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Generation Y: Wie findet man heute die große Liebe?

Wie kann es sein, dass so viele junge, gut aussehende, intelligente Menschen Single sind? Wir haben mit einer Expertin über die Liebesprobleme der Online-Generation gesprochen und erfahren, wie man heute die große Liebe findet.

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Dating in der Generation Y

Den Mann fürs Leben finden scheint vielen heutzutage unmöglich...

© istockphoto.com

Der Online-Generation (auch Generation Y genannt) stehen wirklich alle Türen offen. Junge Menschen heutzutage sind gut ausgebildet, international vernetzt und ständig auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer. Nur eines will ihnen nicht gelingen: Die Liebe. Doch woran liegt das? Wie kann es sein, dass junge, gutaussehende Menschen sich ständig über ihr Single-Dasein beschweren? Sie haben schon unzählige Tinder-Matches und Dates gehabt... trotzdem: Irgendwie wird nie was daraus. Die Berlinerin Julia Heyne weiß Rat. In ihrem Buch "It's a match" beschreibt sie die typischen Probleme heutiger Singlefrauen und gibt Tipps, wie man den Mann fürs Leben findet und auch behält. Wir haben die junge Buchautorin um ein Interview gebeten.

»Dieses Bedürfnis, immer weiter nach dem perfekten Partner zu suchen, verhindert echte und gute Beziehungen.«

WOMAN: Ist es heute schwieriger die große Liebe zu finden, als vor 30 Jahren?
Julia Heyne: Das kann ich so nicht beantworten. Ich glaube aber, dass man vor 30 Jahren den potentiellen Partner eher festgehalten hat und schneller verbindlich wurde. Heute verbreiten Online-Dating, Flirt-Apps usw. schnell das Gefühl, dass man vielleicht jemanden finden könnte, der besser zu einem passt, als der Mensch, der da gerade vor einem steht. Dieses Bedürfnis, immer weiter nach dem perfekten Partner zu suchen, verhindert echte und gute Beziehungen.

WOMAN: Warum sind so viele junge, gutaussehende und intelligente Menschen Single?
Julia Heyne: Diese Frage kommt immer wieder auf und ich denke, dass viele Singles Fragen wie "Warum ist eine so tolle Frau/ein so toller Kerl wie du noch Single?" nicht mehr hören können. Heute ist es generell nicht einfach den passenden Deckel zu finden – und bevor man einfach nur mit irgendjemandem zusammen ist, sind viele Menschen lieber solo. Außerdem unterstellt man mit dieser Frage all den jungen, gutaussehenden und intelligenten Menschen, dass sie unbedingt einen Partner finden wollen. Wir leben aber Gott sei Dank in einer Zeit, in der wir auch als Single für uns sorgen und glücklich sein können und nicht mehr auf einen Partner angewiesen sind.

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WOMAN: Sind heute alle Männer beziehungsunfähig? Oder haben auch die Frauen Probleme mit Bindungen?
Julia Heyne: Dass es vor allem die Männer sind, die sich als beziehungsunfähige Kreaturen entpuppen, reden wir Single-Frauen uns ganz gerne ein, wenn wir zufällig wieder mal an ein Exemplar geraten sind, das nicht bereit ist, mit uns zusammen zu sein. Ich kenne wirklich einige Männer, denen ich diesen Stempel auf die Stirn drücken würde – aber ich kenne ebenso viele Frauen, bei denen das so ist. Ich glaube, das ist ganz einfach eine Sache des Charakters und nicht des Geschlechts.

WOMAN: Wie kommt's, dass so viele suchen und sich dann doch nicht binden wollen?
Julia Heyne: Ich selbst habe mir diese Frage auch schon öfters gestellt. Es kann sein, dass man denkt, man würde sich wirklich eine Beziehung wünschen, dabei ist es eher das Umfeld, das einem diesen Wunsch suggeriert. Einfach weil es ‚normal’ ist, in diesem Alter irgendwann unter die Haube zu kommen. Oder weil man versonnen die "Rama"-Werbung anschaut und sich einbildet, diese Idylle würde man sich auch wünschen. Wer aber innerlich nicht wirklich bereit für eine ernste Partnerschaft ist, sondern aus den falschen Motiven sucht, der wird sich sehr schwer tun, eine solche aufzubauen. Was man auch nicht unterschätzen darf: Als Langzeit-Single in seinem Solo-Leben hat man es sich gut eingerichtet und möchte sich vielleicht gar nicht verändern. Auch, wenn ich weiß, dass ich mir eine gut funktionierende Beziehung wünsche, ist mir klar, dass es gar nicht so einfach wird, sich plötzlich auf ein Leben zu zweit einzustellen. Manchmal denke ich, an dem Vorwurf, dass Singles, die lange allein waren, "schwierig" werden, ist etwas dran... Abgesehen davon ist es so, dass Mutter Natur Frauen, die sich auf jeden Fall mal eine Familie wünschen, ab Mitte 30 ein wenig Druck beschert, während Männer sich damit ruhig etwas Zeit lassen können.

