Brünette (die im RTL II-Trashformat "Love Island" auftrat) kann man die Salami-Snacks fast gar nicht inszenieren.

Mit diesem Posting erklärt uns die MEDIZIN-Studentin beispielsweise völlig unbeleckt von Ironie, dass Salami ein "wahrer Proteinshake für alle Fitness- und Eiweißbewussten" sei (Anmerkung: Alle "Eiweißbewussten" unter euch dürfen jetzt kurz die Hand heben):

Mal abgesehen davon, dass das außer Gaga sowieso nur Gaga ist – Donna Adrienne weist mit keinem Wort darauf hin, was ohnedies offensichtlich ist: Sie wirbt gegen Cash für die Snack-Firma. Dabei müssen auch sogenannte Influencer den kommerziellen Zweck ihrer Postings mittlerweile auf den ersten Blick erkenntlich machen.

Selbst Hashtags wie #ad, #spon oder #sponsoredby, die unter dem Beitrag versteckt werden, reichen nicht aus. Es gilt: Die bezahlten Posts müssen vor dem Rest-Text des Postings und mit den deutschsprachigen Begriffen "Werbung" oder "Anzeige" gekennzeichnet werden.

Stellt sich die Frage, was sich der Salami-Hersteller von der Kooperation erhofft. Dass möglichst viele Leute nun die Mini-Würstchen knabbern? Wohl eher nicht.

Möglicherweise ist es aber auch nur eine perfide Taktik. Je depperter die Influencer-Werbung, desto mehr wird darüber berichtet. Dann sind wir jetzt in die Falle getappt. Und erwähnen besser schnell, dass es auch extrem leckere Salami-Snacks von "Salanettis", "Radatz", "Messner", "Loidl", "Aoste", "Jean Luc", "Golo", "Pick", "Delisia", "Citterio" und "Alpen Fest" gibt. Uff.

Thema: Instagram

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