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Instagram mit Sinn: Das Projekt #undduso

Die Sonder- und Heilpädagogin Greta wünscht sich eine inklusive Gesellschaft. Mit ihrem Instagram-Projekt #undduso bringt sie so mehr Diversität in die vermeintlich perfekte Insta-Welt. Wir haben mit ihr gesprochen.

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Instagram mit Sinn: Das Projekt #undduso

Auf die Frage, ob er ein Mädchen oder eine Junge ist hat Josef einmal geantwortet: "Ich bin ein Superheld!"

© Greta Scheichenost

Produktplatzierungen, gekünstelte Fotos, Selbstdarstellung: Mit der Instagram-Scheinwelt ist es ja so ein Ding. Alles sieht gleich perfekt und auf dieselben Arten gestellt aus. (Diese Fotos beweisen das übrigens eindrucksvoll!) Das ist einerseits eh ganz schön, auf Dauer aber auch langweilig - und gefährlich. Warum? Die Realität sieht nun mal anders aus. Das echte Leben zu zeigen, ist auf Instagram aber selten der Anspruch. Vielmehr will man "inspirieren".
Das störte auch Greta aus Wien (@gretaspatz). Zu einseitig, zu perfektionistisch und vor allem oberflächlich war ihr die Plattform - so gern sie sie auch privat nutzte: "Ich habe also beschlossen, meinem eigenen Account ein bisschen Diversität zu verleihen und nicht mehr mich selbst, sondern andere interessante Menschen zu zeigen."

Und du so?

Was das konkret heißt? In ihrer Freizeit - Greta ist Sonder- und Heilpädagogin - trifft sie ganz unterschiedliche Menschen und spricht mit ihnen für ihr Projekt #undduso. Auszüge aus den Gesprächen und die wirklich schönen Analogfotos teilt sie dann auf ihrem Instagramaccount: "Mein Grundgedanke war es natürlich, Awareness zu schaffen und darauf aufmerksam zu machen, dass es nicht die Behinderung ist, die einen Menschen definiert, sondern so viel mehr." Unsicherheit beziehungsweise Unbeholfenheit im Umgang mit Personen mit Beeinträchtigung gab es nie. Dank ihrem Vater - selbst Sonderpädagoge - gab es immer viele Begegnungspunkte. "Ich habe dann, je älter ich wurde, jedoch gemerkt, dass ich aktiv einen Teil dazu beitragen möchte, dass Menschen mit Behinderung mehr Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht wird und sie von Anfang an mittendrin in der Gesellschaft sein können, anstatt nur dabei. Es erschien mir also nur logisch, dass ich es zu meinem Job mache mit betroffenen Kindern zu arbeiten. Lange war meine Überlegung, in die therapeutische Richtung zu gehen. Nach dem ich ein freiwilliges soziales Jahr in Stockholm absolviert und in inklusiven Schulen gearbeitet habe, war mir klar, dass ich einmal selbst unterrichten möchte", erzählt Greta.

Wie Greta auf den Namen #unduso kam? "'Und du so?' frage ich selbst Leute in meinem Umfeld häufig um zu erfahren, was es so Neues gibt. Ich glaube weil viele Menschen oft unsicher im Umgang mit Menschen mit Behinderung sind, wollte ich aufzeigen, dass man auch eine Person mit, sagen wir, Down-Syndrom einfach mal fragen kann 'Und du so?', 'Was gibt's bei dir so Neues?'. Dieses Selbstverständliche, Unvoreingenommene hat mir dann gut gefallen und es ist dabei geblieben."

Mit ihrem Herzensprojekt will sie zeigen, dass hinter den Menschen auf ihren Bildern viel mehr steckt als nur ihre Behinderung. Und das schafft sie mit den kleinen Lebensgeschichten, die sie da erzählt: Da ist Fabian, der Superhelden liebt; Toni, die Greta jeden Morgen fragt, ob sie gut geschlafen hat; Yannis der Johnny Cash so sehr liebt, dass er allen von ihm erzählt und Rosa, die gerne eine Ausstellung mit ihren Bildern machen möchte, weil "warum eigentlich nicht?" Fragen wir uns auch! Und du so?

Themen: Instagram, Report

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