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Instagram: Unseren Neid habt ihr verdient

Ihr nennt es Instagram. Wir nennen es KRIEG! Das Ziel: Absoluter Neid. Die Waffen: Handycam und eine Auswahl sinnloser, aber dekorativ gestapelter Dinge.

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Instagram: Unseren Neid habt ihr verdient
© Instagram

Nirgends, nirgends, nirgends lässt sich so reichweitenstark protzen wie auf Instagram. Ich meine, jetzt mal ehrlich: was hat man von all den schönen Dingen, wenn man damit nicht angeben kann? Eben.

Und so mutiert Instagram immer mehr zum Kriegsschauplatz der Neidgesellschaft: Meine Yacht, meine Vuitton-Tasche, mein Moët, meine Louboutins. Damit es aber nicht einfach nur wie pure Angeberei daherkommt, übertreffen sich die echten Insta-Pros in der scheinbar zufälligen Inszenierung erlesener Stillleben.

Oha! Sowas aber auch. Da ist doch glatt alles aus meiner neuen Chloè-Tasche gepurzelt und ganz zufällig neben dem neuem vergoldeten iPhone-Case auf meinem neuen Acne-Kurzmantel gelandet. Da schau' her! HIER ist ja auch mein Notfalls-Ohrstecker mit Swarovski-Kristallen von Ryan Storer, in dem sich nun das Licht des Perlen-Lusters bricht!

Ihr wisst, wovon wir sprechen? Ihr wisst es.

Geben wir uns in dieser Schlacht um die besten Fotos, die schönsten Filter und die aufwendigsten Arrangements einfach geschlagen? Never ever ever.

Deshalb servieren wir euch hier das Rüstzeug, den ultimativen Guide, wie man zumindest den Hauch einer Chance im Buhlen um Likes und Follower hat.

1

REISE GALORE

I raided the mini bar for some breakfast in bed.

Ein von Patrick Janelle (@aguynamedpatrick) gepostetes Foto am

Das Prinzip: Finde einen Weg, dich mit nur einem Foto als Jet-Setter zu positionieren. Du benötigst: Ein chichi Hotel/Restaurant oder historisches Wahrzeichen und alle verfügbaren fotogenen Requisiten, um deinen aktuellen Standpunkt samt Status zu verdeutlichen. Beweis' dem Plebs, dass auch ein Frühstück mit Veuve, Macarons, Cashewnüssen und einer TV-Fernbedienung nicht weniger als ein verrücktes Abenteuer sein kann. Merke: Wichtig ist nicht, was du isst. Es ist die Haltung, die du transportierst!

2

ZUFALL DELUXE

Die Königsklasse. Die absolute Königsklasse. Tu' so, als hätte sich dieses Arrangement ganz zufällig und spontan ergeben. Und wenn die Leute mittlerweile so gevieft sind, zu erkennen, dass es geschlagene 46 Minuten gebraucht hat, um die Ringe so lässig zu platzieren und den Kamerawinkel so zu wählen, dass der Lichteinfall genau so.... EGAL! Who cares? Du hast 56 Likes gesammelt. Ätsch. Überhaupt verdient ja auch die Mühe, die du dir angetan hast, Anerkennung.

3

WORKING BEAUTIFUL

Take time to be thoughtful. Give love. Xk

Ein von Kelly Wearstler (@kellywearstler) gepostetes Foto am

Es mag zwar den Anschein haben... aber NEIN! Dein Leben besteht nicht nur aus dem Arrangieren begehrenswerter Luxus-Artikel, sensationeller Hauben-Menüs neben antiken Blumentöpfen oder einem Shopping-Bummel samt des verpflichtenden Matcha-Latte in der beringten Hand. Manchmal, da arbeitest du auch. Oder besser: "Sortierst deine Gedanken, sammelst Inspiration." Ein Schnappschuss, der dich schlicht bei der ARBEIT zeigt? Du Banause. Du kompletter Anfänger! Organisiere stattdessen dekoratives Zubehör wie eine knallrote Schreibmaschine, in die du ein handbeschriftetes Brief-Kuvert klemmst. Damit das Bild nicht zu dezent wird: Binde ein knallfarbene Buntstifte liebevoll zu Bündeln und platziere sie gut sichtbar neben der Schreibmaschine. Äpfel als Brainfood, die Designer-Clutch ist sowieso obligatorisch. Vor allem aber: Vergiss' nicht, deine Ringe im oberen Bildrand zu positionieren. Die derart vermittelte Botschaft: Für Handarbeit bin ich mir nicht zu schade. Und dann: good work!

4

SPIEL MIT STIL

Scrabble so hard 𯰰 @alexeijoel @imogenlr

Ein von Margaret Zhang 章凝 (@margaret__zhang) gepostetes Foto am

Muss das Leben nur aus Arbeit bestehen? Eben. Work hard, play hard. Oder so. Aber "Spiel des Lebens" – vergiss es. Kinderkram, gestriger. Wir spielen mit Domino-Steinen, Scrabble und ... äh. Schoko-Ostereiern. Noch Fragen? Danke.

5

ORDNE, ORDNE... ORDNE

Zeig' dem Volk, was Ordnung heißt. Aber vermittle dabei en passant, was für ein wahnsinnig belesenes, interessiertes Wesen du bist – das außerdem noch um das exquisite Zusammenspiel von Farb, Form und Symbolkraft weiß. Der Playboy in der unteren Reihe? Liberale Einstellung, ein wenig flirty und keck. Ein Kochbuch? Genussmensch mit Stil. Der Houellebecq auf Stapel 2, dritter von unten? Intellektuell, aber sowas von. Noch besser allerdings ist es, wenn du (siehe obiger Insta-Post) eine Heerschar von Assistenten hast, die für dich kleine Büchertürmchen häufen, damit du dich....

...WICHTIGEREM widmen kannst?

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