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Ehe für alle: Aus Protest heiratet queeres Pärchen 26 Mal

Weil in Japan noch immer keine homosexuellen Paare heiraten dürfen, wollen sich zwei Frauen 26 Mal das Ja-Wort geben, um zur Öffnung der Ehe zu kämpfen.

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Misato Kawasaki / Mayu Otaki
© Misato Kawasaki / Mayu Otaki

Jeder, der schon mal eine Hochzeit selbst geplant hat, wird bei folgender Meldung zusammenzucken: Ein japanisches Pärchen will 26 Mal heiraten! Aber das machen sie nicht, weil ihnen das Planen so viel Spaß machen würde, sondern aus Protest. Denn Misato Kawasaki und Mayu Otaki sind ein lesbisches Paar und können sich deshalb in ihrem Heimatland Japan nicht offiziell das Ja-Wort geben. Und um auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen, haben die beiden beschlossen in 26 Ländern eine Hochzeit zu feiern.

An den ausgewählten Orten sind gleichgeschlechtliche Hochzeiten durchaus möglich. Die Reise des Paares soll 6 Monate dauern und rund um die ganze Welt führen. Sie wollen nach Europa, Amerika und sogar nach Afrika reisen. Neben ihren Hochzeiten wollen sie auch andere queere Pärchen interviewen und mit PolitikerInnen über das Thema sprechen.

Misato Kawasaki / Mayu Otaki

Das Ziel ihrer Tour sei es, besser zu verstehen, warum noch immer Vorurteile gegenüber der gleichgeschlechtlichen Ehe existieren und warum Japan noch immer keinen Schritt in Richtung Gleichberechtigung getan hat. Außerdem wollen sie mit Fotos von queeren Paaren zeigen, dass Liebe universell und an keine Normen gebunden ist. Nach ihrer Rückkehr wollen sie der LGBTIQ-Community aber auch etwas zurückgeben: Wenn alles klappt, wird das Pärchen in Japan eine Firma gründen, bei der man Hochzeitszeremonien für queere Trauungen buchen kann.

Reisegeld durch Crowdfunding

Da die Reise aber nicht gerade günstig wird, sammeln Misato Kawasaki und Mayu Otaki Geld per Crowdfunding. Bis März wollen sie das Ziel von ungefähr 18.000 Euro pro Person erreichen, damit sie mit ihrem Trip beginnen können. Ihr Weg könnte sie übrigens auch nach Österreich führen, denn seit 1. Januar 2019 gilt auch bei uns die Ehe für alle.

Kawaski und Otaki sind nicht das erste lesbische Pärchen, das an mehreren Orten heiraten will. Zwei Künstlerinnen aus Belgien und Holland wollten 2018 genau denselben Plan verfolgen. Doch leider konnten sie sich ihren Traum nicht erfüllen: Eine der beiden starb plötzlich an einer lebensbedrohlichen Krankheit.