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Was wissen Jugendliche über die Periode?

"Die Periode dient als Verhütungsmittel." Diese Ergebnisse einer Umfrage unter österreichischen Jugendlichen zum Thema Menstruation sind wirklich schockierend!

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Was wissen Jugendliche über die Periode?

Mehr als die Hälfte der Mädchen haben eine negative Einstellung zu ihrer Periode.

© istockphoto.com

Soeben veröffentlichte die erdbeerwoche, die österreichische Plattform für das Thema Menstruation und nachhaltige Frauenhygiene, die Ergebnisse einer anonymen Umfrage unter 1.100 Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren zu Wissensstand und Einstellung rund um Menstruation und Monatshygiene. Dies ist die erste repräsentative Umfrage zu diesem Thema unter österreichischen Jugendlichen. Die Ergebnisse sind überraschend und zum Teil schockierend:

„Aus unserer täglichen Aufklärungsarbeit wissen wir, dass die Periode noch immer für viele Mädchen ein großes Schreckensthema darstellt – entgegen der aktuell propagierten offenen und positiven Einstellung zu Menstruation", erklärt erdbeerwoche-Co-Gründerin Annemarie Harant. "Junge Mädchen erleben die Regel überwiegend negativ, was meist auch mit einem negativen Körpergefühl einhergeht."

Gefährliche Wissenslücken

Viel schlimmer als bei der Einstellung sieht es beim Wissensstand aus. Die Umfrage hatte zum Zweck, zu durchleuchten, inwiefern der schulische Aufklärungsunterricht das Thema Menstruation und Monatshygiene ausreichend behandelt. Fazit: Es herrscht enormer Aufholbedarf! So weiß beispielsweise jeder 3. Junge nicht, was Menstruation eigentlich bedeutet. Mehr als die Hälfte der befragten Jungen ist der Ansicht, dass die Menstruation zur Verhütung diene.

Besonders schockierend: Mehr als die Hälfte der Mädchen weiß nicht, wann ein Tampon spätestens gewechselt werden muss. Die meisten Mädchen haben noch nie vom toxischen Schocksyndrom (TSS) gehört.

Mit starken Regelschmerzen in der Schule

Jedes 3. Mädchen leidet unter Bauchkrämpfen während der Periode und wissen oft nicht, was sie gegen die Beschwerden tun und an wen sie sich wenden können. Nur 10% der Befragten wenden sich an den Schularzt, mehr als 60% würden ausschließlich mit einem Familienmitglied darüber sprechen und 20% verheimlichen ihre Beschwerden. „Dass Mädchen sich mit ihren Schmerzen oft allein gelassen fühlen und Hemmungen haben, mit jemandem darüber zu sprechen, führt nicht nur zu einer Isolierung der Betroffenen, sondern stellt auch einen deutlichen Einschnitt in ihre Lebensqualität und schulische Leistung dar,“ meint Bettina Steinbrugger, Co-Gründerin der erdbeerwoche.

Besonders brisant: Jedes 3. Mädchen hat so starke Regelschmerzen, dass es deshalb schon mal dem Unterricht fernbleiben musste. „Das zeigt akuten Handlungsbedarf von Seiten der Schulen, mehr Aufklärung zu diesem Thema zu bieten. Deshalb haben wir das Projekt erdbeerwoche@school gestartet und sprechen bewusst Mädchen und Jungen damit an, da ein echter Tabubruch nur gelingen kann, wenn beide Geschlechter ausreichend über das Thema Bescheid wissen,“ so Steinbrugger.

Projekt zur Aufklärung der Themen Menstruation und Monatshygiene für Schüler

Das Projekt erdbeerwoche@school hat sich zum Ziel gesetzt, eine flächendeckende Aufklärung rund um das Thema Menstruation und Monatshygiene an Schulen in Gang zu setzen. Dabei soll eine innovative digitale Lernplattform kombiniert mit physischem Anschauungs- und Lehrmaterial entwickelt werden, mit dem Ziel, Lehrende dabei zu unterstützen, Jugendlichen die notwendigen Inhalte rund um Menstruation und Monatshygiene zu vermitteln. Im Herbst starten die ersten Pilotworkshops an österreichischen Schulen, danach soll das Projekt auf Deutschland ausgeweitet werden.

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