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Schwangerschaft & Geburt: Warum sich keine Frau für einen Kaiserschnitt schämen oder schuldig fühlen sollte

Eine natürliche, komplikationslose Geburt gilt als das Ideal. Wenn doch ein Kaiserschnitt notwendig ist, leiden viele Mütter und fühlen sich schuldig. Warum das kompletter Blödsinn ist.

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Schwangerschaft & Geburt: Warum sich keine Frau für einen Kaiserschnitt schämen oder schuldig fühlen sollte
© Photo by Patricia Prudente on Unsplash

Die meisten Frauen wollen bei der Geburt zumindest irgendeine Art von Kontrolle haben und hoffen auf eine natürliche Geburt. Viele Frauen fühlen nach einem (medizinisch notwendigem) Kaiserschnitt deshalb vor allen Dingen eines: Scham und Schuld. So hat Schauspielerin Kate Winslet ihren Not-Kaiserschnitt sogar jahrelang vertuscht und über ihre Geburt gelogen.

Warum all diese Schuldgefühle? Diese können von Studien getriggert werden, die besagen, dass ein Kaiserschnitt die langfristige Gesundheit eines Kindes beeinflussen könnte. So soll ein Kaiserschnitt mit einem höheren Risiko an Diabetes oder Adipositas zu erkranken, in Verbindung stehen. Forscher gehen davon aus, dass das mit dem erhöhten Stress zusammenhängt, dem ein Baby bei einem Kaiserschnitt ausgesetzt ist, zu tun hat. Im neuen Buch von Gynäkologin Amy Tuteur sagt diese aber, dass mit Notkaiserschnitten jährlich immerhin hunderttausende Mütter und Babys gerettet werden.

"Kaiserschnitt-Mütter sollten stolz auf sich sein!"

"Ein Kaiserschnitt verschiebt das Risiko. Eine vaginale Geburt bedeutet ein viel höheres Risiko für das Baby als für die Mutter. Bei einem Kaiserschnitt ist das Risiko für die Mutter marginal höher", schreibt die Gynäkologin, gibt aber auch zu bedenken, dass es heutzutage zu viele Kaiserschnitte gebe. Auch in Österreich kommen rund 30 Prozent aller Babys per Schnitt in den Bauch zur Welt. Einige dieser Operationen sind geplant. Doch eine beträchtliche Anzahl davon sind Notkaiserschnitte, weil bei der Entbindung Komplikationen auftreten. Viele Babys könnten laut Tuteur beispielsweise aber auch in Steißlage vaginal zur Welt gebracht werden - ganz ohne Komplikationen. Man könne aber eben nicht wissen, welche Babys das sein würden:

»Wenn eine Frau einem Kaiserschnitt zustimmt, sagt sie im Prinzip: 'Ich weiß nicht, ob mein Baby wirklich an Sauerstoffmangel leidet, ich will aber nichts riskieren. Macht den Kaiserschnitt und helft dem Baby. Wenn ich falsch liege ist das ein Preis, den ich gerne zahle."«

schreibt Tuteur in ihrem Buch und bringt es damit auf den Punkt: "Ich finde ja, dass Kaiserschnitt-Mütter besonders stolz auf sich sein sollten. Sie entscheiden sich in diesem Moment zwischen einem Risiko für ihr ungeborenes Baby und einem Gesundheitsrisikio für sich selbst. Wenn das nicht die Essenz der Mutterschaft ist, weiß ich auch nicht!"

Kaiserschnitt hinter oder vor dir? WOMAN Mom hat mit Kinderärztin Dr. Monika Resch und Craniosacral-Therapeutin Linda Steinbauer von der Kinderarztpraxis Schumanngasse über die Folgen einer Sectio gesprochen und was sie Müttern nach einem Kaiserschnitt raten.

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