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Karrierefalle Internet: Was verrät das World Wide Web über Sie - und vor allem wem?

Soziale Netzwerke im Web boomen! Worauf jedoch oft vergessen wird, sind Sicherheitseinstellungen. Und so kann jeder sich durch Ihre Profile klicken - so auch Ihr (potentieller) Chef! Wie schnell das Netz zum Karriereknick führen kann, zeigen wir Ihnen hier.

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Karrierefalle Internet: Was verrät das World Wide Web über Sie - und vor allem wem?
© Corbis

Haben Sie schon einmal nach Ihrem eigenen Namen im Internet gesucht? Zur Überraschung vieler rücken hierbei oft brisante Informationen ans Tageslicht, denn jeder von uns hat bereits in irgendeiner Form seine Spuren im Netz hinterlassen: von Gästebucheinträgen über Profile bei sozialen Netzwerken wie Xing oder Facebook bis hin zu - vielleicht schon vor Jahren getätigten - Blog-Einträgen. Das kann Ihre Karriere je nach Inhalt fördern, ihr aber leider auch erheblichen Schaden zufügen, denn Personalchefs suchen auch im Internet nach Bewerbungskandidaten. Private Partyfotos und Einträge in anstößigen Foren können da schnell zum Karrierestolperstein werden. Um das zu vermeiden, sollten Sie während Ihrer Reise durch die virtuelle Welt einige Tipps beachten!

Tücken im Netz.
Das World Wide Web ist voll von Plattformen und Communities, wie Xing, Facebook oder MySpace, um persönliche oder geschäftliche Kontakte zu knüpfen. Auf Social-Networking-Seiten kann jeder sein eigenes Profil mit Fotos, Hobbys und anderen Infos über sich selbst erstellen. Und so - mehr oder weniger private - Details in den Weiten des Internets veröffentlichen. Dort ist es dann für alle Welt zugänglich. Auch für Ihren Chef! Natalie Bairaktaridis, Headhunterin bei Signium International, warnt hier vor zu viel leichtfertiger Offenheit: "Freizügige Partyfotos können bei der Bewerbung um einen Job nur schaden. Wer etwas ins Internet stellt, sollte sich das besser zweimal überlegen!" Schließlich gibt man Fremden auf der Straße auch nicht sofort intime Informationen über sich preis.

Oft kursieren im Web aber auch Falsch- und Spaßmeldungen, die Dritte publiziert haben, oder es gibt mehrere Personen, die den gleichen Namen tragen. Hier appelliert Expertin Bairaktari- dis an die Personalberater selbst: "Die Prüfung der einzelnen Quellen ist eine Voraussetzung für die qualitative Personalrekrutierung im Netz."

Chancen im Netz.
Das Internet hat zwar so seine Tücken, aber wenn Sie wissen, wie, können Sie vom weltweiten Netzwerk enorm profitieren. Zum Beispiel, indem Sie bewusst Meinungen an der richtigen Stelle posten, wissenschaftliche Arbeiten im Netz publizieren oder bei virtuellen Networking-Plattformen ein Persönlichkeitsprofil erstellen. "Passen Sie jedoch auf, wo, wem und unter welchen Bedingungen Sie eigene Daten weitergeben", erklärt Natalie Bairaktaridis. Dabei zählt nicht die Quantität, sondern die Qualität. Es führt nicht unbedingt zu mehr Erfolg, wenn man sein Profil auf fünf verschiedenen Portalen darstellt, sondern, so die Expertin: "Es könnte eher das Gegenteil eintreten und die Seriosität der Person infrage gestellt werden."

Nur, wie soll dieses Profil aussehen? In erster Linie muss es der Wahrheit entsprechen, Beschönigungen sind hier fehl am Platz! Bairaktaridis rät außerdem: "Das Foto muss ansprechend sein - kein Freizeitfoto verwenden! Zusätzliche Angaben zu Ausbildung und bisheriger Berufserfahrung runden das Profil ab."

Netzwerke.
Mit einem professionellen Internetauftritt lässt es sich gut networken. Am besten, indem Sie regelmäßig das Portal, auf dem Ihr Profil steht, besuchen und die richtigen Personen zu Ihrem Netzwerk hinzufügen. Hierbei gilt: Nicht die Anzahl der Kontakte zählt, sondern deren Qualität! Ein absoluter Fauxpas beim Online-Businessnetworken: Personen zu kontaktieren, die man gar nicht kennt und mit denen es beruflich keinen gemeinsamen Nenner gibt - bloß um sie im Netzwerk dabeizuhaben. Kontrollieren Sie neue Kontakte gründlich, bevor Sie ihnen Einblick in Ihr Profil gewähren.

Digitale Kommunikation.
Neben einer seriösen Präsenz im Web zählt der richtige Umgang mit E-Mails. Hier schleichen sich besonders gerne Fehler ein, denn: "Wer sich in schnellen Medien bewegt, macht auch schnell Fehler", weiß Kommunikationsexperte Peter Hörschinger. "Speichern Sie eine E-Mail lieber in den Entwürfen, und lesen Sie nach einer halben Stunde noch einmal drüber!" Was viele noch dazu oft vergessen: Auch bei E-Mails gelten die Regeln der Groß- und Kleinschreibung. "Die richtige Rechtschreibung ist genauso ein Zeichen von Respekt wie eine freundliche Anrede", so Hörschinger. Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, unbekannte Personen in Mails sofort zu duzen. Und auch Anreden und Grußformeln dürfen nicht zu salopp formuliert sein! In beruflichen Korrespondenzen müssen diese unbedingt ausgeschrieben werden, auch in der Kommunikation mit Ihren Mitarbeitern. Studien zeigen, dass sich unpersönlich formulierte, bloß als Arbeitsauftrag weitergeleitete E-Mails negativ auf die Motivation der Angestellten auswirken. Und auch wenn Abkürzungen wie "Lg" oder "Sg" hip klingen mögen, machen Sie es doch anders, und beenden Sie Mails besser mit: "Liebe Grüße", "Mit freundlichen Grüßen" oder "Herzliche Grüße". Und dann können Sie mit gutem Gewissen auf "Senden" klicken...

Thema: Karriere