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Junge Mütter leiden häufiger am Baby-Blues

Laut einer Studie leiden Mütter zwischen 16 und 24 Jahren besonders häufig an einer postpartalen Depression. Warum junge Mütter häufiger betroffen sind:

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Schlafstörungen, Vergesslichkeit, Angst und eine Art Fremdheitsgefühl gegenüber dem eigenen Baby: Die postpartale Depression hat viele Namen. Baby-Blues, Wochenbettdepression oder auch Heultage meinen ein und dieselbe Krankheit, wenn auch in Abstufungen. Laut einer Studie leiden 20 bis 25 Prozent der Frauen im ersten Jahr ihres Neugeborenen an Stimmungsschwankungen. Und an sich ist das nicht verwunderlich, denn ein Kind zu bekommen, verändert das Leben nachweislich. Deshalb zählt man die postpartale Depression auch zu den Anpassungsstörungen, da es den frischen Müttern schwerfällt, mit der neuen Situation zurechtzukommen.

Junge Mütter haben es schwerer.

Die anfänglichen Probleme müssen natürlich nicht automatisch in einer Depression enden, doch wegen mangelhafter Aufklärung und dem Druck, der häufig nur auf den Müttern lastet, bemerken Frauen erst sehr spät, dass sie psychisch krank sind. Dass die postpartale Depression häufig sehr junge Mütter trifft, hat eine britische Studie rausgefunden. 7000 Frauen wurden in einer sexualmedizinischen Umfrage befragt. Es stellte sich heraus, dass mehr als eine von drei Müttern im Alter von 16 bis 24 Jahren einen Hang zum Baby-Blues aufweist. Die Frauen beschrieben angstvolle Gedanken, dauerhafte Schlafprobleme und Isolation von Freunden und der Familie.

Oft beginnt die depressive Phase mit dem Gefühl, nicht gut genug mit dem Kind umgehen zu können. Oder der Angst, etwas falsch zu machen. Da aber durch die Gesellschaft vermittelt wird, dass Frauen das Muttersein eigentlich im Blut haben sollten, fällt es besonders jungen Müttern schwer, über ihre Probleme zu sprechen. Ein Film, der sich hervorragend mit der Thematik beschäftigt, ist "Tully". Charlize Theron spielt Marlo, eine knapp 40-jährige Frau, die zum dritten Mal Mutter wird. Da sie in den ersten Wochen nach der Geburt merkt, dass sie nicht mehr wirklich die Kraft hat, für drei kleine Kinder gleichzeitig zu sorgen, heuert sie eine "Night Nanny" an, die sich in der Nacht um den Säugling kümmern soll.

Über Probleme muss gesprochen werden.

In "Tully" wird die bittere Realität von überforderten Müttern gezeigt: das ewige Sorgen um die Nöte der Anderen und das Ignorieren der eigenen Bedürfnisse. Besonders interessant ist dabei die Rolle des Vaters: er ist zwar anwesend, verdient das Geld und ist liebevoll zu seinen Kindern und seiner Frau, doch merkt er nicht, wie sehr es Marlo auslaugt, die ganze Hausarbeit allein zu bewerkstelligen. Die Quintessenz des Films ist, dass man als Paar kommuniziert. Und ehrliche Kommunikation kann auch im wahren Leben ein Gamechanger für junge Mütter sein, egal ob sie mit der Frauenärztin, Hebamme oder ihrem Partner sprechen. Sie haben ein Recht auf Hilfe und Unterstützung!

Brauchst du Hilfe? An diese Stellen kannst du dich wenden:

Österreichische Frauen- und Mädchenberatungsstellen / Frauengesundheitszentrum / Familienberatung / Hebammenzentrum /

Themen: Eltern, Kinder

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