WOMAN: Womit können Frauen Männer beim ersten Date beeindrucken?
Julia Heyne: Wer Dates zu ernst nimmt, läuft Gefahr, vielleicht in eine Rolle zu schlüpfen oder etwas darstellen zu wollen, was man gar nicht ist. Ich finde, bei einem ersten Date, das im besten Fall zu einer glücklichen Beziehung führt, ist es wichtig, authentisch zu sein. Schließlich möchte man ja, dass sich der andere wirklich für einen interessiert und nicht für irgendein Idealbild, das es so gar nicht gibt. Zudem könnte es ganz schön anstrengend werden, die Rolle, in die man geschlüpft ist, auf Dauer aufrecht zu erhalten.

WOMAN: Ist Tinder tatsächlich eine reine Sex-App?
Julia Heyne: Nein, ich denke nicht, dass Tinder eine reine Sex-App ist. Ich habe über die Single-App einige nette Männer kennengelernt, mit denen ich keinen Sex hatte, mit denen ich heute aber befreundet bin. Ich kenne auch Paare, die sich über Tinder oder eine andere Flirt-App kennengelernt haben. Aber ganz klar ist auch, dass es ziemlich leicht und unkompliziert ist, über diese Apps an Sex zu kommen und dass das auch ausgenutzt wird. Sollten beide das wollen, wunderbar. Ist einer der beiden aber auf der Suche nach etwas Ernstem, ist Vorsicht geboten.

WOMAN: Vorsicht? Kein Sex vor dem 5. Date zum Beispiel? Bringt das was?
Julia Heyne: So eine Regel gehört echt in die Mottenkiste! Ich finde, jeder sollte für sich entscheiden, wann man das erste Mal im Bett landet. Außerdem kommt das ja auch immer auf die jeweilige Dating-Situation an. Klar kann es passieren, dass aus einer Sache nichts wird, weil man bereits beim ersten Date übereinander hergefallen ist. Das ist mir auch schon passiert und ich schließe nicht aus, dass das auch etwas mit dem berühmten "Jagdinstinkt" der Männer zu tun hat. Ich kenne aber auch Paare, die beim ersten Date gemeinsam in der Kiste gelandet und heute immer noch glücklich sind.

»Vielleicht ist es ja der Partner auf den zweiten Blick, wer weiß?«

WOMAN: Die alles entscheidende Frage: WO und WIE kann man die große Liebe finden?
Julia Heyne: Eine gute Frage, die sich Millionen von Singles stellen. Gäbe es darauf eine allgemein gültige Antwort, wäre unsere Welt wie ein Rosamunde-Pilcher-Film. Ich denke, dass es nicht zwingend der EINE Traumprinz sein muss, da man auch mehrere große Lieben haben kann. Die Voraussetzung: Man muss mit offenen Augen durchs Leben gehen und bereit dafür sein, auch in einer Situation, in der man null damit rechnet, jemanden kennenzulernen. Klingt blöd, ist aber so: Wer nur auf der Couch rumgammelt, darf sich nicht wundern, Single zu bleiben. Offen für Neues sein, neue Leute kennenlernen und auch den Leuten eine Chance geben. Vielleicht ist es ja der Partner auf den zweiten Blick, wer weiß? Ebenfalls wichtig: Sich nicht unter Druck setzen (lassen), das Leben genießen und niemals den Humor verlieren. Das Happy End in der Liebe wird kommen – früher oder später, denn ein Quäntchen Glück gehört in Sachen Partnersuche natürlich auch dazu.

Das Buch "Its a match!" von Julia Heyne ist ab 1. Dezember 2015 im ausgewählten Buchhandel und Online auf www.droemer-knaur.de erhältlich. Preis: ca. 9,99 Euro .

It's a Match von Julia Heyne
Die Autorin Julia Heyne lebt und arbeitet in Berlin. Sie ist rund um die Uhr auf der Suche nach Liebesgeschichten der Generation Y.

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