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Inhaltsstoffe-Guide: Muss das rein?

Inhaltsstoffe-Guide: Was geben wir uns da eigentlich auf die Haut? Und was bewirken all die seltsam klingenden Inhaltsstoffe? Wir haben einen Experten befragt.


Inhaltsstoffe-Guide: Muss das rein?
© Corbis

Woraus bestehen Pflegeprodukte?
Cremes und Lotionen bestehen aus Wasser, Fett (Öl), Alkohol, Parfum- und Konservierungsstoffen. Zusätzlich kommen je nach Hersteller und Produkt die gewünschten Wirkstoffe wie Fruchtsäuren, Vitamine oder besondere Inhaltsstoffe wie Pflanzenextrakte dazu. Bei Reinigungsprodukten werden außerdem noch sogenannte „Syndets“, also waschaktive Substanzen, eingesetzt.

Was bewirken Mineralöle?
Jede Creme braucht Fett. Dafür wählen manche Hersteller statt pflanzlichen Ölen geruchlose Mineralöle. Sie besitzen im Gegensatz zu Pflanzenöl stets dieselbe Qualität. „Mineralöle bleiben aber nur in der oberen Hautschicht liegen und sind ein neutraler, wirkungsloser Stoff. Pflanzenöle dringen dagegen in tiefe Hautschichten ein und pflegen die Haut optimal“, meint Produktexperte und IN-Gründer Horst Rechelbacher. In den meisten Cremes werden beide Ölarten verarbeitet. Mineralöle erkennen Sie auf der Verpackung durch Bezeichnungen wie „Petrolatum“, „Paraffinum“ oder „Mineral Oil“.

Sind Konservierungsstoffe wirklich notwendig?
Ein Pflegeprodukt ist ein Mix aus Wasser und Fett, also der ideale Nährboden für Bakterien. Um keimfrei zu bleiben, werden Cremes und Co. daher mit chemischen Stoffen konserviert. Bei Naturkosmetik kommen hingegen natürliche Stoffe wie ätherische Öle zum Einsatz. Ausnahme: Bei frisch angerührter Kosmetik geht es ganz ohne Konservierungsstoffe – sie hat dafür eine viel kürzere Haltbarkeitsdauer.

Reizen Duftstoffe die Haut?
Möglicherweise, und zwar egal, ob sie synthetischen oder natürlichen Ursprungs sind. „Ohne synthetische Duftstoffe“ heißt also nicht, dass es nicht zu Reizungen kommen kann. Achten Sie bei Allergie-Affinität auf Produktbezeichnungen wie „ohne Duftstoffe“ oder „parfumfrei“.

Braucht Lippenpflege Lebensmittelstandards?
„Was wir nicht in unseren Mund geben, sollten wir auch unserer Haut nicht zumuten. Deshalb achten wir gerade bei Lippenpflege, die gerne mal abgeleckt wird und somit im Mund landet, auf lebensmitteltaugliche, rein natürliche Inhaltsstoffe!“, betont Horst Rechelbacher.

Was sind Parabene?
Um Produkte bakterienfrei zu halten, werden oft Parabene – antibakterielle chemische Konservierungsmittel, die selbst in Lebensmitteln erlaubt sind – verwendet. Ihren schlechten Ruf haben sie nicht verdient – keine Studie konnte ihnen je eine gesundheitsgefährdende Wirkung nachweisen.

Was bedeuten die INCI-Angaben?
Die Inhaltsstoffe jedes Produkts sind laut EU-Regelung mit einer Inhaltsangabe, der INCI (Internationale Nomenklatur kosmetischer Inhaltsstoffe), auf der Verpackung angeführt. Was Bezeichnungen wie Lactic Acid bedeuten, erfährt man im Internet.

Wie wirkt Silikon?
Silikon legt sich wie ein Film auf die Haut. Es füllt Fältchen auf, mindert den Feuchtigkeitsverlust und hält Duftstoffe stabil. Sind aber zu viele Silikone in der Creme enthalten, kann sich wiederum Schweiß ansammeln – die Haut quillt auf und wird in der Folge trocken. Silikone enden mit „-cone“, können so auf Verpackungen erkannt werden.

Sind Pflegeprodukte mit wenigen Inhaltsstoffen besser?
Nicht wirklich – mehr Inhaltstoffe bedeuten eher mehr Wirkung. Bei überempfindlicher Haut sind aber Produkte mit wenigen Zutaten ideal, da das Reizrisiko geringer ist.

Redaktion: Sermin Kaya