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Japanisches Magazin löst mit sexistischem Uni-Ranking Shitstorm aus

An welcher Uni können Männer am schnellsten Mädels bei Partys aufreißen? Dieses Ranking veröffentlichte ein japanisches Magazin und löste damit einen Shitstorm aus.

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japan magazin shitstorm
© istockphoto.com

Wo lassen sich am leichtesten Mädels auf Partys aufreißen? Diese Frage hat sich das japanische Magazin Spa! gestellt und dementsprechend ein Ranking mit dazugehörigen Unis veröffentlicht. Der Artikel hatte allgemein einen Shitstorm ausgelöst, doch vor allem eine Frau setzte sich für eine Richtigstellung ein. Kazuna Yamamoto ist eine Studentin an der International Christian University und fühlte sich von dem Uni-Ranking so angegriffen, dass sie eine Onlinepetition gegen den Artikel in die Welt setzte.

Sie wirft dem Artikel vor, Frauen zu sexualisieren und sie zum Objekt zu degradieren. "Japan wird heuer den ersten G20-Gipfel im Lande haben und in diesem Zusammenhang ist es lächerlich, dass es noch immer solche Artikel zu lesen gibt." , schrieb Yamamoto. "Frauen zu sexualisieren ist kein Spaß. Denn laut einer Studie des japanischen Justizministeriums melden nur 18,5 Prozent der Frauen einen sexuellen Missbrauch oder eine Vergewaltigung. Was ist mit den restlichen 81,4 Prozent? Sie sprechen nicht darüber."

"Sexismus ist kein Spaß!"

Die Petition hat über 46.000 Unterschriften gesammelt, womit das Ziel von 50.000 jetzt schon fast erreicht ist. Vor kurzem hatte sich das Magazin offiziell für den Artikel entschuldigt. "Wir wollen uns für die provokative Sprache entschuldigen, die wir in dem Artikel benutzt haben. Was das Thema Sex anbelangt, werden wir uns bemühen, offen für alle Meinungen zu sein." , schrieb das Magazin in einer Presseaussendung.

Japan ist eins jener westlichen Länder, in denen progressive Bewegungen wie #MeToo kaum Aufmerksamkeit bekommen. Und das ist absurd, denn gleichzeitig gilt das Land als eines der modernsten was die Technik und das Arbeitsleben anbelangt. Trotzdem scheinen Themen wie Gleichberechtigung nicht an der Tagesordnung der Politik zu stehen.

Die Lage in Japan: Eher mau.

Im Gegenteil: 2018 gab die medizinische Universität in Tokio offen zu, dass bewusst die Ergebnisse von Aufnahmetests verändert wurden, damit nicht so viele Frauen studieren können. Die Verantwortlichen gaben an, dass Frauen - wenn sie einmal geheiratet hätten - nicht mehr die langen Schichten im Krankenhaus übernehmen könnten.

Karenz wie bei uns? Keine Chance! In vielen Bereichen gilt der sogenannte "Schwangerschafts-Turnus". Demnach sollen Frauen warten "bis sie an der Reihe sind" mit dem Gebären. Oder nach einem Kind erst Recht "Ruhe geben" - wie es im Fall von Sayako war, die mit der Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen ist.

Zum Glück melden sich dann doch JapanerInnen zu der Lage in ihrem Heimatland zu Wort. So wollen zum Beispiel zwei Frauen an 26 Orten rund um den Globus heiraten, um für die Öffnung der Ehe in Japan einzustehen.