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Sie führt das Leben, das wir gerne hätten!

Traumstrände, perfekte Wellen und ein braun gebrannter Körper. Janine Reith (27) im Talk über ihr perfektes Leben - und was sie dafür tun musste.

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Janine Reith - Surferin Interview

Seufz... und hier nur kalt und Gatsch.

© via instagram.com/janinereith

Landet man auf ihrem Instagram-Account, denkt man nur: "Ich will auch." Janine Reith lebt ein Leben, das sich jeder wünscht. Sie reist um die Welt, surft und sieht dabei immer so unfassbar gut und glücklich aus. Momentan pendelt die 27-Jährige zwischen Innsbruck und diversen Surf-Spots hin und her. Wir hatten das Glück sie für ein kurzes Interview zu treffen und mit ihr über ihr (zumindest scheinbar) perfektes Leben zu sprechen.

WOMAN: Liebe Janine, wie lange surfst du eigentlich schon?
Janine: Eigentlich surfe ich erst seit 2,5 Jahren effektiv (lacht).

WOMAN: Wie? Aber wir haben Fotos gesehen. Das sieht nach Profi aus!
Janine: Naja, mit 20 war ich für einen Sprachaufenthalt in Costa Rica und stand zum ersten Mal am Board. Danach musste ich aber Matura machen und dann habe ich gleich mit meinem Studium angefangen. Da gab es auch nur kurze und wenige Trips zum Meer.

WOMAN: Erinnerst du dich noch an den Moment, als du zum ersten Mal auf dem Surfboard gestanden bist?
Janine: Ja, das war in Gran Canaria bei einem Schnupperkurs (1,5 Stunden) als ich 19 war. Ich hatte keine Ahnung was ich da tue... Ich hatte bei diesem Partyurlaub gar keinen Bock auf Surfen aber meine Freundin hat mich überredet. Als ich dann auf diesem riesigen, gelben Anfänger-Board stand, war ich auf einmal absolut überwältigt von dem Gefühl übers Wasser zu schweben. Dieses Erlebnis hat sich damals schon in meinen Kopf eingebrannt und ich wollte das wiederholen.

WOMAN: Wenn man sich dein Instagram-Profil anschaut, wird man echt neidisch… Besteht dein Leben echt nur aus Wellen reiten und rumreisen?
Janine: Ich sage es ja nur ungern aber tatsächlich besteht mein Leben derzeit nur daraus (lacht). Ich versuche so oft und so viel wie möglich zu surfen und nehme dafür auch einiges in Kauf. Ich schlafe im Auto bei Eiseskälte, nehme lange Fahrten für wenige Stunden surfen auf mich und sobald ich wieder in Innsbruck bin tüftle ich an der Planung meines nächsten Trips.

WOMAN: Wie finanzierst du deine Reisen?
Janine: Hauptsächlich durch meine journalistischen Arbeiten und als freiberufliche PR- und Social Media Managerin. Ich versuche hier einfach meine beiden Leidenschaften (filmen/schreiben und surfen) zu verbinden. Mittlerweile unterstützen mich auch ein paar Marken und steuern Equipment bei (Wetsuit, Kleidung usw.). Wenn das Geld mal nicht reicht, was eigentlich kontinuierlich der Fall ist, jobbe ich in Bars, Restaurants, als Promoterin, oder auch als Bauarbeiterin. Alles ist möglich. Man muss es nur wollen und darf sich nicht zu schade sein, sich auch mal die Hände dreckig zu machen.

»Als ich in Australien war, habe ich dort auf dem Bau gearbeitet, um mir die Reise zu finanzieren!«

Bauarbeiterin?
Janine: Ja! Als ich in Australien war, habe ich dort auf dem Bau gearbeitet, um mir die Reise zu finanzieren!

WOMAN: Respekt... was auch viel Respekt verdient: Du reist meist alleine. Was ist der Reiz beim Alleine-Reisen?
Janine: Der größte Reiz ist sicherlich die Unabhängigkeit. Ich entscheide ohne Kompromisse zu welchen Spots ich fahre und wohin die Reise geht. Außerdem mag ich die Herausforderung Dinge alleine zu bewältigen und mich auch in schwierigen Situationen durchzubeißen. Ich denke so etwas prägt einen und schult die Menschenkenntnis.

