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Wir haben Jugendliche gefragt, was sie an der Corona-Situation besonders belastet

Sprachreisen werden abgesagt, Partys gibt es keine – eine Zeit, die sich für Jugendliche nicht auf "später" verschieben lässt. Sie haben uns erzählt, wie es ihnen dabei geht.

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Wir haben Jugendliche gefragt, was sie an der Corona-Situation besonders belastet
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Die Corona-Pandemie ist für uns alle herausfordernd. Während sich die Gedanken von Erwachsenen hauptsächlich um eventuell bevorstehendes Homeschooling, finanzielle Schwierigkeiten, wackelnde Jobs oder die Sorge von Risikogruppen im engsten Kreis drehen, sind Jugendliche mit ganz anderen Dingen beschäftigt. Sicherlich mit weniger existenziellen Problemen, aber ihre Sorgen sind dennoch berechtigt. Denn eine der prägendsten Phasen in ihrem Leben wird von der Pandemie überschattet.

Junge Menschen haben das Gefühl, ihr Leben ziehe an ihnen vorbei...

Mit dem Schwarm ins Kino gehen, ihn auf der nächsten Party wiedersehen, mit den Freunden auf Sprachreise fliegen – viele Erfahrungen, die Jugendliche zur Identitätsbildung und Entwicklung brauchen, fallen derzeit ins Wasser. Gleichzeitig werden ihre Anliegen selten ernst genommen... Wie eine Studie der Innsbrucker Uni zeigt, leiden vor allem junge Menschen unter dem Erliegen des sozialen Lebens. "Jugendliche sind mehr auf den sozialen Austausch und das urbane Leben ausgerichtet. Durch den Lockdown und die Einschränkungen verlieren sie daher auch mehr ihrer sozialen Kontakte", so die Studienleiterin, Notfallpsychologin Barbara Juen. Europaweite Studien kommen zu dem selben Ergebnis.

Wir haben mit vier Schülerinnen und Schülern aus einem Grazer Gymnasium gesprochen und zu unserem Erstaunen festgestellt: Die Teenies spüren mehr Verantwortung für sich und andere als man ihnen zuschreiben würde.

Lea (16): "Diese Zeit kann man nicht nachholen"

"Für mich ist das Schwierigste definitiv, dass ich nicht mit meinen Freunden ausgehen kann. Ich bin während dem Lockdown 16 geworden und hab mich schon darauf gefreut, endlich fortgehen zu können und in Clubs zu kommen, in die ich davor nicht durfte. Das geht nun alles nicht und man weiß auch nicht, wann das wieder möglich sein wird. Das macht mir ein bisschen Angst, weil ich glaube, dass das eine total wichtige Zeit im Leben ist. An die Maskenpflicht in der Schule und in den Öffis habe ich mich bereits gewöhnt. Was schade ist, ist, dass unsere Auslandsaufenthalte in Finnland und Spanien wegen Corona ins Wasser fallen. Sowas kann man auch nicht nachholen."

Livia (15): "Wir lernen daraus!"

"Für alle von uns ist es eine neue Herausforderung. Wir dürfen plötzlich nicht mehr hinausgehen, nicht mehr all unsere Freunde treffen, wenn wir überhaupt noch Freunde von uns sehen dürfen. Wir sitzen eingesperrt zu Hause mit unserer Familie, was auch oft nicht einfach ist und dann kommt noch der Onlineunterricht dazu, ganz schön schwierig. Trotzdem gewinnen wir daraus neue Erkenntnisse und lernen selbstständig zu sein, auch wenn wir alle irgendwie mit dieser Distanz fertig werden müssen, was uns nicht leicht fällt. Keine Partys, kein Treffen der Freunde und viel Schule, der Alltag in Corona. Ich finde man muss trotzdem positiv bleiben und das Beste daraus machen."

Tobias (15): "Ich hab mich an die Situation gewöhnt"

"Corona ist ein sehr heikles Thema und es ist sehr wichtig, dass man sich an die Maßnahmen, die von der Regierung vorgegeben sind, hält.
Ich selbst kann mich mit der Situation sehr gut abfinden und bin es mittlerweile gewohnt in Supermärkten, Restaurants und auch in der Schule Abstand zu halten und eine Maske zu tragen. Maßnahmen, die bezüglich der Partys oder auch Clubs getroffen wurden, sind natürlich „schmerzhaft", doch andererseits auch sehr verständlich und auch ich versuche mich dran zu halten, auch wenn das nicht immer funktionieren kann. Es wird noch seine Zeit brauchen, bis Covid-19 verschwindet oder wir dagegen einen Impfstoff produziert haben,. Bis dahin wird es noch ein langer Weg sein, doch dagegen kann man nichts machen, außer als einzelner Mensch sich vielleicht an die Situation mittlerweile gewöhnt zu haben und sich an die Maßnahmen zu halten."

Jonas (15): "Das E-Learning fällt mir schwer"

"Ich bin mit dem E-Learning am Anfang der Coronakrise sehr schwer zurechtgekommen. So eine Situation war für alle Schüler und Schülerinnen schwer und so hatte ich am Anfang ehrlich gesagt keine Ahnung, wie ich alles angehen sollte. Jedoch kam mit der Zeit eine gewisse Routine und man hat sich daran gewöhnt. Ich wurde mit dem E-Learning auch selbstständiger was das Erlernen von neuem Stoff angeht. Allerdings möchte ich auch erwähnen, dass das E-Learning bei weitem nicht das Schwierigste im Lockdown war. Für mich was das Zuhausebleiben und das Reduzieren der sozialen Kontakte das Schwierigste und somit auch die größte Herausforderung."

Thema: Coronavirus

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