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Junge Menschen sind die einsamste Altersgruppe (Nein. Social Media ist nicht schuld.)

Heutzutage gibt es tausende Möglichkeiten, Menschen kennenzulernen. Jeder von uns kennt gefühlt auch tausend Menschen. Aber warum sind viele dann trotzdem so einsam?

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Junge Menschen sind die einsamste Altersgruppe (Nein. Social Media ist nicht schuld.)
© Photo by Joshua Rawson-Harris on Unsplash

Das ganze Ding mit dem Erwachsenwerde kann ohnehin schon ziemlich hart sein, aber was, wenn es tatächlich bedeutet, auch für Einsamkeit prädisponiert zu sein? Das will nämllich eine neue Studie der BBC , das sogenannte Loneliness Experiment, herausgefunden haben. Laut der BBC-Studie gaben 27 Prozent der älteren Menschen über 75 an, dass sie sich oft oder sehr oft einsam fühlen, doch der höchste Prozentsatz war in einer viel jüngeren Altersgruppe zu finden. Die Studie, bei der 55.000 Menschen weltweit online befragt wurden, zeigte, dass junge Menschen die einsamste Altersgruppe sind, und es scheint, als ob es etwas ist, das jeder in dieser Phase seines Lebens durchmacht.

Jugend als Schlüssel zum Glück? Wohl kaum.

Bei den 16- bis 24-Jährigen gaben 40 Prozent an, dass sie sich einsam fühlen, was sie somit zur einsamsten Altersgruppe in der Studie macht. Denkst du noch immer, Jugend sei der Schlüssel zum Glück? Think again, denn das ist offensichtlich nicht der Fall.

Soziale Medien sind nicht immer der Buh-Mann!

Obwohl es schwer ist, genau zu bestimmen, warum sich diese jungen Erwachsenen so einsam fühlen, glaubt die Autorin Claudia Hammond nicht, dass es an den sozialen Medien liegt - diese sind ja gemeinhin oftmals der Sündenbock. Sie stellte fest, dass sämtliche teilnehmenden Personen auch gefragt wurden, wann sie sich in ihrem Leben am einsamsten gefühlt hatten. Das Ergebnis? Auch ältere Personen gaben das junge Erwachsenenalter als ihre einsamste Zeit an. Daher ist es schwer, die Einsamkeit der jetzigen Generation auf Instagram und Snapchat zu schieben. Immerhin hatten unsere Omas in vielen Fällen ja noch nicht mal ein Telefon., geschweige denn Insta oder Snapchat.

Stattdessen glaubt Hammond, dass diese "Übergangszeit" vom Jugendlichen zum Erwachsenen der Grund für all diese Einsamkeit sein könnte. Matura machen, Studium, der erste Job, Umzug, herausfinden, wer man wirklich sein möchte - das alles sind große Veränderungen. Da ist es gar nicht so schwer, sich einsam zu fühlen.

"Darüber hinaus sind diese jungen Menschen an diese Gefühle der Einsamkeit nicht gewöhnt und haben noch nicht die Erfahrung gemacht, dass sie meist wieder vorübergehen, oder es die Möglichkeit gibt Wege zu finden, mit diesen Gefühlen umzugehen", schrieb Hammond.

Wenn du also gerade den einsamen Teil des jungen Erwachsenenleben durchmachen solltest: Du bist nicht allein - nicht auf lange Sicht! Es hört sich ausgelutscht an: Aber auch diese Zeit wird vorübergehen. Und nach den Erkenntnissen der Studie ist diese Einsamkeitsphase auch tatsächlich die Schlimmste. (Können übrigens auch wir aus eigener Erfahrung bestätigen.) Das ist doch etwas Positives, oder?

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