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Infos: Nasen-OP

Nasen-Korrekturen sind die zweithäufigsten Eingriffe im Gesicht. Zum Großteil sind sie medizinisch indiziert, nur jede 10. OP ist rein ästhetisch. Alle Infos!

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Infos: Nasen-OP
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Wir rümpfen sie, wenn uns etwas nicht passt, stecken sie in fremde Angelegenheiten, und manchmal tanzen uns andere auf ihr herum – die Rede ist von der Nase. Wir brauchen sie zum Atmen, Riechen, sogar zum Schmecken. Dafür muss das Sinnesorgan einwandfrei funktionieren. Tut es das nicht, ist eine Korrektur, meist der Nasenscheidewand, sinnvoll. Eingriffe werden aber auch gemacht, wenn ästhetische Gründe dafür sprechen – der Mittelpunkt des Gesichts etwa zu prominent ist. Wir haben nachgefragt, welche Operationsmethoden es gibt und was man beachten muss. Plus: Es ist nicht immer notwendig, sich unters Messer zu legen. Alles über die skalpellfreie Alternative.

Indikation

Chronische Atemwegs-Infekte, ein eingeschränkter Geruchssinn, eine nasale Aussprache oder Schnarchen. Mit diesen Beschwerden haben viele Menschen zu kämpfen und landen deshalb früher oder später beim HNO-Arzt: "Manchmal handelt es sich einfach um eine starke Allergie, die die Atemwege dichtmacht", weiß Dr. Redtenbacher, HNO-Facharzt in Wien (hno-redtenbacher.at). "Dann schicken wir die Patienten in ein Allergiezentrum. In den meisten Fällen steckt aber eine Verkrümmung der Nasenscheidewand dahinter. In diesem Fall ist eine Operation sinnvoll", so der Arzt, der regelmäßig Nasen-OPs durchführt. Nasen-Korrekturen zählen zu den fünf häufigsten Eingriffen im Bereich der Plastischen Chirurgie. In Dr. Umschadens Privatpraxis (umschaden.com) in der Steiermark zum Beispiel sind sie wesentlicher Teil des Tagesgeschäfts: "Das Problem, mit dem die Leute kommen, ist selten ein rein ästhetisches. Mindestens 80 bis zu 90 Prozent meiner Patienten leiden an Atembeschwerden", stellt der Plastische Chirurg klar. Der Grund ist fast immer eine verkrümmte Nasenscheidewand. Die kann angeboren sein oder sie hat sich durch einen Unfall verbogen. "Es reicht schon, wenn man einen Ball auf die Nase bekommt. Die Verkrümmung entsteht oft schleichend, der Knorpel verwächst sich mit der Zeit, bis man irgendwann schlechter Luft bekommt", erklärt der Experte.

Schönheitsideal

Nur ungefähr jede zehnte Nasen-OP hat rein ästhetische Gründe. Patienten, die sich mit ihrer Gesichtsmitte unwohl fühlen, klagen über Höcker, Schiefstand oder zu breite Nasen. "Immer öfter kommen Menschen auch mit Instagram-Bildern zu mir in die Ordination und wollen eine ganz bestimmte Nase wie zum Beispiel die von Kim Kardashian", erzählt Dr. Redtenbacher. "Das ist natürlich unmöglich, ich kann nur mit dem Material arbeiten, das da ist. Das mache ich im Beratungsgespräch auch deutlich, damit die Erwartungshaltung realistisch bleibt." Anhand einer Computersimulation bekommen Patienten eine Vorstellung davon, wie die Nase nach einem Eingriff aussehen wird.

Ablauf & Kosten

Wie läuft so eine OP nun ab? Nach dem Beratungsgespräch wird der Patient gesundheitlich durchgecheckt, erst dann gibt es die Freigabe zur OP. Je nachdem, wie viel verändert wird, dauert ein Eingriff zwischen einer und drei Stunden. Der Patient befindet sich währenddessen unter Vollnarkose. "Mindestens zwei Nächte Krankenhausaufenthalt sind essenziell für den Heilungsprozess", weiß Dr. Umschaden. "Schwellungen und Blutergüsse kann man gut verhindern, indem man sich so wenig wie möglich bewegt. Der Oberkörper muss unbedingt aufrecht bleiben, nicht einmal Schuhe zu binden ist erlaubt." Danach folgen zwei Wochen Krankenstand. In dieser Zeit wird die Nase oft mit Gips oder einer Schiene gestützt. Außerdem gilt vier bis sechs Wochen Sport- & Brillenverbot, um Erschütterung und Druck zu vermeiden. Danach ist man wieder voll einsatzfähig. Eine OP inklusive Betreuung kostet mindestens 5.000 Euro. Bei medizinischer Indikation übernimmt die Krankenkasse einen großen Teil, rein ästhetische Eingriffe muss man aus der eigenen Tasche bezahlen.

Methoden

Im Wesentlichen gibt es zwei Verfahren, wie man eine Nase begradigt: bei geschlossenem und bei offenem Zugang. Bei Ersterem werden die Schnitte an der Naseninnenseite gemacht. Der Vorteil dieser Methode: keine sichtbaren Narben. Beim offenen Zugang macht der Arzt einen kleinen Schnitt (ca. 5 mm) am Nasensteg. Dr. Redtenbacher hat sich auf diese Technik spezialisiert: "Der Vorteil ist, dass man die Haut anheben kann und somit einen optimalen Überblick hat. Man kann alles genau vermessen, das Ergebnis wird präziser. Nach zehn Tagen werden die Nähte entfernt, zwei Monate später ist die Narbe kaum noch sichtbar."

Messerfreie Alternative

Methode. Geht es um eine rein optische Veränderung, muss man nicht unbedingt operieren. Beim minimalinvasiven Eingriff wird mit dem Filler Hyaluronsäure unterspritzt. "Dieses Verfahren macht bei kleineren Schönheitskorrekturen Sinn", erklärt die plastische Chirurgin Dr. Shirin Milani (medspa.cc). "Mit Filler kann man die Nase richtig modellieren, Höcker ausgleichen oder Lücken bei eingeknickten Nasen füllen." Oft sind nur wenige Einstiche für ein schönes Ergebnis nötig.
Ablauf & Kosten. Eine Behandlung dauert rund zehn Minuten, sie kostet ca. € 450,-. Der Effekt ist temporär: Innerhalb von sechs bis zwölf Monaten baut sich die Substanz wieder ab, dann muss der Eingriff wiederholt werden.