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Jamie Oliver: Ungesunde Rezepte?

Jetzt geht´s dem Star-Koch an den Kragen. Denn britische Wissenschafter behaupten: Jamie Olivers Gerichte sind ungesünder als Fertigessen. Wir sind der Sache auf den Grund gegangen.

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Jamie Oliver: Ungesunde Rezepte?
© Getty Images

Wer Jamie Olivers Rezepte kennt, weiß, dass bei ihm aus ein paar Spritzern Olivenöl schnell mal eine ordentliche Portion wird. Auch in der Zitronentarte à la Jamie finden sich 13 Eier plus eine ordentliche Portion Zucker .

Und genau diese großzügigen Extras, die seine Kreationen so verführerisch machen, brechen ihm jetzt vielleicht das Genick.

Jamie Oliver: Sind seine Gerichte zu fett?

Britische Wissenschafter verglichen 100 Fertiggerichte mit 100 Rezepten von Jamie und seinen britischen Fernsehkoch-Kollegen. Das überraschende Ergebnis: Die Fertigprodukte schnitten im Vergleich besser ab.

Der Vorwurf an die Köche: zu viele Kalorien, zu viel Zucker, zu viel Fett! Und das gerade bei Oliver, der doch das Schulessen in England gesünder machen und amerikanischen Kindern Obst und Gemüse näherbringen wollte. Aber stimmt das wirklich? Kann selbst gekochtes Essen ungesünder sein als Fertigprodukte?

Jedes Rezept hat im Schnitt 42% Fett!

Wenn es nach der Ernährungswissenschafterin Ingrid Kiefer geht, hat die Studie durchaus ihre Berechtigung. "Jedes der untersuchten Rezepte hat im Schnitt 630 kcal, und davon stammen allein 42 Prozent aus Fett“, erklärt sie. "Da Fett ein wichtiger Geschmacksträger ist, schmecken die Gerichte besonders gut, sie sind aber aus ernährungswissenschaftlicher Sicht nicht sehr empfehlenswert.“ Einzig beim Salzgehalt konnten die Köche punkten. Er war bei ihnen niedriger als bei den Fertigprodukten.

Ungesünder als Fertignahrung?

So weit, so gut. Trotzdem hat die Studie auch ihre Tücken. Wer genau hinsieht, bemerkt schnell, dass künstliche Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker oder Zusatzstoffe gänzlich außer Acht gelassen wurden. Aber gerade sie tragen einen großen Teil dazu bei, dass Fertigmahlzeiten eigentlich nicht zu den gesunden Speisen zählen.

Ingrid Kiefer weiß zudem: "Vor allem können auch in Fertigprodukten große Mengen Fett, ungesunde gesättigte Fettsäuren, zu viel Zucker und eine Menge Salz vorkommen. Hier lohnt ein Blick auf die Zutatenliste. Wenn Sie Industrieprodukte nehmen, sollten diese sorgfältig ausgewählt und mit frischen Zutaten ergänzt werden.“

Und auch für das Selberkochen hat die Expertin Tipps: "Der Vorteil ist natürlich, dass man die Zutaten selbst auswählen und fettarme Zubereitungsmethoden wie Dämpfen oder Dünsten anwenden kann. Zusätzlich sollten viel Gemüse und Vollkorngetreide auf dem Teller landen.“

Genuss mit allen Sinnen

Was bei der ganzen Diskussion nicht außer Acht gelassen werden darf, ist natürlich der Genuss. Denn der Name Jamie Oliver steht ja bekanntlich für Schlemmerei und nicht gerade für leichte Speisen.

Aber mit ein paar Tricks kann man auch aus seinen Kalorienbomben gesunde und leichtere Varianten zaubern. Verwende beispielsweise anstelle von Schlagobers die weit weniger fettige Variante Sauerrahm. Und auch beim Öl kann man getrost um die Hälfte der Angabe reduzieren. Bei Süßspeisen lässt man zumindest ein Drittel des empfohlenen Zuckers weg, und schon sind ein paar Hundert Kalorien gespart. Dann überwiegen immer noch der Genuss und die Freude über das selbst gekochte Essen im Vergleich zu Fertigprodukten.

Thema: Rezepte

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