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8. März - Weltfrauentag: 3 Generationen im Talk!

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Bloggerin Fleur de Mode (20), ORF-Moderatorin Mari Lang (33) und Kabarettistin Barbara Balldini (50) sprechen mit WOMAN über das heutige Frauenbild und ihre persönlichen Erfahrungen mit Sexismus!


Bloggerin von Fleur de Mode © Bild: Fleur de Mode

Hristina, 20, Bloggerin

Sie ist jung, zielgerichtet, erfolgreich als heimische Bloggerin, studiert - hat die 20-jährige Hristina von Fleur de Mode noch mit Problemen, wie Generationen an Frauen vor ihr, zu kämpfen? Ist dies überhaupt noch ein Thema für sie?

WOMAN: Hast du schon einmal vom Weltfrauentag gehört? Was hältst du davon?
Hristina: Klar habe ich schon vom Weltfrauentag gehört. Ich finde es wichtig, dass es Tage wie diese gibt, an denen die Weltbevölkerung zum Denken angeregt und darauf aufmerksam gemacht wird, dass in vielen Ländern die Gleichberechtigung nicht so selbstverständlich ist wie bei uns. Löst zwar nicht das Problem, dennoch gibt der Weltfrauentag einen Denkanstoß der - auch wenn nur minimal - etwas bewegt.

WOMAN: Hast du dich in deinem Leben schon einmal als Frau zurückgesetzt oder belästigt gefühlt - beziehungsweise hattest du schon einmal mit Sexismus zu tun?
Hristina: Leider ja. Mein schlimmstes Erlebnis war, als ich an einer Rolltreppe stand und ein alter Mann mir von hinten auf den Hintern griff. Ich war so schockiert, dass ich ohne etwas zu sagen, weggelaufen bin. Im Nachhinein bereue ich es schon ein wenig, nichts dagegen unternommen zu haben, aber vielleicht war es auch besser so. Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob ich mich gegen einen großen und muskulösen Mann hätte wehren können.

WOMAN: Unterscheidet sich dein Leben von dem deiner Mutter?
Hristina: Da liegen Welten dazwischen. Meine Mutter ist in Mazedonien aufgewachsen und musste bereits in jungen Jahren lernen Verantwortung zu übernehmen und sich neben der Schule, um den ganzen Haushalt kümmern, während meine Großeltern den ganzen Tag gearbeitet haben. Der Unterschied liegt darin, dass ich 100-prozentig Kind sein durfte, meine Mutter aber sehr früh erwachsen werden musste, mit 19 meinen Bruder auf die Welt gebracht hat, geheiratet hat und nach Österreich gezogen ist. Ich hingegen lebe mit 21 immer noch bei meinen Eltern und werde die nächsten 3 Jahre, bis ich mein Studium abgeschlossen habe, auch bleiben. Mehr Pflichten, als mein Studium erfolgreich abzuschließen, habe ich nicht. Was nicht bedeutet, dass ich nicht arbeiten würde und im Haushalt mithelfe, ich möchte damit nur zeigen, wie streng sie aufgewachsen ist und wie locker ich mein Leben leben darf. Mit 24 brachte meine Mutter ihr zweites Kind - also mich - zur Welt, führte einen eigenen Haushalt und sorgte für eine ganze Familie. Dass ich mit 24 eine Familie gründen werde, bezweifle ich sehr.

WOMAN: Beim Vergleich mit deiner Mutter: Siehst du hier eine Entwicklung oder eine Verbesserung für dich als Frau im Gegensatz zur früheren Generation?
Hristina: Meine Mutter erwähnt immer wieder, wie sehr sich die Zeiten geändert haben. Ich persönlich sehe das positiv, denn heute haben wir soviel Freiheit wie noch nie zuvor. Dass meine Generation den Vorteil hat, sich frei entfalten zu dürfen, möchte ich auch noch hervorheben weil es für mich als Frau kaum etwas Wichtigeres gib, um sich als erwachsener Mensch glücklich und vollkommen zu fühlen. Menschen, die eine andere Meinung vertreten sind einfach primitiv, aber meiner Meinung nach dennoch nicht weniger wert. Man kann ihnen dieses eingeschränkte Denken nicht übel nehmen, wenn sie es anders nicht kennen. Die Freiheit ist so selbstverständlich geworden, wie noch nie zuvor. Kaum zu glauben, dass es Zeiten gab, in denen Frau den Mund halten musste und Mann das Sagen hatte. Zum Glück war das bei meiner Mutter nicht der Fall. Es gab zwar strenge Regeln im Haus, sie hat es aber nie als Pflicht angesehen ihrer Familie zu helfen, es war einfach selbstverständlich in jungen Jahren die Eltern zu unterstützen.

WOMAN: Hast du Brüder und hast du manchmal das Gefühl, dass diese anders behandelt werden?
Hristina: Ich habe zwei Brüder, einen jüngeren und einen älteren, wir werden gleich behandelt. Meine Eltern achten sehr darauf, dass unter uns Gleichberechtigung herrscht.