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Intervallfasten Erfahrungsbericht: Wir haben die 16:8 Diät getestet

Diäten sind schwer, aber diese hier könnte das Leben um einiges vereinfachen. Was genau es mit intermittierendem Fasten oder der 16:8 Diät auf sich hat und wie es uns damit ergangen ist, verraten wir euch!

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Intervallfasten Erfahrungsbericht: Wir haben die 16:8 Diät getestet

Intervallfasten: Die Diät für Undisziplinierte!

© Photo by Dan Gold on Unsplash

Wir stellen da mal eine These auf: Fast jeder Mensch hat schon einmal eine Diät ausprobiert – ja, Ernährungsumstellungen zählen hier auch dazu. Durchschnittlich halten wir eine Diät laut Studien aber nur maue sieben Wochen durch. Unser Mangel an Willenskraft ist etwas beängstigend und nahezu deprimierend, aber es ist auch beruhigend zu wissen, dass wir nicht alleine sind. Also erst mal das Positive sehen! Wir sind nicht alleine damit, wenn uns nach ein paar Wochen eiserner Diät nächtlicher Heißhunger packt...

Somit ist klar: Je weniger Regeln, desto eher gelingt es uns eine Diät oder auch Ernährungsumstellung länger durchzuhalten. So sind wir auf das Intervallfasten gestoßen. Die 16:8 Diät scheint nämlich genau das Richtige für alle Undisziplinierten und Faulis zu sein!

Intermittierendes Fasten: Was sind die Vorteile der 16:8-Diät?

Die 16:8-Diät oder auch intermittierendes Fasten genannt war ein Bestseller-Buch der New York Times aus dem Jahr 2012. Die Diät selbst ist also nichts Neues, aber eine aktuelle Studie hat ergeben, dass diese Diät einige gesundheitsfördernde Aspekte birgt. So hilft sie dabei den Fettanteil im Körper zu reduzieren und gleichzeitig die Muskelmasse zu erhöhen. Aber nur wenn sie für mindestens acht Wochen lang durchgezogen wird.

Intervallfasten: Wie funktioniert die 16:8-Diät?

Der Name der 16:8-Diät oder Acht-Stunden-Diät ist selbsterklärend. Innerhalb eines 24-Stunden-Tages darf acht Stunden lang gegessen werden und die restlichen 16 Stunden wird gefastet.

Die Zeitangabe ist die einzige Regel, an die man sich rigoros halten sollte. Viele Menschen verzichten auf Frühstück und essen lieber zwischen 13 und 21 Uhr. Wer aber ohne Frühstück nicht leben kann, soll morgens ordentlich reinhauen und dann nach 17 oder 18 Uhr nichts mehr essen! Während dieser acht Stunden darf gegessen und getrunken werden, was und so viel man will (wirklich alles), danach aber nichts mehr, außer schwarzer Kaffee, Wasser und Tee.

Es gibt übrigens auch noch andere Intervalle:

  • 36:12-Rhythmus: Dabei fastet man jeden zweiten Tag. Am "Ess-Tag" isst du zwischen 8 und 20 Uhr normal.
  • 20:4-Rhythmus: Das Fenster, an dem gegessen werden darf, beträgt jeden Tag nur vier Stunden.

Julie Shatzel, eine Ärztin aus Kalifornien, setzte ihre Patienten auf diese Diät und erzielte damit großartige Ergebnisse. Die Patienten konnten weiterhin wie gewohnt essen und dabei abnehmen, ohne dabei großartige Veränderungen machen zu müssen. Die einzige Regel: Nur acht Stunden pro Tag essen. Laut Schatzel wird unser Stoffwechsel dadurch positiv verändert. Unsere Gene sind vorprogrammiert, bestimmte Dinge tagsüber und abends zu machen. Indem wir unsere Essenszeit beschränken, kann unser Stoffwechsel auch besser arbeiten. So zumindest die These

Wie vermeidet man den Jojo-Effekt?

Wer nach der achtwöchigen Diät kein Jojo-Effekt erleben möchte, sollte nicht zu oft sein Essensfenster erweitern. Legt anfangs lieber zwei Tage pro Woche ein, in denen ihr auch mal nach den acht Stunden esst, und erweitert erst nach und nach das Zeitfenster. Cheat-Days sind also durchaus erlaubt und eventuell sogar förderlich...

