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Joesi Prokopetz: Eine göttliche (Urlaubs)komödie

Joesi Prokopetz urlaubte in Key West, Florida. Für den 60-jährigen Autor und Kabarettisten endete der Trip allerdings in einer großen Katastrophe – um ein Haar! WOMAN hat die Details.

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Kilometerlange Sandstrände, kristallklares Wasser und Kokosnusspalmen, wohin das Auge reicht. Joesi Prokopetz urlaubte gemeinsam mit seiner Frau Karin in Key West, Florida. Für den 60-jährigen Autor und Kabarettisten endete der Trip allerdings in einer großen Katastrophe – um ein Haar! Mit uns sprach der Entertainer über Selbstmordgedanken bei Sonnenuntergang und ein Morgan Freeman Double, das ihm den Glauben an die Menschheit wiederschenkte...

„Wir hatten gerade das Gepäck ins Taxi gehievt und waren auf dem Weg Flughafen ins Hotel, als mir meine Frau eröffnete, dass sie eine Überraschung für mich geplant habe“, erzählt Prokopetz vom gemeinsamen Trip in Amerika. „Ich machte mir keine allzu großen Gedanken darüber, was das sein könnte. Ich war vielmehr damit beschäftigt, meine gestreifte Tasche – die übrigens wirklich schiach ist – wie den Schatz der Nibelungen zu hüten." Denn darin befand sich quasi "seine Existenz": Kreditkarte, Laptop, Hotelvouchers, Rück-Flugtickets, Reisepässe und ein USB-Stick, auf dem sein neues Programm „Die Schöpfung. Eine Beschwerde“ (Premiere im März 2013) gespeichert war.

Prokopetz: "Mehr hab' ich nicht gebraucht!"

„Als wir dann kurz vor Mitternacht vor dem Hotel ankamen, sah ich ein Pärchen vor dem Eingang warten. Ich dachte mir noch: ‚Mei, der schaut aus wie mein Freund, der Kurt.’ Gleich darauf: ‚Und die Frau neben ihm schaut aus wie seine...’ Dann erst habe ich gegneißt, dass es tatsächlich die beiden waren. Vor Freude sprang ich aus dem Taxi, drückte dem Chauffeur das Fahrtgeld in die Hand und hob geschwind das Gepäck aus dem Kofferraum, im unsere Freunde zu begrüßen." Während sich die vier herzlich begrüßten, war der Taxler schon über alle Berge. Mit der gestreiften Tasche am Rücksitz ...

„Na, mehr hab ich nicht gebraucht!", seufzt Prokopetz. "Mir war klar: Die Chance, dass ich meine Habseligkeiten zurückbekomme, ist gleich Null. Ich habe in dem Moment mit meinem Leben abgeschlossen, war dem totalen Nervenzusammenbruch nahe und bereit, Suizid zu begehen.“ So groß war die Verzweiflung!

Doch der schusselige Kabarettist hatte Glück im Unglück: Freund Kurt, ein begeisterter Hobby-Fotograf, hatte die Prokopetz’ beim Aussteigen aus dem Taxi abgelichtet. „Auf dem Bild konnte man sogar die vierstellige Wagennummer erkennen. Nur leider stand meine Frau davor und verdeckte die letzte Ziffer."

Mit den spärlichen Infos zum Wagen ging’s also flugs zur nächsten Polizeistation. „Uns betreute ein von oben bis unten tätowierter Hispanic. So einen emotionslosen Menschen wie ihn habe ich noch gar nie gesehen! Ganz unbeeindruckt gab er uns zu verstehen, dass er nicht glaubt, dass ich meine Tasche je wiedersehen würde. Er werde sich aber um die Sache kümmern..."

Das Morgan Freeman-Double

In einer seiner schwärzesten Stunden, wie Prokopetz erzählt, stand er kurz später völlig verzweifelt in der Hotel-Lobby,als plötzlich ein Fremder neben ihm auftauchte. "Der Mann erinnerte mich an Morgan Freeman - und an den Taxifahrer, der uns Stunden zuvor zum Hotel gebracht hatte. Er war es! Es fühlte sich an, als wäre mir Gott erschienen!“ In der Hand hielt der Taxler die gestreifte Tasche. Die Polizei hatte es also geschafft, ihn ausfindig zu machen. „Ich drückte ihm 100 Dollar als Dankeschön in die Hand und den Tränen nahe sagte ich pathetisch zu ihm: ‚God bless you!’ und hab’s von ganzem Herzen so gemeint!“

Als wir Prokopetz fragen, was er aus der ganzen Sache gelernt habe, antwortet er beseelt: „Ich habe das Gefühl, es war ein Zeichen des Himmels. Als wolle mir jemand sagen: ‚Lieber Freund, es zahlt sich nicht aus, Agnostiker zu sein...’

Literarische Schmankerl zum Schmunzeln finden sich auch in Prokopetz’ neustem und bereits fünftem Buch „So weit. So komisch“ ( Almathea Verlag, 24,95 EUR, ab 23. August im Handel ). Da liefert der Satiriker humorvolle Ansichten zu Österreich und seinen Landsleuten.

Redaktion: Katharina Domiter