Ressort
Du befindest dich hier:

Wie wäre es, wenn Kindermode anders wäre?

Große Mode-Retailer wollen Trendsetter sein. Und verhalten sich reichlich altmodisch: Mädchen tragen rosa Glitzer, Buben dunkle Superhelden-Shirts.


© Video: Just Kids Campaign

Es ist schon ein wenig kurios. Die großen Mode-Retailer rühmen sich damit, absolute Trendsetter zu sein, die neuesten Looks der Laufstege sofort in leistbarer Kopie in die Einkaufsstraßen zu transportieren, immer am Puls der Zeit zu bleiben.

Aber kann man von "am Puls der Zeit" sprechen, wenn in Wahrheit immer noch altmodischen Gender-Stereotypen nachgehangen wird? Werfen wir einmal einen Blick in die Kindermoden-Abteilung einer großen schwedischen Modekette:

Mädchen tragen Rosa, Glitzer, Herzchen und Einhorn-Motive. Die Buben? Furchterregende Totenköpfe, wütende Dinosaurier, Superhelden-Aufdrucke und motivierende bis rebellische Sprüche, die sie als die kleinen "Stars der Zukunft" präsentieren.

Ist doch nur Mode, mögen wir beschwichtigend meinen, man muss sich ja nicht über alles aufregen und darf sich ruhig auch ein wenig entspannen. Stimmt.

Trotzdem prägen diese modischen Botschaften. Sie verbreitern den Gender-Gap, den noch immer tiefen Graben zwischen den Geschlechtern. Sie schreiben Stereotype fest. Das Bild vom hübschen und sanften Mädchen und dem wilden, furchtlosen Buben.

Natürlich erklären wir unseren Kindern, dass sie alles sein können, was sie wollen. Mädchen können Bundeskanzlerin werden oder Astronautin, Buben als Friseur oder Kindergärtner arbeiten. Das ist wunderbar. Allerdings werden unsere Erklärungen alleine nicht reichen. Auch die Gesellschaft prägt das Bild. Die Botschaft, die Kindern per Mode vermittelt wird, hat sich über die Jahre kaum verändert.

Torny Hesle und Ingrid Lea, junge Eltern aus dem norwegischen Oslo und Inhaber einer Werbeagentur, haben deshalb eine fiktive Kampagne kreiert, mit der sie die großen Mode-Ketten auf die immer noch transportierten Gender-Stereotype bei Kindermode aufmerksam machen wollen: Die "Just Kids Campaign". Auf den Fotos und im Werbespot wurden die für Jungs und Mädchen vorgesehenen Kleider einfach durcheinander gemixt. Mädels tragen "Buben-Kleidung" und vice versa.

Am Ende, so die schöne Botschaft, ist es völlig wurst, wer Rosa oder Blau trägt. Es sind ... einfach Kinder.

Thema: Sexismus

WOMAN Newsletter

Deine täglichen Infos per Mail: News, Gewinnspiele und tolle WOMAN-Aktionen.

Ja, ich möchte den WOMAN-Newsletter erhalten. Ich nehme zur Kenntnis, dass ich die Newsletterzusendung jederzeit durch den in jedem Newsletter enthaltenen Abmeldelink widerrufen kann.