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Internationale Gehaltsstudie: Große Verluste für Österreichs Mütter

Eine neue Studie zeigt, dass Frauen in Österreich nach der Geburt eines Kindes besonders dramatische Lohneinbußen erleiden...

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Internationale Gehaltsstudie: Große Verluste für Österreichs Mütter
© Photo by sergio salamanca on Unsplash

Wir werden nicht müde es zu betonen: Frauen in Österreich verdienen für die gleiche Arbeit immer noch weniger, als ihre männlichen Kollegen. Nicht zuletzt das Frauenvolksbegehren machte auf diesen Umstand aufmerksam. Selbiges betonte kürzlich auch eine Institution, die nicht im Verdacht steht, die feministische Weltrevolution vorantreiben zu wollen: Das Weltwirtschaftsforum (WEF). Für den Bericht wurden Aspekte wie die Teilnahme von Frauen am Wirtschaftsleben sowie die Themen Bildung, Gesundheit oder Politik untersucht. Das Ergebnis: Bei der Lohngerechtigkeit schneidet Österreich besonders schlecht ab und landet nur auf Platz 107 von 149 untersuchten Ländern.

Der Gender Pay Gap ist real

Eine aktuelle Studie der Universitäten Princeton und Zürich hat nun außerdem untersucht, welchen Einfluss die Geburt eines Kindes auf die Lohnschere zwischen Mann und Frau hat. Das Ergebnis? Die Geburt eines Kindes hat in jedem der untersuchten Länder Auswirkungen auf den Gender Pay Gap. Besonders langfristige Folgen auf die finanzielle Situation von Müttern hat sie aber bei uns in Österreich: Zehn Jahre nach der Geburt des ersten Kindes liegt das Erwerbseinkommen von Frauen in Österreich im Schnitt um 51 Prozent unter dem Wert ein Jahr vor der Geburt. Wenig überraschend gibt es laut der Studie in Österreich für die Männer jedoch keine Nachteile.

Der Grund für den Gender Pay Gap nach der Geburt

Hat die Babypause Auswirkung auf unsere Karrierechancen?

Die Forscher geben die reduzierte Arbeitszeit als Grund an, warum die finanzielle Situation von Müttern besonders prekär ist. Und gerade in Österreich ist die Teilzeitquote bei Frauen besonders hoch. Gleichzeitig würden sich aber auch die Aufstiegschancen nach der Geburt verschlechtern. Die Dauer der Karenz hat laut den Autoren wiederum keine Auswirkungen. Änderungen der Karenzregelungen bringen Müttern auf ihrem Karriereweg de facto als nichts. Warum? Das traditionelle Rollenverständnis ist in unserer Gesellschaft tief verankert. Noch immer gehen wenig Väter in Karenz.

Mehr Kinderbetreuung als Lösung?

Um die Lohnschere zu schließen, wäre einer der wichtigsten Schritte, das traditionelle Bild der Frauen, die unbezahlter Arbeit nachgehen und das der Männer, die "das Brot nach Hause bringen", zu sprengen. Ein schleppender Prozess. Die langjährige frauenpolitische Forderung, dass die Karenzzeit in allen Berufen und Kollektivverträgen angerechnet werden sollte, wäre da leichter umzusetzen - und eine längst überfällige Reform.