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Was tun, wenn man vom Nachbarn angeflirtet wird?

So reagiert man richtig, wenn man sich in einer unangenehmen Situation befindet, aber nicht genau weiß, wie man es dem Gegenüber klarmachen soll.

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vom nachbarn angeflirtet
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"Unser Nachbar versucht mich anzubaggern."

Ich bin 17 Jahre alt und habe ein großes Problem. Ich wohne in einer Marktgemeinde im Westen, und viele Leute sind mit anderen bekannt. Meine Eltern sind befreundet mit unserem Nachbarn, ich mit seinen Töchtern. Seit einigen Wochen steigt mir der Nachbar hinterher. Ich habe keine Beweise, aber ich merke das. Er bietet sich immer an, mich im Auto mitzunehmen und mich zum Bahnhof zu bringen. Oder er redet mit mir über den Zaun, wenn meine Eltern nicht da sind. Ich finde ihn nett, aber nur als Nachbarn. Sein Verhalten ist mir schon unheimlich, und ich möchte nicht, dass mich ein älterer Mann versucht aufzureißen. Einmal habe ich mit meiner Mutter darüber geredet, und sie hat gesagt, ich bilde mir das ein, seine Freundlichkeit könne man auch anders deuten. Ich weiß wirklich nicht mehr, wie ich mich verhalten soll. Soll ich den Mann ansprechen?

Der Rat des Experten:

Sie merken, dass der Nachbar sich an Sie ranmacht. Das ist sicher keine Einbildung. Er verhält sich anders als früher. Offenbar, seit er Sie nicht mehr als Kind, sondern als junge Frau wahrnimmt. Sich als Ihr Chauffeur und Charmeur anzubieten, ist unangemessen. Sie dauernd anzuquatschen, ist aufdringlich. Dem Mann fehlt Gespür, welche Distanz er wahren muss. Das ist bei Männern leider öfter der Fall, bei älteren Männer gegenüber jüngeren Frauen erst recht daneben und obendrein unappetitlich.

Wenn Frauen ihnen freundlich begegnen, bilden Männer sich schnell ein, damit signalisierten sie Interesse an ihm als Mann. Dann werden sie erst recht aufdringlich. Manche halten sich gar für unwiderstehlich. Sie nehmen nicht wahr, dass sie zu einem unangenehmen Belästiger geworden sind. Sagt frau ihnen das direkt, weisen sie es entrüstet von sich und werfen Frauen schnell vor, "zickig" zu sein. Ihr Nachbar denkt sich womöglich nicht viel dabei. Er muss lernen, Grenzen zu erkennen und zu akzeptieren. Wichtig ist nicht, was er sich denkt, sondern was Sie empfinden. Was Sie nicht wollen, muss er sein lassen! Könnten Sie ihm deutlicher zeigen, was Sie nicht möchten? Könnten Sie ihm sagen, dass Sie nicht zu ihm ins Auto steigen möchten? Dass das Angebot freundlich gemeint sein mag, aber er es bitte lassen möge? Könnten Sie ihn wortkarg und kühl am Zaun abfertigen, wenn er Ihnen ein Gespräch aufzwingen will? Oder ihn zum Beispiel schlicht bitten, Ihnen Ruhe und Abstand zu gönnen? Wenn er wirklich ein freundlicher Nachbar ist und nicht mehr sein will, sollte er die Botschaft schließlich verstehen - ohne beleidigt zu sein.

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