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Die erniedrigenden Jungfrauen-Tests in Indonesien

Frauen, die in Indonesien zum Militär wollen, um ihrem Land zu dienen, haben noch jungfräulich zu sein - und das wird mit einer entwürdigenden Methode überprüft.

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Militär in Indonesien
© Getty Images

Einfach alles an diesem Prozedere ist unfassbar, sexistisch und erniedrigend - und natürlich sind nur Frauen betroffen. Frauen, die ihrem Land dienen wollen. Frauen, die sich für den Dienst beim Militär (und bis 2015 auch bei der Polizei) melden. Denn wer in Indonesien zur Waffe greifen will, die darf noch nie im Leben Sex gehabt haben.

Erklärt wird dies - höchstwissenschaftlich untermauert selbstverständlich (Achtung - Ironie!) - damit, dass nur bei Jungfrauen die Sicherheit gegeben ist, dass bei jenen der psychische Zustand fürs Militär geeignet sei. Trotz Proteste von Menschenrechtsorganisationen beharrt Militärsprecher Fuad Basya im Interview mit dem „Guardian“ auf die Vorgehensweise: „Wir müssen die Mentalität dieser Bewerberinnen überprüfen." Und alle, die keine Jungfrauen mehr sind, wären "naughty", also unanständig und damit nicht für den Staatsdienst geeignet. Selbstverständlich aber nur die Frauen. Weil wo kämen wir denn da hin...

Aber es gibt eben nicht nur die theoretische Vorgaben, sondern auch den praktischen sowie schmerzhaften Test: Wie Human Rights Watch berichtet, werden dabei alle Anwärterinnen dem Zwei-Finger-Test unterzogen, um ihre Jungfräulichkeit zu beweisen. Dabei führt eine männliche Testperson seine Finger in die Vagina ein und versucht zu ertasten, ob das Jungfernhäutchen noch intakt ist. Ein Test, der mit einem wissenschaftlichen Beweis jedoch nicht viel zu tun hat. Darüber hinaus gaben sämtliche Befragten des Reports von Human Rights Watch an, dass der Test schmerzhaft, erniedrigend sowie traumatisch gewesen sei.

"Wir werden am Test festhalten, weil für eine Person im Militär der psychische Zustand das Wichtigste ist.“ Physische und intellektuelle Fähigkeiten seien sekundär so Militärsprecher Fuad Basya. Ebenso wie die Rechte von Frauen, wie es scheint...