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Karenz: So beeinflussen Männer ihre Partnerinnen

An der Gleichberechtigung kann noch gefeilt werden: Eine Studie zeigt, dass Männer ihre Partnerinnen in beruflicher Hinsicht beeinflussen - aber nicht umgekehrt.

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Karenz: So beeinflussen Männer ihre Partnerinnen
© istockphoto.com

In einer perfekten Welt wäre die Sache mit der Karenz gar keinen weiteren Gedanken wert: Mütter und Väter würden sich die Zeit mit dem Sprössling so aufteilen, wie es für beide passt, ohne dabei auf irgendwelche Konventionen achten zu müssen. Aber leider ist die Welt noch nicht soweit und so beugen sich viele Männer, die liebend gern ihre Arbeitszeit für das Kind reduziert hätten, noch immer den vorherrschenden Geschlechterrollen. Und da ist Kinderbetreuung einfach unmännlich. Und manche Frauen würden auch trotz Nachwuchs gerne an ihrer Karriere weiterarbeiten, ohne gleich als Rabenmutter zu gelten.

Frauen nehmen eher Rücksicht

In einer Studie des Institut für Psychologie der RTWH Aachen haben drei Forscherinnen festgestellt, dass die Lebens- und Arbeitseinstellung des Mannes maßgeblich die Aufteilung der Elternzeit beeinflusst - aber nicht umgekehrt. Dabei stützte sich das Forscherinnen-Team auf zwei Studien, die verschiedene Aspekte der Karenz-Einteilung beleuchteten. Eine der zentralen Fragestellungen war, ob Frauen mehr Rücksicht auf die berufliche Entscheidung ihres Partner nehmen als umgekehrt.

Insgesamt 138 heterosexuellen Paaren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden Aussagen wie "Frauen, die sich ihrem Job stark widmen, können nicht gleichzeitig gute Mütter sein." gezeigt, die sie nach eigenem Ermessen bewerten sollten. Gleichzeitig wurden die eigenen Karenz- und Arbeitszeiten abgefragt. Gleichberechtigt eingestellte Männer reduzierten ihre Stunden und gingen auch eher in Karenz, als die traditioneller eingestellten. Insgesamt konnten die Forscherinnen feststellen, dass die Herren ihre Partnerinnen in Hinsicht auf den Beruf beeinflussen, aber nicht umgekehrt.

Männer sehen sich als Familienoberhaupt

An sich lässt sich sagen, dass in Partnerschaften, in denen beide eine gleichberechtigte Einstellung haben, der Einfluss aufeinander ausgeglichen ist. Wenn aber Beide, oder nur der Mann, traditionellerer Ansicht ist, dann nimmt die Frau mehr Rücksicht auf ihn. Eine mögliche Erklärung für diesen Effekt ist, dass in vielen Kulturen noch immer der Mann als Ernährer der Familie gilt, weshalb es für viele Männer schwer ist, sich von den Traditionen zu lösen.

Dahinter liegt auch Druck, der von dem Umfeld ausgeübt wird, wie etwa von Arbeitskollegen oder Vorgesetzten. Viele Männer - und auch Frauen - fürchten, dass sie durch die Karenz einen Rückschritt in ihrer Karriere machen. Und solange an den äußeren Umständen nichts geändert wird, bleibt den Alternativen nicht genug Spielraum.

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