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Karriere: Nutze die ersten 100 Tage

Was ziehe ich an? Wie merke ich mir alle Namen? Womit soll ich mich bei Kollegen positionieren? Die erste Zeit im Job ist spannend – es gibt aber auch viele Fallen! Mit diesen Tipps kommst du im Team bestimmt gut an.

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Karriere: Nutze die ersten 100 Tage
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Du hast den Job! Bewerbungsschreiben und Vorstellungsgespräch waren erfolgreich – jetzt startest du deinen ersten Tag im neuen Unternehmen. "Leider wird man nicht immer mit offenen Armen aufgenommen. Als 'Neuer' muss man seinen Platz im Team erst finden", so Karrierecoach Sabine Schwind von Egelstein. Sie rät: "Nehmen Sie die Ablehnung nicht persönlich und reagieren Sie mit entwaffnender Freundlichkeit. Das hilft!" Die ersten 100 Tage sind dabei die wichtigste Probezeit. Nur: Wie nimmt man die Karriere in der neuen Arbeit am besten in Angriff? Wir haben für dich zusammen mit Management-Trainerin Sabine Schwind von Egelstein (schwindvonegelstein.de) den optimalen Zeitplan und erklären, wie du ihn geschickt umsetzt …

Erster Monat

Fragen stellen, zuhören, beobachten und sich öfter einmal vorsichtig einbringen. Sabine Schwind von Egelstein erklärt: "Die ersten 30 Tage sollten vor allem dazu dienen, Schritt für Schritt die Firma, ihre Kultur, die Organisation, Namen und Hierarchien zu verinnerlichen."

Zweiter Monat

Nun ist es an der Zeit, Beziehungen mit den Kollegen aufzubauen. Außerdem sollte man seinen Platz im Unternehmen und in den einzelnen Teams finden.

Dritter Monat

"Jetzt können Sie zeigen, was Sie draufhaben!", motiviert die Expertin. "Demonstrieren Sie mit Fingerspitzengefühl Ihre Kreativität sowie Problemlösungskompetenzen. Arbeiten Sie an Ihrer Karriere – jedoch ohne dabei die Kollegen bloßzustellen."

Der erste Eindruck zählt!

Timing, Outfit & Styling. Wer am ersten Arbeitstag zu früh dran ist, zeigt zwar Engagement, aber auch, dass er ein schlechtes Zeitmanagement hat. Genauso schlecht kommt es aber an, wenn man zu spät kommt. Den Weg zum neuen Arbeitsplatz solltest du dich deshalb bereits vorab aufmerksam anschauen. Am besten plane zur Sicherheit auch eine halbe Stunde Zeitpuffer ein. Image-Designerin Schwind von Egelstein hält fest: "Pünktlichkeit muss selbstverständlich sein, genauso wie angemessene Kleidung. Junge Berufseinsteiger sollten hier besonders achtsam sein." Wenn du nicht genau weißt, wie der Dresscode im Unternehmen geregelt ist, lieber zu gut als zu schlecht angezogen erscheinen. Achtung: "Zu legere Freizeitkleidung oder extremes Make-up machen nie einen guten Eindruck."

Fragen, zuhören, beobachten

Augen auf! Alle Antennen auf Empfang stellen: Zuerst wirst du im Büro herumgeführt und den neuen Kollegen vorgestellt. Mit ein paar Smalltalk Fragen kannst du die gleich besser kennenlernen: "Wie lange sind Sie schon in der Firma?" oder "Was beinhaltet Ihr Aufgabengebiet genau?" So lernst du auch die internen Abläufe kennen. Zeige Interesse, stelle viele Fragen und höre gut zu. Du kannst auch nach allfälliger Arbeit fragen – Kollegialität ist immer hilfreich, um das Eis zu brechen. Wenn du unsicher bist, ob du die anderen gleich duzen kannst, solltest du erst abwarten und schauen, wie die Gewohnheiten in der Firma sind: "Stellen
Sie sich am besten mit Vor- und Nachnamen vor, erstmal nicht von sich aus das 'Du' anbieten."

Du merkst dir nicht gleich alle Namen? Vielleicht klappt es mit diesem Trick: "Bildassoziationen sind ein hilfreicher Trick, um sich leichter zu erinnern. Vielleicht hat 'Frau Krause' Locken oder 'Herr Lang' ist 1,95 Meter groß. Man kann aber auch nachfragen oder sich die Namen aufschreiben. Das Problem kennt jeder, der in eine neue Runde kommt. Außerdem zeugt es von Interesse."

Berufliche Beziehungen bilden

Icebreaker finden. Gute Anknüpfungspunkte sind immer persönliche Gemeinsamkeiten: "Ich habe auch Kinder/Haustiere …" oder "Ich war auch schon einmal in Rom." Das persönliche Netzwerk kannst du optimal beim gemeinsamen Mittagessen aufbauen. "Vermitteln Sie Ihren Kollegen, dass Sie sich für sie und ihr Leben interessieren, aber halten Sie sich mit persönlichen Themen erstmal vorsichtig zurück", rät die Expertin. Auch folgende Themen solltest du anfangs lieber ausklammern: Negatives über die Stelle, die du zuvor hattest, persönliche Probleme und das Gehalt.

Auf die Plätze, fertig, los!

Aber keinen Übereifer zeigen! Erledige deine Aufgaben gewissenhaft, arbeite aber nicht wie ein Workaholic – das könnte bei anderen Mitarbeitern den Eindruck erwecken, dass du ihnen etwas "wegnehmen" willst. Wenn du mit deiner Arbeit schneller als erwartet fertig bist, frage am besten deine Kollegen, ob du ihnen helfen kannst – so präsentierst du dich gleichzeitig als engagierter Teamplayer. Keinesfalls solltest du bei Leerlauf jedenfalls im Web surfen oder private Telefonate führen.

Geht gar nicht!

Urlaubsanträge, Angeberei, Privates. Auf der Liste der großen Don'ts als Firmenneuling steht Besserwisserei ganz oben: "Erst wenn man das Vertrauen der anderen hat und weiß, wie der Hase läuft, ist es angebracht, Ideen für Veränderungen einzubringen. So läuft man auch nicht Gefahr, irgendjemand Wichtigem auf den Schlipps zu treten." Auch Urlaubspläne sollten Sie zu Beginn auf jeden Fall hintanstellen. "In den ersten drei Monaten kommen freie Tage eher nicht so gut an. Doch es gibt auch Ausnahmen: Bei einem triftigen Grund wie etwa einer Beerdigung oder lang geplanten Dingen kann man vorsichtig anfragen."

Themen: Karriere, Report