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Im Gespräch mit einer ehemaligen IS-Kämpferin

Sie wurde von falschen Versprechungen gelockt, war entsetzt über sich selbst und ihre Taten und flüchtete schließlich vor der IS-Brigade.

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Frau in Niqab
© Kevin Browne/ iStock/ Thinkstock

Die erschütternden Meldungen rund um den IS (Islamischer Staat) beziehungsweise ISIS (Islamischer Staat im Irak und in (Groß-)Syrien) bestimmen schon seit Wochen unsere Nachrichten. Die dschihadistisch-salafistische Terrororganisation, die nach militärischer Eroberung eines Gebiets im Irak und in Syrien ein Kalifat, also einen grenzüberschreitenden, islamischen Gottesstaat, ausgerufen hat, findet immer mehr Zulauf. Schließlich sind tausende Menschen verzweifelt, die seit Jahren im erbitterten syrischen Bürgerkrieg aufgerieben werden und oftmals alles verloren haben. Außer den Glauben und genau dies wird hemmungslos ausgenützt.

CNN International-Korrespondentin Arwa Damon sprach nun exklusiv mit einer IS-Deserteurin über die Terrororganisation. Die ehemalige Grundschullehrerin schloss sich der Frauen-Brigade an, nachdem sie an friedlichen Protesten gegen den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad teilnahm. Im Internet lernte sie schließlich einen Mann kennen, der sie zum IS lockte. Im folgenden Video spricht sie über ihre Aktivität beim IS, die Brutalität der Terroreinheiten sowie ihren erfolgreichen Austritt aus der Organisation:


Die ehemalige IS-Kämpferin über den Konflikt in ihrem Heimatland, der sie zum IS führte:
„Alles um uns herum war Chaos. Die freie syrische Armee, das Regime, die Fassbomben, Anschläge, die Verletzten und so viel Blut – ich wollte mich davon losreißen. Mein Problem war, dass ich zu etwas viel Hässlicherem rannte.“

Über ihren Austritt aus der Brigade: „Am Anfang war ich zufrieden mit meiner Arbeit. Ich hatte das Gefühl, Autorität auf den Straßen zu haben. Aber dann bekam ich immer mehr Angst – ich begann sogar Angst vor mir selbst zu haben. Ich begann zu denken: ‚So bin ich nicht. Ich habe einen Universitätsabschluss. Ich sollte so nicht sein. Was ist mit mir passiert?’”

Über die Gräueltaten des IS: „Das Schlimmste, was ich gesehen habe, war, als ein Mann direkt vor mir geköpft wurde. Die ausländischen Kämpfer sind sehr brutal mit Frauen – sogar mit denjenigen, die sie heiraten. Es gab Fälle, in denen Frauen ins Krankenhaus eingeliefert wurden, weil sie sexuell misshandelt wurden.“

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