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Lächeln mit Biss

Du putzt regelmäßig Zähne, und trotzdem – beim nächsten Zahnarztbesuch entdeckt der Doktor ein kleines schwarzes Loch. Diagnose: Karies. Wir verraten, wie du ab sofort noch besser vorbeugen kannst, warum Süßigkeiten Gift sind und was die beste Putztechnik ist.

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Frau, Zähne
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Kaum jemand ist davor gefeit: Karies. Die fiesen schwarzen Flecken muss der Zahnarzt wegbohren. Wer diese unangenehme Erfahrung kennt, beugt gerne vor. Woran man Karies erkennt und was man dagegen tun kann, hat WOMAN beim Experten nachgefragt. Dr. Mehdi Zahedi (dr.zahedi.at) gibt Antworten.

Karies – Bakterien sind schuld

Lebewesen im Mund. Karies wird von einem Bakterium, das im Mund wohnt, verursacht. Um zu überleben, braucht es Kohlenhydrate. Denn diese werden in Glukose umgewandelt, von der es sich ernährt. Bei diesem Prozess entsteht Säure als Abfallprodukt, die den Zahnschmelz, an sich die härteste Substanz in unserem Körper, aufweicht. So wird er durchlässig, die Bakterien können sich darunter ansiedeln und ihre zerstörerische Arbeit beginnen. Sie zersetzen das Zahnbein und dringen bis in das Zahninnere vor. Spätestens dann spürt man die typischen Schmerzen und die Empfindlichkeit bei Hitze und Kälte. Denn im Inneren befinden sich die Nerven, die den Schmerz weiterleiten. Eine Vorstufe zu Karies sind weiße Flecken, sogenannte White Spots. Sie entstehen, wenn sich Speichel und Glukose zu einer klebrigen Masse, der Plaque, verbinden. Die bietet hervorragende Bedingungen für die Karies-Bakterien, sie entziehen dem Zahnschmelz wertvolle Mineralien, Kalzium und Phosphat.

Was tun bei Karies-Verdacht?

Ab zum Zahnarzt. Entdecke weiße Flecken auf den Zähnen, vereinbare sofort einen Termin. Denn diese Vorstufe der Karies ist noch vollständig heilbar: Zuerst entfernt der Arzt alle Zahnbeläge, dann übernimmt der Körper: Die Zähne werden mit Mineralien im Speichel repariert. Regelmäßige Mundhygiene unterstützt dabei. Bei richtigen Löchern hilft nur Bohren. Der Zahnarzt entfernt die kaputten Teile des Zahns und füllt die Lücken. Schiebe einen notwendigen Termin deshalb nicht vor sich her, je früher Karies entfernt wird, desto schonender ist auch der Eingriff.
Laserkraft. Auch in der Zahnmedizin hält die moderne Technik Einzug. Als Alternative zum Bohren kann man Karies heute schon bei ausgewählten Zahnärzten weglasern. Der Vorteil: Mit dem Laser wird die gebohrte Stelle gleichzeitig steril, es gibt keine Überlebenschance für Bakterien. Im Anschluss wird die gebohrte Stelle mit Ultraschall geglättet. Dadurch kann sich die dann eingesetzte Füllung perfekt mit dem Zahn verbinden, es gibt keine Hohlräume. Zahedi rät zu Porzellan-Inlays. Denn: "Kunststofffüllungen sind nicht so stabil und werden schnell abgenutzt."

Keine Chance der Karies!

Tipps zum Vorbeugen. Schon ein paar kleine Tricks helfen, Kariesbakterien das Leben schwer zu machen: Nasche nicht zu oft. "Süßes ist Fast Food für die Übeltäter", erklärt Zahedi. Denn die Glukose ist sofort verfügbar, der Zahnschmelz wird schneller aufgeweicht. Also lieber ein Mal eine große Portion Süßes als öfter eine kleine. Verzichte auch auf zuckerhaltige Getränke. Nach einer Mahlzeit ist die Zahnsubstanz weich und sensibel, deshalb nie direkt nach dem Essen putzen, sondern eine halbe Stunde warten. Trinke regelmäßig Wasser, das spült Speisereste weg und unterstützt die Speichelproduktion. Kaue nach dem Essen zuckerfreien Kaugummi: "Das regt den Speichelfluss an, seine Immunzellen neutralisieren Säuren. Außerdem aktiviert Kauen die natürliche Zahnbürstenfunktion von Wangen und Zunge", so Dr. Zahedi. Verwende fluoridhaltige Zahnpasta, das härtet den Schmelz. Und gehe zwei Mal im Jahr zum Zahnarzt bzw. ein Mal jährlich zur Mundhygiene.

So putzt du richtig.

Plfege-Guide. Damit die Zähne gesund, sauber und kräftig bleiben, ist es ein Muss sie zwei Mal täglich zu putzen. "Egal ob mit einer Handbürste oder elektrisch, entscheidend ist die Technik. Man darf nicht zu viel Druck ausüben", betont Zahedi. Bevor die Bürste zum Einsatz kommt, verwende Zahnseide, ein Mal täglich reicht. Achtung: Ziehe die Seide zwischen den Zähnen nicht rauf und runter, sondern hin und her. Danach kommt eine erbsengroße Menge Zahnpasta auf die Bürste. So geht's: Zuerst alle vier Kauflächen in kreisförmiger Bewegung putzen. Dann kommen die Zahnseiten und die Schneidezähne dran. Zahnbürste im 45-Grad-Winkel schräg zum Zahn ansetzen und in vibrierender Bewegung an den Zahnhälsen hin und her fahren. Dort befinden sich Bakterienkolonien, die du so zerstörst. Dann putze besenförmig von Rot nach Weiß. Am besten fange immer an der gleichen Stelle an und putzen rundherum. So wird kein Zahn vergessen.