Ressort
Du befindest dich hier:

Eine IS-Sklavin erzählt: "Konvertiere oder stirb"

Sie ist erst 16, hat aber schon Erschreckendes durchgemacht: Zeinat, ein jesidisches Mädchen, wurde von IS-Chef al-Baghdadi versklavt bis ihr die Flucht aus den Fängen des IS gelang.


jesidisches Mädchen

Im Gespräch mit Zeinat, einem 16-jährigen Mädchen, das von IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi als Sklavin gehalten wurde.

© CNN International

Immer wieder waren Jesiden das Ziel für Verfolgungen im Nahen Osten. Doch die aktuellen Vernichtungsstrategien des Islamischen Staates kommen schon einem Genozid gleich: Tausende Männer wurden seit 2014 bereits vom IS getötet, noch mehr Frauen und Kinder wurden versklavt, vergewaltigt und zwangsverheiratet. Dabei ist das Jesidentum eine nicht missionierende Religion, der man einzig durch Geburt angehören kann. Die Terrorganisation IS jedoch beschuldigt die Jesiden der Teufelsanbetung.

Und so sind zehntausende Jesiden auf der Flucht. Ebenso Zeinat (Name geändert) und ihre Familie. Gemeinsam mit vielen anderen Flüchtlingen, die am Fuße des irakischen Berges Sinjar kampierten, waren sie für die Terrorkämpfer ein leichtes Ziel und wurden in Gefangenschaft genommen sowie verschleppt. Zuerst wurde das Mädchen von ihrem Vater getrennt, dann von ihren Schwestern. Wie viele jesidischen Frauen, wurde auch Zeinat versklavt, um „das Eigentum des Islamischen Staats“ zu werden.

Aber Zeinat wurde auf einem Sklavenmarkt an keinen normalen Kämpfer zugeteilt, sondern musste dem IS-Chef Abu Bakr al-Baghdadi und seiner Familie dienen, wie sie in folgendem Video erzählt:

Sie spricht darin über all die Misshandlungen, die sie durch die Terroristen erfahren hat. Außerdem berichtet sie über ihre Freundschaft mit der amerikanischen Geisel Kayla Mueller, die ebenfalls an Abu Bakr al-Baghdadi verheiratet werden sollte. „al-Baghdadi hat sie vier Mal vergewaltigt, das hat Kayla mir erzählt“, berichtet Zeinat. „Er kam danach zu mir und sagte, dass er das Gleiche mit mir vorhabe.“

„Sie sagten immerzu: Vergesst eure Väter und Brüder. Wir haben sie getötet. Vergesst auch eure Mütter und Schwestern, sie sind jetzt mit uns verheiratet.“ Als sie ankam, musste sie ein Video ansehen, das die Enthauptung eines Weststaatlers zeigte. „Sie sagten: Du hast die Wahl: Konvertiere zum Islam oder stirb, so wie der da.“, berichtet Zeinat.

Schließlich gelang Zeinat mit anderen gefangengehaltenen Mädchen die Flucht. „Wir kamen an den Schlüssel und öffneten die Tür. Wir rannten und rannten. Dann sahen wir ein Haus außerhalb von Aleppo … Dort war eine arabische Frau. Sie sagte: ‚Kommt rein, kommt rein. Ich werde euch helfen und euch in den Irak bringen‘. Sie sagte, sie würde uns helfen, aber dann rief sie Abu Bakr al-Baghdadi an.“

Wie Zeinat letztendlich doch die Flucht gelang, siehst du im vollständigen CNN Interview unter: cnn.it

Thema: Report