WOMAN: Hat das alleine Reisen was mit Selbstfindung zu tun?
Janine: Ich reise nicht allein um mich selbst zu finden, sondern vielmehr um ich selbst sein zu können und um Gleichgesinnte kennenzulernen. Das Schöne ist: Wenn man alleine unterwegs ist, nimmt man seine Umwelt und die Natur viel stärker wahr.

WOMAN: Hast du das Gefühl, dass immer mehr Frauen alleine reisen?
Janine: Ja, das habe ich. Dennoch gibt es so viele starke Frauen, die von Zweifeln geplagt sind. Ich möchte mit meinen Bericht über meine Solo-Trips andere Frauen dazu ermutigen auch mal alleine die Koffer zu packen. Davon abgesehen ist man nur allein, wenn man das wirklich sein möchte. Man lernt auf Reisen so schnell neue Leute und damit Freunde kennen.

WOMAN: Wie sieht dein Alltag derzeit aus?
Janine: Egal ob ich in Innsbruck oder auf Reisen bin: Ich stehe früh auf und mache Sport. Danach kümmere ich mich um Anfragen, schreibe Artikel oder an meinem Buch. Wenn es gute Wellen gibt, dann bin ich meist draußen und surfe mindestens 2x täglich für 2-3 Stunden.

WOMAN: Was fasziniert dich so am Surfsport?
Janine: “those few seconds I experience riding a wave or being inside a barrel are the ones that give me the most joy. In this moment, you´re more focused on what´s happening around you than any other time. You listen to the sound of the wave, you read the wave and you try to understand what will happen next to be prepared. Surfing is extremely challenging. You need lots of courage and ambition, patience and strength before you even enter the water. And then, when you´re finally there, you can´t get enough of it. Surfing is for life. Waves are not just a movement in the water to me, they also make me move – and travel. The way surfing enhances the urge to travel, you get to know so many different places and cultures, different people and maybe even yourself a bit better. You sharpen your senses and your awareness for the world you live in. I think the sea empowers you to grow because it challenges you in a way you can´t experience on solid ground. I personally believe surfing is not only a sport, it´s a way of life. ” - das ist, wie ich's auf meiner Homepage (www.janine-reith.com) erklärt habe.

WOMAN: Von welchem Fleck dachtest du auf deinen Reisen: "WOW, das ist das Schönste, das ich je gesehen habe"?
Janine: Oh no, ich habe befürchtet ihr würdet diese Frage stellen (lacht). Es gab so viele schöne Orte aber wenn ich mich jetzt wirklich auf einen Ort festlegen müsste wäre das Margaret River in Western Australia. Warum? Wegen des Klimas und der unberührten Natur, sowie der rohen, ungeschliffenen und doch perfekten Wellen dort.

WOMAN: Welcher Spot ist deiner Meinung der perfekte Surf-Spot für Frauen?
Janine: Santa Teresa in Costa Rica! So viele Gleichgesinnte Surfergirls, wunderbare, warme und weiche Wellen und Good Vibes!

WOMAN: Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?
Janine: Mein einziger Plan ist nichts zu planen und alles so zu nehmen wie es kommt und daraus das bestmögliche zu machen (lacht).
Doch ein Ziel habe ich trotzdem: Mein Buch zu veröffentlichen und irgendwann mal mit meiner Familie an einem Strand mit guten Wellen zu wohnen.
Ein sehr wichtiges Anliegen ist es, meinen Eltern irgendwann das zurückgeben zu können, was sie mir stets an Unterstützung und Verständnis entgegengebracht haben - und sie stolz zu machen. Ich würde ihnen irgendwann gerne ein sorgenfreies Leben ermöglichen, ihnen einen Urlaub spendieren oder ähnlich Gutes tun.

Themen: Reise, Instagram