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Jessica Schwarz: "Keine Prinzessin!"

Wie lebt es sich auf einem Schloss mit 300 Zimmern? Und wer reinigt 420 Fenster? Ab Jänner erforscht Schauspielerin Jessica Schwarz auf ServusTV "Wo Grafen schlafen". Privat hat sie mit adeliger Etikette eher wenig am Hut.

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Jessica Schwarz: "Keine Prinzessin!"

Jessica Schwarz: Für ServusTV auf Adels-Tour

© 2013 Getty Images

Ganz außer Atem ist sie. Ihre Antworten kurz, zwischendurch schnappt sie nach Luft. Ob Jessica Schwarz gerade eine Joggingrunde absolviert hat? Die Schauspielerin, die wir zum Interview am Telefon erreichen, lacht: "Nein, ich putze nur gerade die Wohnung. Die vergangenen Tage war ein Freund aus Deutschland bei uns auf Wien-Besuch. Jetzt wollte ich zuhause ein bisschen aufräumen." Zuhause, das ist für die gebürtige Deutsche seit bald drei Jahren Wien. Hier lebt die 36-Jährige mit ihrem Lebenspartner, Kameramann Markus Selikovsky, 35, in einer Dachgeschosswohnung in der Innenstadt.

Nicht so epochal wie die Gesprächspartner ihrer neuen TV-Serie "Wo Grafen schlafen"(ab 9.1., donnerstags, 20.15 Uhr, ServusTV) . Dafür hat sie nämlich gemeinsam mit Eduard Habsburg - Urururenkel von Kaiserin Sisi - Familien besucht, die in Schlössern residieren. Schwarz: "Ich lebe trotzdem lieber in unserer Wohnung. Und bin froh, dass ich keine 420 Fenster oder 45 Schlafzimmer putzen muss."

»"In einer 40-Quadratmeter-Wohnung hätte ich auch meine Freuden!"«

WOMAN: Haben Sie als Kind nicht vom Leben als Prinzessin geträumt?
Jessica Schwarz: Als Kind fand ich sowas total toll! Meine Freundin und ich haben uns dicke Daunendecken umgebunden und sind damit durch die ganze Wohnung stolziert. Heute, einige Filme später, weiß ich, dass es nicht erstrebenswert ist, eingeschnürt im Korsett zu leben. Außerdem wäre ich keine gute Prinzessin. Ich habe nie saubere Fingernägel und bekleckere ständig meine Kleider. Auch mit der Etikette hab' ich es nicht so. Erst bei unserem Dreh habe ich gelernt, dass man sich in adeligen Kreisen nicht zuprostet. Das schickt sich nicht (lacht) .

WOMAN: Was hat Ihnen bei den Recherchen in Adelskreisen besonders gefallen?
Schwarz: Ich bin ein Interieurs-Freak. Durch die Hallen zu streifen, war spannend, ein alter Schrank hat mir so gut gefallen, dass ich ihn sofort gekauft habe. Aber leben möchte ich so nicht, es zieht immer irgendwo und ist kalt. Ich war nach jeder Folge erkältet.

WOMAN: Sie haben viele wohlhabende Familien getroffen. Wären Sie gern reich?
Schwarz: Ich habe mit meinem Freund, Markus, erst heute Früh darüber gesprochen. Ich glaube, dass ich, wenn ich irgendwo in einer 40-Quadratmeter-Wohnung leben würde, genauso meine Freuden hätte. Aber klar mag ich es, dass ich mir Dinge kaufen oder auf Urlaub fahren kann. Das ist Luxus für mich. Ich weiß aber auch, dass ich dafür viel aufgeben muss. Das vergangene Jahr war ich viel unterwegs und nur wenig zuhause. Familie und Freunde leiden darunter.

Mit dem Kameramann Markus Selikovsky lebt Schwarz in Wien

WOMAN: Sie leben seit fast drei Jahren hier. Was war Ihnen beim Umzug wichtig?
Schwarz: Die Lage! Wir haben anfangs in einer kleinen Wohnung im 21. Bezirk gelebt, das ging für mich gar nicht. Wenn ich einen Kaffee trinken gehen wollte, musste ich ins Shoppingcenter Nord fahren. Ich bin ein Stadtmensch und will rausgehen und um mich herum Museen, Kinos, Cafés haben.

WOMAN: Sie haben im TV bereits so viele verschiedene Frauen verkörpert - von der Krebspatientin bis zur psychisch Kranken. Suchen Sie auch privat das Drama?

Schwarz: Überhaupt nicht! Ich bin sehr harmoniebedürftig...

WOMAN: Moment! Vor zwei Jahren haben Sie mir erzählt, dass Sie nach Ihrem Exfreund einmal mit der Ratatouille-Pfanne geworfen haben!
Schwarz: (lacht) : Ich war noch nicht fertig ... Trotz aller Harmonie bin ich auch sehr emotional. Ich lasse nicht gerne locker, beiße mich in Themen fest und diskutiere schon auch gerne. Für mein Recht und meine Gedanken kämpfe ich!

WOMAN: Was wünschen Sie sich für 2014?
Schwarz: 2013 war ein sehr intensives Jahr, es hat sich viel bewegt. Es ist gut so, wie es im Moment läuft. Aber ich hätte Lust, wieder mehr Theater zu spielen. Und mehr in Wien arbeiten. Ich finde die Schauspielszene hier total spannend. Vielleicht meldet sich ja jemand, wenn er das liest...(lacht)