Erfahrungen: Schnell abnehmen mit Intervallfasten?

Ein Grund mehr, Intervallfasten einmal selbst auszuprobieren. Ich wagte mich also an den Versuch und habe das intermittierende Fasten acht Wochen lang getestet. Gleich vorweg: Ich bin normalgewichtig, treibe regelmäßig (rund drei Mal die Woche) Sport, esse halbwegs ausgewogen und habe es gar nicht darauf angelegt, großartig abzunehmen. Ein, zwei Kilos wären zwar ganz schön, vielmehr ging es mir aber darum, wieder mehr Rhythmus in mein Leben und mein Essensverhalten zu bringen. Ich bin nämlich Typ Snack-Esserin - und ein stressiger Bürojob mit unregelmäßigen Arbeitszeiten ist da nicht gerade förderlich.

Smoothie zum Abnehmen
Mein tägliches "Frühstück"

WOMAN testet: Meine Erfahrung mit Intervallfasten

16:8-Diät: Eine App als Kontrolle

Ich habe mich dazu entschieden, von nun an auf das Frühstück zu verzichten und habe mein ungefähres Essens-Zeitfenster auf 13:00 bis 21:00 gelegt. Um das auch wirklich zu kontrollieren, habe ich mir die App "Zero" auf mein Handy geladen. Die ist wirklich deppensicher. Mehr als auf "Mit dem Fasten starten" und "Fasten beenden" drücken muss man dabei nämlich nicht. Ist das Fasten erfolgreich beendet bekommt man eine Benachrichtigung aufs Handy. Praktisch!

Meine Kleider passen wieder (besser)

Um mir eine zusätzliche Challenge zu setzen, habe ich mir außerdem vorgenommen, auf raffinierten Zucker zu verzichten. Und ich kann jetzt schon verraten: DAS gestaltete sich um einiges schwieriger... Das 16:8-Fasten ließ sich wiederum perfekt in meinen Alltag integrieren und konnte ich mit ein paar Cheat-Days auch ziemlich easy durchziehen.Am Vormittag gab es für mich jetzt nur Espresso und Zitrone-Ingwer-Wasser und nach der Arbeit bewahrte mich die auferlegte Regel vor dem nächtlichen Gang zum Kühlschrank. Kalorien gezählt oder sonderlich (mehr) auf meine Ernährung geachtet habe ich während der letzten acht Wochen nicht - nur auf Süßigkeiten habe ich wie gesagt verzichtet.

Fazit

Dank der App hatte ich auch immer genau im Blick, wann ich essen durfte und wann nicht. Hatte ich beispielsweise für den Abend ein Dinnerdate geplant, habe ich zu Beispiel später meine erste Mahlzeit zu mir genommen, um dann am Abend ordentlich Zeit für das Essen zu haben. Das Schönste? Ich habe wieder gelernt nur dann zu essen, wenn ich auch wirklich Hunger habe. Der nächtliche Netflix-Snack um 23:00 ist nämlich ganz sicher nicht notwendig . Ob sich etwas auf der Waage getan hat und wie viel ich in den acht Wochen abgenommen habe? Ich weiß es ehrlich nicht, weil ich mich seit Jahren nicht mehr wiege. (Das ist eine andere Geschichte und HIER erfährst du, warum) Was ich aber sagen kann: Ich wache seither jeden Morgen mit einem flachem Bauch auf und habe nicht das ungute Gefühl, noch vom Vortag angegessen zu sein. Auch meine Skinny-Jeans passen wieder besser und ich bilde mir auch ein, dass meine Haut reiner geworden ist. Das kann aber auch am Zuckerentzug liegen. Ich werde jedenfalls weitermachen und empfehle die Ernährungsumstellung jeder und jedem, die so wie ich gerne viele kleine Mahlzeiten am Tag essen, sich nicht einschränken wollen, aber sich trotzdem bewusster ernähren wollen. Die 16:8-Diät hat mich nämlich tatsächlich "gezwungen" weniger zu essen und ab und zu genauer zu überlegen, ob das Stückerl Käse oder die dunkle Schokolade heute noch drin sind. Und dem muss man sich bewusst sein: Will man Kilos verlieren - egal ob langsam oder ratzfatz - ein bisschen verzichten muss man immer...