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Karriere: Stereotype bremsen

Sowohl männliche als auch weibliche Arbeitgeber stellen doppelt so oft Männer als Frauen ein. Der Grund: Klischeevorstellungen. Das belegen erneut Studien.

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Karriere: Stereotype bremsen

Veraltete Klischees sitzen noch immer fest in den Köpfen

© Thinkstock/moodboard

Alles, was ein Mann kann, kann eine Frau ebenso gut. Es wäre also einfach nur wunderbar, wenn wir nicht länger lamentieren müssten, dass die Karrierebedingungen für Frauen einfach schlechter sind. Aber kaum versuchen wir, an Gleichberechtigung zu glauben, kommt eine neue Untersuchung heraus, die uns das Gegenteil belegt.

Wie auch leider diese: Für die Studie "How Stereotypes Impair Women's Careers in Science" untersuchte Luigi Zingales von der University of Chicago , wie sehr Stereotypen die Karriere von Frauen in der Wissenschaft beeinträchtigen.

In dem Laborexperiment wurde erfasst, wie Arbeitgeber bei der Besetzung von Stellen, bei denen es um Arithmetik geht, auf Frauen reagieren. Das Ergebnis: Wenn als einzige Information das Geschlecht der Kandidaten vorliegt, stellen beide Geschlechter doppelt so oft Männer als Frauen ein.

Zudem fanden die Wirtschaftswissenschaftler heraus, dass das Vorurteil sogar dann erhalten blieb, wenn die Kandidatinnen die Möglichkeit hatten, den Arbeitgebern zu erklären, wie gut sie einen bevorstehenden Arithmetiktest schaffen würden, weil die männlichen Bewerber eher mit ihren Fähigkeiten prahlten und übertrieben, was die Arbeitgeber bereitwillig glaubten. Gleichzeitig findet das Forscherteam heraus, dass Frauen selbst ihre Fähigkeiten eher unterschätzten.

Wenn Kandidaten entsprechend den Ergebnissen eines durchgeführten Arithmetiktests ausgewählt wurden, verringerten sich die Vorurteile gegenüber Frauen; sie verschwanden aber nicht gänzlich. Dieses Ergebnis zeigt, dass die Entscheidung, eher weniger qualifizierte männliche Kandidaten als hochqualifizierte weibliche Kandidaten einzustellen, immer noch weit verbreitet ist. Diese Ergebnisse aus dem Labor auf das wirkliche Leben übertragen, bedeutet, dass Frauen weniger Chancen haben, Karrierewege in den MINT-Bereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) einzuschlagen und Arbeitgeber nicht immer die Angestellten mit den besten Qualifikationen auswählen.

Die Erkenntnisse von Zingales und seinen Kollegen zeigen deutlich, dass beide Geschlechter Frauen diskriminieren, ohne sich dessen bewusst zu sein und dass es neuer Richtlinien bedarf, um hier Abhilfe zu schaffen. Und hier findet ihr ein paar Tricks zum Erfolg.

Themen: Karriere, Report